BOB muss erneut 1,8 Millionen Euro Strafe berappen
Auf Strecke zahlen

von Peter Posztos

Die Bayerische Oberlandbahn wird pünktlicher. Diese Meldung datiert aus dem Jahr 2014. Doch seither ist wenig passiert, wie aktuelle Zahlen belegen. Nun werden erneut Strafen fällig. Und die summieren sich zum zweiten Mal hintereinander auf knapp 2 Millionen Euro.

Schnee und umgestürzte Bäume, aber auch Weichenstörungen oder kaputte Triebwagen. Die Gründe für die Verspätungen der BOB sind vielfältig / Archivbild
Schnee und umgestürzte Bäume, aber auch Weichenstörungen oder kaputte Triebwagen. Die Gründe für die Verspätungen der BOB sind vielfältig / Quelle: Feuerwehr Dürnbach

Vor allem Probleme mit den Kupplungen der bei der BOB eingesetzten Talent-Züge hatten vor über zwei Jahren massive Verspätungen verursacht. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte damals bereits Krisengespräche geführt und Strafzahlungen angekündigt. Im vergangenen Jahr musste die BOB zum ersten Mal Strafe zahlen. Damals lag die sogenannte Pönale bei rund 500.000 Euro. Die Pünktlichkeit erreichte in 2014 90,8% – ein Wert, der sich relativiert, wenn man die Zahlen vergleicht.

Anzeige

So bezeichnen die Eisenbahner einen Zug als unpünktlich, wenn er mindestens sechs Minuten Verspätung hat und gleichzeitig nicht komplett ausfällt. In anderen Bundesländern werden die “Regeln” dagegen deutlich strenger ausgelegt. Dort liege laut BEG die Pünktlichkeitsgrenze oft unter vier Minuten. Nun denke man auch über neue Kriterien für Bayern nach.

Für die BOB bedeutet das im abgelaufenen Betriebsjahr 2015, dass sich zwar die Pünktlichkeit um 0,1% verbessert hat. Die Strafzahlungen jedoch um 200.000 auf 700.000 Euro gestiegen sind. Laut BEG liege das unter anderem an rückläufigen Zugbegleiterquoten. Die Verantwortlichen setzen also zu wenig Personal ein, und verkürzen die Züge, womit diese deutlich voller werden. Die BOB spart also wo es nur geht, investiert aber gleichzeitig auch. So habe sich gleichzeitig die Sauberkeit oder die Funktionalität der Türen „stark verbessert“.

Meridian wird zur Dauerbaustelle

Ein Sorgenkind der Bayerischen Oberlandbahn bleibt weiterhin der Meridian. Die Regionalzüge, die zwischen München und Salzburg sowie nach Kufstein pendeln, waren im vergangenen Jahr nochmal unpünktlicher als im ersten vollen Betriebsjahr 2014. So sank der Wert auf 89,5 %. Als Gründe nennt die BEG vor allem das anfällige Streckennetz. Dort habe es zahlreiche Störungen bei der Leit- und Sicherungstechnik gegeben.

Dazu kamen technische Probleme bei den Fahrzeugen. Die negativen Effekte durch den tödlichen Zugunfall Ende Januar diesen Jahres fließen in diese Zahlen nicht mit ein. Für das letzte Jahr kosteten die Qualitätsmängel am Meridian die BOB alleine 1,1 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es noch 1,3 Millionen.

SOCIAL MEDIA SEITEN

Anzeige
Aktuelles Allgemein

Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus