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9-Euro-Ticket: Das erste Wochenende im Oberland

BRB prophezeit Chaos – zu Recht?

Von Nina Häußinger

Auf Sylt stürmen junge Leute die Strände. Züge in ganz Deutschland sind teilweise rappelvoll. Das 9-Euro-Ticket ist DIE Chance, mal günstig zu reisen. Doch wie chaotisch war das lange Wochenende im Oberland?

Manche Züge waren am langen Wochenende gut voll – aber von Chaos kann man nicht sprechen

Das erste lange Wochenende mit dem 9-Euro-Ticket ist geschafft. Vollchaos oder ertragbar? Die TS-Redakteure waren am Wochenende im Oberland unterwegs. Eine Redakteurin berichtet:

Ich bin am Montag mit dem Zug um 16:30 von Hausham Richtung München gefahren. Es sind zwei Wagen gefahren und die waren beide komplett voll – schon in Hausham. Man hat eigentlich keinen Platz mehr gefunden, aber man musste auch nicht komplett dicht an dicht mit anderen kuscheln, wie es im Sommer manchmal ist.

Auch die Schaffner in den Zügen bestätigen, dass das 9-Euro-Ticket sehr gut angenommen wird. Die Grundstimmung bei den Fahrgästen scheint sehr positiv zu sein. Viele Touristen freuen sich, das Oberland günstig per Zug erkunden zu können. Auch die Jugendlichen, mit denen unsere Redakteurin gesprochen hat, waren glücklich, zum Beispiel aufs Pfingstfest in Schliersee fahren zu können. “Auch die Fahrt nach München tut nun nicht mehr so weh”, so der Tenor bei den jungen Leuten.

BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann sieht es nicht ganz so positiv. “Ich finde es verschwendetes Geld”, sagt er in einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag. Man hätte es auch für 29 Euro verkaufen können, dann hätte das Produkt eine Werthaltigkeit gehabt. Er gibt zu:

Ich bin nicht so wahnsinnig begeistert.

Außerdem wisse man zum Beispiel immer noch nicht, ob man den Zusatzverkehr, den man aktuell in bestimmten Gebieten einsetzt, auch vom Staat finanziert bekommt.

Insgesamt sei er aber sehr zufrieden und froh darüber, wie das lange Pfingstwochenende verlaufen ist. “Es ist besser ausgegangen, als wir erwartet haben.” Aktuell sei man im Oberland wieder ungefähr bei der Auslastung von “Vor-Corona”. Genaue Zahlen liegen aber noch nicht vor. Auch eine Rückmeldung vom Kundenmanagement habe er noch nicht.

Radfahrer kommen nicht alle in die BRB

Außerdem gab es weder eine Zugevakuierung noch Randale, obwohl man diese Dinge durchaus einkalkuliert hat. Vor allem im Oberland wurde deshalb auch Security eingesetzt. “Hier haben wir es gemacht, weil wir mit Schlimmerem gerechnet haben”, gibt Schuchmann zu. Einzig einige Fahrradfahrer mussten am Gleis stehen bleiben, weil kein Platz mehr war für ihre Bikes.

Die BRB will in den kommenden Monaten am erarbeiteten Konzept festhalten. Bisher habe alles gut funktioniert. Im Oberland hätte man aber ohnehin keine Möglichkeit für Aufstockung. Der Halbstundentakt und die Gleislängen schränken hier stark ein. Der Appell vom Geschäftsführer der BRB:

Am liebsten zeitlich noch besser verteilen und am besten so artig sein, wie jetzt über Pfingsten, damit es nicht ausufert.

Am Ende hofft er, dass auch nach den drei Monaten noch einige überzeugt bleiben, vom „System Zug“. Auch wenn es manchmal eng wird oder die Klimaanlage ausfällt.


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