HS-Redaktion testet Holzkirchner Faschingskrapfen
Braun – und derzeit in aller Munde

von Benno Kirschenhofer

Nein, wir meinen ausnahmsweise mal nicht die allgegenwärtigen politischen Entgleisungen, sondern Faschingskrapfen. Gerade im Moment hilft es sehr, so manchen tagespolitisch-säuerlichen Beigeschmack mit etwas Zuckersüßem in den Tiefen des Magens verschwinden zu lassen. Was würde sich da derzeit besser eignen, als die süßen Faschingskrapfen der Holzkirchner Bäcker.

Zu diesem Zwecke sei hier noch einmal der heitere Geschmackstest wiedergegeben, der sich bereits im vergangenen Jahr zugetragen hatte. Den marktforschungsüblich strengen Laborvorschriften (Hunger, saubere Teller, Rautentischdecke) wurde natürlich einwandfrei genügt.

Die Produkte folgender Bäckereien wurden einem optischen, geschmacklichen und olfaktorischen Test unterzogen: Hofpfisterei, Ratschiller, IHLE (Tengelmann), Wünsche (Edeka i. HEP), Hohenadl, Kuhn und Pane Bavaria (REWE).

Der Vollständigkeit halber auch die fehlenden: Fritz-Mühlenbäcker im Bio-Terra (schmecken bestimmt gut), Konditorei Kraml (hätte eh gewonnen) und Discounterware (Bitte hier selber wutschäumende Discounterkritik einfügen:________)

Das strenge Studiendesign sah vor, dass nach einer geregelten optischen Bewertung (Größe, Bräune, Puderzuckerfaktor) die Krapfen in mehrere gleiche Teile zerlegt wurden. Da die exakt mittige Platzierung des Marmeladen-Nukleus im Teigbatzen scheinbar teils sehr lax gehandhabt wird, musste der süße Papp meist im Nachgang noch etwas hin- und hergetunkt werden.

Das Ergebnis der aufwändigen Marktforschung lässt sich vorab bereits relativ einfach zusammenfassen:

Alle Krapfen eignen sich grundsätzlich zum Verzehr. 

Die Insights im Einzelnen:

  • Der Krapfen wird derzeit zu Marktpreisen im Währungskorridor zwischen einem und zwei Euro gehandelt, wobei der Hersteller Pane Bavaria seine Krapferl am preislich unteren Rand, der Pfister am oberen Rand vermarktet.

 

  • Optisch präsentiert sich die Krapfenmannschaft recht homogen und eindeutig als Krapfen, es gibt lediglich feine Nuancen: Der Hohenadl nimmt sich in puncto Farbkontrast und Opulenz etwas zurück, der Kuhn liegt mächtig, groß und mit einer stattlichen Bräune auf dem Teller. Der Kamerad aus dem Hause Pane Bavaria war in eine etwas gschlamperte Puderzuckerdecke gekleidet.

 

  • Beim Aspekt “Teig/Mundgefühl” hatte der Hohenadl die Nase vorn. (“Schön fluffich”), während andere der besonders hefefest-faserigen Struktur des Pane Bavaria den Vorzug gaben. Andere Testpersonen aßen alle Stichproben ungerührt auf einmal – das Süße an sich ist nich jedermanns Geschmack.

 

  • Bei der Füllung waren die Unterschiede schon deutlicher: Während die Pane Bavaria Füllung als “billig im Geschmack” bewertet wurde, punkteten hier Pfister und Hohenadl durch angenehme Konsistenz, Menge und Natürlichkeit im Geschmack. Wie auch bei der Optik polarisierte der Kuhn: Seine visuelle Opulenz setzte sich auch im Inneren fort: Die Füllung war reichlich bis großzügig und sehr süß, was in einer launigen Faschingskrapfen-Verzehrsituation sicher von Vorteil sein kann. Die Produkte von IHLE und Wünsche verhielten sich hier ganz in der Tradition zielgruppenoptimierter Großbäckerei-Produkte: Nicht schlecht, gefällig und unauffällig.

 

  • In puncto Fettgehalt nehmen sich zum Leidwesen gerade der männlichen Redakteure alle Produkte sehr zurück. Zu den ganzen grünen, blauen, vanilligen und herzigen Dekoren sollte es noch eine Variante geben, die etwas mehr trieft und kracht.

Insgesamt, so das einhellige Stimmungsbild der Testpersonen, hackt der eine Krapfen dem anderen kein Marmeladenauge aus. Der Kenner und Genießer wird die zarten Nuancen schätzen, aber es lässt sich konstatieren, dass die solide Krapfengrundversorgung in der Marktgemeinde auch dieses Jahr funktionieren wird.


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