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Abholzaktion am Gut Kaltenbrunn soll illegal gewesen sein

Bund Naturschutz zeigt “Plattmache” an

Von Steffen Greschner

Anfang letzter Woche ließ die Schörghuber-Gruppe auf einem Weg von Gut Kaltenbrunn zum Gmunder Strandbad Stauden und kleinere Bäume abholzen. Eine Vorgehensweise, die der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing als unumgänglich bezeichnete. Und die auch von einigen Bürgern begrüßt wird.

Doch neben der Zustimmung gab es auch viel Kritik. Dabei sind vor allem der Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal aufgebracht über die „Plattmache“. Nun hat der BN Anzeige beim Landratsamt gestellt.

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Ein Bild von letzter Woche ‒ einige Stauden und Bäume sind bereits entfernt.
Ein Bild von letzter Woche ‒ einige Stauden und Bäume sind bereits entfernt.

In einer Nacht- und Nebelaktion waren die Büsche und Stauden Anfang vergangener Woche auf dem kleinen Weg, der vom Gut in Richtung Strandbad führt, abgeholzt worden. Für die Naturschützer ein streng geschützter Hag, in dem diverse Vogelarten im Frühling Schutz suchen. Für den Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing dagegen reines Gestrüpp, das aufgrund eines darin verwickelten Stacheldrahtes Spaziergänger und Radler gefährdete.

Preysing hatte, so seine Aussage gegenüber dem Merkur, die Familie Schörghuber gebeten, den Wildwuchs zu entfernen. „Der schlechte Zustand war uns schon lange ein Dorn im Auge“, so Preysing gegenüber der Zeitung. Kurzerhand ließ die Familie Schörghuber auf Wunsch des Bürgermeisters den gesamten, rund 250 Meter langen Weg roden.

Illegale Abholzung?

Doch ganz so rechtlich sauber, wie von Preysing dargestellt, dürfte die Aktion nicht gewesen sein. Rodungen seien nur zwischen dem 1. Oktober und 28. Februar erlaubt, so die Aussage aus dem Miesbacher Landratsamt. Gleichzeitig wundern sich die Naturschützer über die Aussagen des Gmunder Bürgermeisters. Das reine Gestrüpp sei in Form von gut gewachsenen Bäumen teilweise über vier Meter hoch gewesen ‒ die Hecke bis zu Mannshöhe – und deren Äste teilweise sogar unterarmdick.

Nun schlägt auch der Bund Naturschutz zurück. In einer Anzeige, die heute dem Landratsamt zugegangen ist, weist der Vorsitzende Werner Fees darauf hin, dass der gesamte, bislang von Bäumen und Büschen zumindest teilweise gesäumte Weg im Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft liege. Die Entfernung sei daher illegal.

„Nach § 3 der Verordnung zu diesem Schutzgebiet ist die Beseitigung von Bäumen und Hecken untersagt. Darüber hinaus erfolgte die sehr rigorose Beseitigung der Gehölze entgegen den Naturschutzbestimmungen jetzt im Mai zur Brutzeit der zahlreichen dort lebenden Singvögel.“

Nach Ansicht des BN ist daher die jetzt aktuell erfolgte Beseitigung fast aller noch vorhandenen Bäume und aller Büsche sowie auch der Zeitpunkt der Maßnahme ein Verstoß gegen das Bayerische Naturschutzgesetz.

Fees möchte im Auftrag des BN wissen, ob die Aktion genehmigt war und von wem. Wie hoch die Strafe ausfallen dürfte und vor allem, was die Naturschutzbehörde in Miesbach in die Wege leiten wird, damit für die beseitigten Hecken und Bäume Ersatzpflanzungen erfolgen.

„Keine neue Aufforstung möglich“

Vor allem der letzte Punkt dürfte zwischenzeitlich obsolet sein. Nachdem in den letzten zwei Tagen der gesamte Weg „gesäubert“ wurde ‒ alle Wurzeln sind mittlerweile mit schwerem Gerät entfernt worden ‒, ist eine Aufforstung, wie sie der BN fordert, nur noch schwer vorstellbar.

Die Aufnahme von gestern zeigt den Verlauf des Weges, ohne Wurzeln
Die Aufnahme von gestern zeigt den Verlauf des Weges, ohne Wurzeln

Gleichzeitig fragen sich einige Kreise, ob sich nicht sogar Georg von Preysing angreifbar gemacht hat. „Wenn der Bürgermeister, wie öffentlich in der Zeitung bekundet, die Familie Schörghuber zum Rückschnitt aufgefordert hat, ist das streng genommen Anstiftung zum Rechtsbruch“, so die Sichtweise eines Naturschützers, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Wie das der Gmunder Bürgermeister selbst sieht, ist dagegen offen. Von Preysing wollte sich zu der gesamten Aktion gegenüber der Tegernseer Stimme nicht äußern.

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