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Wird die Wiesseer Asylbewerberunterkunft rechtzeitig fertig?

„Der Teufel steckt im Detail“

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 16. Februar 2015 / 12:40 Uhr
Für 1,1 Millionen Euro hat die Gemeinde Bad Wiessee Ende Dezember das Haus Rheinland gekauft. Das soll erst als Unterkunft für Asylbewerber und schließlich als Domizil für Geschäfte dienen. Eigentlich sollten dort schon Flüchtlinge eingezogen sein, doch die Unterbringung verzögert sich.

Im "Hotel Rheinland" können voraussichtlich im April Flüchtlinge einziehen.
In das „Hotel Rheinland“ können voraussichtlich erst im April Flüchtlinge einziehen.

Bis zu 25 Flüchtlinge sollen in das ehemalige Hotel in der Münchner Straße 5 einmal einziehen. Doch noch ist davon nichts zu sehen – und das obwohl die Verantwortlichen von Landratsamt und Gemeinde ursprünglich Mitte Februar als möglichen Einzugstermin genannt hatten.

Doch daraus wird nichts. „Der Kaufvertrag liegt noch beim Notar und wird in den nächsten Tagen rechtskräftig“, erklärt der Wiesseer Geschäftsleiter Michael Herrmann. Erst dann kann mit den Arbeiten im Haus begonnen und die Unterkunft bezugsfertig gemacht werden.

Hohe Brandschutzauflagen

Sorgen bereitet den Verantwortlichen weiter der Brandschutz. „Es braucht Brandschutztüren, Rauchmelder und einige weitere Veränderungen“, so Herrmann weiter. Auch die Verantwortlichen des Landratsamts Miesbach hatten sich den Zustand des Gebäudes im Januar im Rahmen eines Vor-Ort-Termins genauer angeschaut. „Der Teufel steckt im Detail“, so die Sprecherin des Landratsamtes Gabriele Dorby damals.

Bis die Arbeiten abgeschlossen sein werden, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Demnach könnte es Anfang April werden, bis die ersten Asylbewerber im Haus Rheinland aufschlagen. Da die Regierung von Oberbayern spätestens im Frühling wieder mit einem ansteigenden Flüchtlingsstrom in den Landkreis Miesbach rechnet, könnte die Wiesseer Unterkunft also gerade rechtzeitig fertig werden.

Ursprünglicher Artikel vom 8. Januar 2015 mit der Überschrift: Brandschutz als letzte Hürde

Im Tegernseer Tal sind derzeit fast 60 Flüchtlinge untergebracht. Auch in Bad Wiessee sollen schnellstmöglich Asylbewerber in die neue Unterkunft, das ehemalige „Hotel Rheinland“, einziehen. Heute soll geklärt werden, wie es um den Brandschutz des Gebäudes steht.

Zwei Tage vor Weihnachten kaufte die Gemeinde Bad Wiessee für 1,1 Millionen Euro das ehemalige Hotel Rheinland. Dort will die Gemeinde übergansgweise 25 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten. Schon im Februar könnte das Gebäude bezugsfertig sein. Bis es soweit ist, müssen jedoch noch letzte Details geklärt werden.

„Der Zustand des Gebäudes muss grundsätzlich untersucht werden“, erklärt die Sprecherin des Landratsamts, Gabriele Dorby. Vor allem Auflagen des Brandschutzes müssen erfüllt sein, bevor das Landratsamt grünes Licht geben kann. Bis wann das der Fall sein wird, konnte Dorby heute aber nicht sagen. „Der Teufel steckt im Detail. Wir müssen erst abwarten, was der heutige Vor-Ort-Termin bringt“, so Dorby weiter.

Zustrom an Flüchtlingen lässt nach

Unter besonderem Zeitdruck stehen die Verantwortlichen des Landratsamts dabei aber wider Erwarten nicht. Der Zustrom von Flüchtlingen in den Landkreis Miebach habe momentan etwas nachgelassen, so Dorby weiter. Ein dauerhafter Trend ist das aber wohl nicht. „Vor Weihnachten war der Ansturm noch sehr groß und liegt auch jetzt noch bei etwa 100 Asylbewerbern am Tag, die Oberbayern erreichen“, erklärt Ines Schantz, Sprecherin der Regierung von Oberbayern.

Allerdings wurden die Neuankömmlinge noch nicht dem Landkreis Miesbach zugeteilt. In den kommenden Monaten werde die Zahl der Flüchtlinge auch im Landkreis Miesbach aber wieder ansteigen, so Schantz weiter. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Miesbach von derzeit 400 bis Ende 2015 auf mindestens 700 erhöhen wird.

Auch die Verantwortlichen im Miesbacher Landratsamt sind sich dessen bewusst und derweil weiter auf der Suche nach neuen Unterkünften. Und das offenbar mit Erfolg: „In Bayrischzell steht ein Mehrfamilienhaus zur Verfügung“, erklärt Gabriele Dorby. Etwa 20 Flüchtlinge sollen dort im Ortsteil Osterhofen einziehen.

Gmunder Turnhalle weiter leer

Im Tegernseer Tal gibt es derzeit noch verfügbare Kapazitäten. Die Seeturnhalle in Gmund steht nach wie vor leer und bietet Platz für etwa 20 Flüchtlinge. In Gmund wartet man darauf, dort Asylbewerber begrüßen zu können. Die städtische Turnhalle in Tegernsee ist dagegen mit 40 Personen voll besetzt. „Einen Wechsel von Tegernseer Asylbewerbern nach Gmund wird es aber nicht geben“, versichert Dorby.

So sollen die Kapazitäten aller Unterkünfte voll ausgeschöpft werden. Mittelfristig wollen wir die Zahl der Flüchtlinge in der Tegernseer Turnhalle aber schon reduzieren, betont Dorby. Dafür müssen aber weitere alternative Unterbringungsmöglichkeiten gefunden werden.


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