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Holzkirchner erstellen ein Bürgergutachten

Bürger-Workshop zum Verkehrskonzept

Von Alexander Bronisch

Demnächst werden rund 200 Holzkirchner Bürger angeschrieben. Sie sind eingeladen, an einem zweitägigen Workshop zum neuen Mobilitätskonzept teilzunehmen. 50 von ihnen können mitmachen. Ihre Vorstellungen und Ideen sollen als Bürgergutachten in die Arbeit der Experten einfließen.

Hauptamtsleiter Christoph Marcher (li.) übergibt Prof. Hilmar Sturm die CD mit den Bürgeradressen.
Hauptamtsleiter Christoph Marcher (li.) übergibt Prof. Hilmar Sturm die CD mit den Bürgeradressen.

Jetzt sind die Bürger dran. Am Donnerstag, dem 3. März, übergab der Holzkirchner Hauptamtsleiter und Datenschutzbeauftragte Christoph Marcher eine CD-Rom mit 1000 zufällig ausgewählten Adressen Holzkirchner Bürger an Prof. Hilmar Sturm von der Gesellschaft für Bürgergutachten in Fürstenau (Lkr. Osnabrück). Aus diesen Adressen werden wiederum nach dem Zufallsprinzip zunächst 200 Personen eingeladen, an einem Workshop für ein neues Mobilitätskonzept in Holzkirchen teilzunehmen. Er soll am Freitag und Samstag den 22. und 23. April stattfinden.

Sturm hofft, dass sich 50 Bürger für eine Teilnahme bereiterklären. Wenn diese Anzahl beim ersten Anlauf nicht zusammenkommt, werden weitere Einladungen versendet. Auf diese Weise will er vermeiden, dass sich immer nur die gleichen zu Wort melden. Er möchte die „schweigende Mehrheit“ erreichen und somit die kollektive Intelligenz für die Marktgemeinde einsetzen.

Die Bürger sollen unvoreingenommen und unbeeinflusst arbeiten

Die engagierten Bürger erwartet ein dichtes Programm. In zwei Arbeitsgruppen zu je 25 Personen, sogenannten „Planungszellen“, und weiteren Untergruppen sollen sie verschiedene Aspekte für ein Holzkirchner Verkehrskonzept diskutieren. Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, der öffentliche Nahverkehr und der ruhende Verkehr, also die Parksituation, werden gemeinsam erörtert. Eine sachlich-fachliche Vorbereitung ist nicht nötig, ja sogar unerwünscht. Auch einen Fragebogen, in dem die Teilnehmer über sich selbst Auskunft geben, wie sie wohnen und wo sie arbeiten, will Sturm erst nach dem Workshop austeilen.

Die heterogene Bürgergruppe, die idealerweise aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen besteht, von Professoren, Selbstständigen und Unternehmern bis zu Angestellten und Arbeitern, soll möglichst unvoreingenommen und unbeeinflusst arbeiten. Eine fachliche Begleitung und inhaltliche Anregung durch Impulsreferate sollen verhindern, dass sich die Gruppen in Phantastereien verlieren. So ist dafür gesorgt, dass sich die Diskussionen im Rahmen des sachlich und rechtlich Möglichen bewegen.

Auch Organisationen und Interessensvertreter kommen zu Wort

Die beiden Planungszellen arbeiten parallel, d. h. sie diskutieren unabhängig voneinander dieselben Themen und führen ihre Ergebnisse erst in einer Abschlussrunde zusammen. Zusätzlich zu diesem Bürgergutachten, so Prof. Sturm, soll auch ein Runder Tisch mit Vertretern von circa 40 Organisationen und Interessensvertretern zum Thema stattfinden. Das Resultat des Workshops und des Runden Tisches, ein integriertes Mobilitätskonzept, wird den Planungsbüros zur Verfügung gestellt. Das Aachener Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen und das Büro Skorka in München-Neuried übernehmen die Umsetzung des Konzepts.

Die Marktgemeinde entscheidet

Das letzte Wort hat natürlich der Holzkirchner Gemeinderat. Deshalb erläuterte Hilmar Sturm in der unmittelbar nach der CD-Übergabe stattfindenden Gemeinderatssitzung die nächsten Schritte und den Ablauf des Bürger-Workshops. Auch praktische Fragen kamen zur Sprache. Sturm bietet Hilfe an, wenn die engagierten Bürger von ihren Arbeitgebern eine Freistellung brauchen. Und natürlich ist auch an eine Unkostenerstattung für die Teilnehmer gedacht.

Das Konzept, das Hilmar Sturm in Holzkirchen umsetzt, wurde bereits in den 70er Jahren erstellt. Dennoch bedeutet Holzkirchen eine Premiere. „Eine so enge Verzahnung von Bürgerbeteiligung und fachlicher Analyse habe ich sonst noch nirgends gesehen“, erklärt Sturm. Freilich ist nicht zu erwarten, dass alle Details aus dem Bürgerkonzept berücksichtigt werden. In eineinhalb Jahren soll es deshalb eine erneute Zusammenkunft geben. Dann wird den engagierten Bürgern erklärt, warum es im neuen Verkehrskonzepts zu Abweichungen von ihren Vorschlägen gekommen ist.

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