BOB-Streik: EVG legt Züge lahm

Seit Dienstbeginn heute morgen um 04:30 Uhr sind die Mitarbeiter der BOB im Streik, die Züge stehen still. Erst um neun rief Helmut Pasterk vom Betriebsrat die Beschäftigten in Tegernsee wieder zur Arbeit. Derzeit läuft der Betrieb langsam wieder an. Doch bis zum Vormittag ist noch mit Verzögerungen zu rechnen.

Wie hier in Tegernsee standen heute morgen im ganzen Oberland die Züge der BOB still.
Wie hier in Tegernsee standen heute morgen im ganzen Oberland die Züge der BOB still.

Rund eine halbe Stunde dauert es bis ein BOB-Zug einsatzbereit ist, erklärt Pasterk. „Die Züge müssen erst aufgerüstet werden.“ Dazu gehören unter anderem auch Bremstests. Zwischen 09:30 und 10 Uhr fuhr der erste Zug dann in Tegernsee los. Aktuell wird der Betrieb langsam wieder aufgenommen. Im Laufe des Vormittags soll sich der Fahrplan auch im Oberland wieder normalisieren.

Davor war es still am Tegernseer Bahnhof. Kein einziger Zug fuhr los. Gerade für Pendler ein großes Ärgernis. Das große Chaos blieb aber zumindest am Bahnhof aus. Die meisten hatten sich bereits zuvor um eine Alternative gekümmert.

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Auch in Realschule und Gymnasium sind bis auf wenige Ausnahmen alle Schüler pünktlich erschienen. “Wir haben bereits am Wochenende und gestern noch einmal E-Mails an alle Eltern herausgeschickt. Die haben sich dann zum Glück organisiert und zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen”, erklärt der stellvertretende Schulleiter der Realschule Gmund, Tobias Schreiner.

Neue Gespräche am Donnerstag

Die Reaktion der Fahrgäste zum Streik fällt jedoch gespalten aus. Viele ärgerten sich über die zu späte Ankündigung des Streiks sowie über die Uhrzeit. „Als Pendler, der mit drei unterschiedlichen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren muss, fühle ich mich mittlerweile von drei unterschiedlichen Gewerkschaften jährlich als Druckmittel missbraucht“, schreibt beispielsweise Rob Waterman auf Facebook.

Auch Schüler berichteten, dass am morgen einige am in Tegernsee gestrandet waren und Eltern sie nach einem Anruf nach Gmund hätten bringen müssen. Und Michaela Schwarzmeier berichtet, sie habe heute morgen zwei Stunden länger gebraucht, als normal. Enriko Machka wirbt auf Facebook hingegen für Verständnis für den Arbeitskampf: „Man sollte kein Verständnis dafür haben, was sich die Arbeitgeber mehr und mehr herausnehmen.“

Am Donnerstag sollen nun wieder erste Verhandlungen zwischen den beiden Streikparteien stattfinden. BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch kündigte weitere Gespräche an. „Wir gehen davon aus, dass der Streik einmalig war und wir nun eine schnelle Einigung bei den Tarifverhandlungen erzielen.“ Von Gewerkschaftsseite heißt es, man sei zufrieden mit dem Streik, wolle die Situation nun aber nicht weiter eskallieren lassen.

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