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Kreuth gegen geplanten Standort für BOS-Mast in der Klamm

Im Kampf gegen politische Windmühlen

Von Christopher Horn

Das Thema BOS-Funk stand am vergangenen Donnerstag einmal mehr auf der Tagesordnung des Kreuther Gemeinderates. Die Regierung von Oberbayern will einen 33 Meter hohen Funkmast im Kreuther Ortsteil Klamm aufstellen.

Vor allem der Standort direkt am Wanderweg zur Königsalm ist dem Gemeinderat ein Dorn im Auge. Die Gemeinde hat darum einen neuen Versuch gestartet die Regierung zum Umdenken zu bewegen.

Bos Funk
Auch in Kreuther Ortsteil Klamm soll ein BOS-Funkmast entstehen

Im Laufe der kommenden Jahre soll Bayern flächendeckend mit digitalem BOS-Funk ausgestattet sein. Der Funk dient vorwiegend Einsatzkräften, wie Polizei und Feuerwehr. Dafür braucht es neue Funkmasten an verschiedenen Orten. Auch im Tegernseer Tal sind bereits einige dieser Masten entstanden und weitere geplant. Auf dem Wallberg in direkter Nähe der Bergstation findet sich ein solcher Mast bereits und ein weiterer, etwas kleinerer, soll folgen.

Ein Mast direkt am Wanderweg

Auch Kreuth hat im Februar 2012 bereits einen 33 Meter hohen Masten im Ortsteil Stuben genehmigt. Im September 2012 war die Regierung von Oberbayern erneut mit dem Wunsch vorstellig geworden, auch im Kreuther Ortsteil Klamm einen BOS-Funkmast zu errichten.

Da dieser jedoch in direkter Nähe zum Wanderweg in Richtung Königsalm geplant ist, regte sich Widerstand im Kreuther Gemeinderat. Der Mast wäre für jeden Wanderer entlang der Strecke schon von Weitem sichtbar und würde das Landschaftsbild nachhaltig beeinträchtigen, so die Befürchtung einiger Gemeinderäte. Aus diesem Grund wünschten sich die Räte im September 2012, den Standort 50 Meter weiter in den Wald zu verlegen. Diesen Wunsch gab die Gemeinde auch an die Regierung von Oberbayern weiter.

„Alternativen wurden nicht ernsthaft geprüft“

Wie am vergangenen Donnerstag deutlich wurde, beharren die Verantwortlichen dort aber auf den Platz direkt am Wanderweg. „Aus Gründen der Einfachheit will man den Masten direkt an der Forststraße platzieren. Wir sind aber nach wie vor der Meinung, dass der Mast weiter in den Wald verlegt werden sollte“, so der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider vergangene Woche.

Die Regierung von Oberbayern hält indes dagegen, dass eine Verlegung nicht möglich ist. Plausible Gründe weshalb das der Fall ist, wurden bislang nicht bekannt gegeben. Das will man im Kreuther Rathaus darum auch nicht akzeptieren, wie Bürgermeister Bierschneider vergangene Woche deutlich machte:

Die Einwände der Gemeinde sind nicht ernsthaft geprüft worden.

Bierschneider sieht vor allem die Kosten als Grund, weshalb die Regierung an der Lage neben der Straße festhalten will. Für den Standort abseits des Weges müsste eine Strecke provisorisch mit Kies aufgefüllt und befestigt und nach der Installation der Anlage wieder zurückgebaut werden. Das sorgt für höhere Kosten. „Wir sind der Meinung, dass das nicht zu viel verlangt ist“, sagt Bierschneider. Darum will die Kreuther Verwaltung nun nochmals einen Anlauf starten, die Regierung zu überzeugen.

Das letzte Wort haben die Kreuther dabei jedoch nicht. Genehmigungsbehörde ist und bleibt die Regierung von Oberbayern. Kreuth kann nur Einwände formulieren. Im schlimmsten Fall werde das gemeindliche Einvernehmen dann von der Regierung ersetzt, so der Kreuther Rathaus-Chef. Man ist also auf die Kompromissbereitschaft der Landesregierung angewiesen.

BOS-Funk – Pro und Kontra

Die Pläne der Regierung neue Masten für den BOS-Funk zu errichten, sind auch bei vielen Bürgern nicht unumstritten. So gründete sich im Tal bereits vor einiger Zeit eine Bürgerinitiative Tetrafunkfreies Tegernseer Tal und ging im April 2012 im Rahmen einer Infoveranstaltung an die Öffentlichkeit. Dabei wurden einige noch unbekannte Risiken des Behördenfunks angesprochen. Und gleichzeitig Ängste über ein zugepflastertes Tal geschürt.

Das Funknetz ist allerdings essenziell für Feuerwehr und Polizei, argumentieren die Befürworter. Bisher gibt es beispielsweise in der Kreuther Klamm ein Funkloch, das nur über provisorische Relaisstationen umgangen werden kann. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Masten, die Erreichbarkeit der Einsatzkräfte auch in diesem Gebiet ist natürlich sehr wichtig“, so Bierschneider. Gerade bei Einsätzen zwischen Wildbad Kreuth und Glashütte klagen Feuerwehr und Rettungsdienste immer wieder über Schwierigkeiten im Funknetz.

Auch Wanderern, die in diesem Gebiet einen Notruf absetzen müssen, soll der neue Mast helfen, eine Verbindung zu den Rettungskräften herstellen zu können. In den nächsten Wochen wird sich nun zeigen, ob sich die Regierung von Oberbayern gesprächsbereit zeigt, oder nicht. Dass der Masten im Kreuther Ortsteil Klamm kommt, ist allerdings sicher.

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