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Im Hipster-Hotel von Bad Wiessee soll man schwimmen und schwitzen

Bussi Baby bekommt Panoramapool

Von Martin Calsow

Das Hotel Bussi Baby wird obenrum feucht. Eigentümer Korbinian Kohler will im Dachgeschoss des einstigen “Wiesseer Hofs” einen Wellnessbereich unterbringen. Wie gewohnt freute sich der Bauausschuss einstimmig – fast.

Das Hotel Bussi Baby in Bad Wiessee soll einen SPA-Bereich bekommen und im Gemeinderat alle so: Yeah!

Es war zum Schluss die Herberge der popelfarben Jacken tragenden NRW-Rentner für Jahre. Immer parkte vor dem Wiesseer Hof neben dem Ehrenmal der gefallenen Soldaten der gelbe Rentnerbus aus Recklinghausen. Damit war Schluss, als Korbinian Kohler sich der Herberge angenommen hatte, sie mit viel Tamtam zu einer hippen Anlaufstelle für junge Münchner umwandelte. Motto: Unten beim Preysing feiern, oben nächtigen. Dazu gab es ein anständiges Asia-Restaurant und einen aufmerksamkeitsstarken neuen Namen.

Jetzt zündet Kohler die nächste Stufe. Damit sein Bussi-Baby-Klientel einerseits die üblichen Wellness-Bedürfnisse erfüllt bekommt, andererseits aber nicht bis in seine Luxus-Plantscherei im Bachmair Weissach muss, bekommt das Hotel nunmehr eine Sauna und einen Außenpool. Gestern wurde im Bauausschuss der Gemeinde Bad Wiessee Kohlers Antrag zum Plantschen und Schwitzen vorgestellt und besprochen.

SPA-Bereich mit Panoramapool

“Der Bestand bleibt bestehen, es wird also nichts draufgesetzt oder erhöht”, erklärte Bauamtsleiter Anton Bammer den Antrag. In einer Einschätzung schreibt er dazu: “Das Dachgeschoss soll zu einem hotelinternen SPA-Bereich mit Dachterrasse und Panorama-Pool umgebaut werden.” Dazu braucht es einen Dacheinschnitt auf der südlichen Seite, also jene, die zur Kirche schaut. Hier sollen in einem Pool die jungen Gestressten plantschen, derweil der gute Wiesseer Katholik in Steinwurfweite um sein Seelenheil bittet.

Zum Osten hin wird ein Saunabereich installiert, der mit einem Berghof-großen Panoramafenster den schwitzenden Nackten einen Blick zum See garantiert. Florian Sareiter (CSU), immer um die richtige Optik bemüht, wies darauf hin, “dass man aber von außen nicht auf die Schwitzenden schauen könne”.

Insgesamt gefiel das Konzept fast jedem Ratsmitglied, nur Klaudia Martini von der SPD stimmte dagegen. Vergessen war der kleine Zwist um die Personalwohnungen. Bad Wiessee wird mit diesen Kohler-Ideen nach und nach den Charme des Urlaubs für Jedermann verlieren, sich dafür aber mehr und mehr einer deutlich reicheren Klientel zuwenden können.

Das passiert erst recht, wenn das Strüngmann-“Dorf im Dorf” Hotelkonzept auf dem Lederer-Areal dann auch einmal realisiert wird. Die Westbank wird posh mit Instagram und Influencern. Immobilienbesitzer- und Entwickler wird es freuen.


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