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Die aktuelle Lage im Landkreis Miesbach

Corona-Ausbruch in Behinderteneinrichtung unter Kontrolle

Von Maxi Hartberger

Ende April brach in Schliersee ist in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung das Corona-Virus aus. Mehrere Bewohner und Mitarbeiter wurden positiv getestet. So ist die aktuelle Lage vor Ort.

Die Zahl der aktiven Fälle sinkt auf 38 – Stand: 5.5.2020 / Quelle: Landratsamt Miesbach

Die Zahl der aktiven Fälle im Landkreis Miesbach sinkt weiter. Bisher wurden insgesamt 526 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet. 480 sind mittlerweile genesen. Somit sinkt die Zahl der aktiven Fälle auf derzeit 38. Die Zahl setzt sich wie folgt zusammen: 526 minus 480 minus 6 Verstobene aus dem Landkreis minus 2 Verstorbene von außerhalb des Landkreises = 38 aktive Fälle.

Derweil hat sich auch die kritische Situation in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Schliersee, in der Ende April bei fast allen Bewohnern und Mitarbeitern eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus festgestellt wurde, inzwischen stabilisiert: „Alle sind stabil, niemand muss beatmet werden“, erklärt Sophie Stadler, Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach.

Krankenhaus Agatharied und kbo-Klinik unterstützen Einrichtung

Alle Bewohner seien nach wie vor in ihrer gewohnten Umgebung, was für die schwer geistig behinderten Erwachsenen sehr wichtig ist. Zu Beginn des Ausbruchs überlegte der Krisenstab des Landkreises gemeinsam mit dem Krisenstab des BRK Kreisverbandes Miesbach und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied, ob eine Verlegung der Bewohner in die kbo für die Zeit der Quarantäne sinnvoll wäre. Doch Stadler stellt klar:

Es wurde aber gemeinsam beschlossen, dass die gewohnte Umgebung für die Bewohner gerade in dieser herausfordernden Situation, wenn sie sowieso mit Krankheitssymptomen und vielen neuen Gesichtern konfrontiert sind, besonders wichtig ist.

Damit die Bewohner in ihrer Einrichtung bleiben konnten, war eine gründliche Reinigung und Desinfektion des gesamten Gebäudes durch knapp 20 Ehrenamtliche des BRK Kreisverband Miesbach notwendig. Anschließend traten die Pflegekräfte der kbo Lech-Mangfall-Klinik Agatharied, die sich kurzfristig bereit erklärt hatten, ihren Dienst in der Einrichtung an. „Unterstützt werden sie von fachkundigen Helfern des BRK und des Pflegepools.“

Auch das Krankenhaus Agatharied unterstützt den Krisenstab bei der Entschärfung der Situation in der Einrichtung mit frischer Wäsche und täglichen Mahlzeiten. Der Fahrdienst des BRK fährt die Verpflegung nach Schliersee.

BRK, Gesundheitsamt und Versorgungsarzt Dr. Florian Meier beraten und unterstützen die Einrichtungsleitung bei der Umsetzung der Maßnahmen. Der Krisenstab habe die Koordination zwischen allen Beteiligten übernommen. „Die Zusammenarbeit zwischen allen eingesprungenen Organisationen funktioniert bisher glücklicherweise hervorragend, sodass die infizierten Bewohner derzeit in sehr guten Händen sind“, erklärt Stadler.

Bewohner werden vor Ort versorgt

Insgesamt haben sich in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Schliersee acht von zehn Bewohnern sowie fünf Mitarbeiter mit SARS-CoV-2 infiziert. Seit dem 29. April übernimmt die kbo-Lech-Mangfall-Klinik die pflegerische Betreuung der Bewohner. Die gründliche Reinigung und Desinfektion des Gebäudes durch Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes sei notwendig gewesen, um die erforderlichen hygienischen Grundbedingungen gewährleisten zu können und die Infektionskette zu unterbrechen.

Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der kbo-Lech-Mangfall Kliniken gGmbH, und Professor Dr. Michael Landgrebe, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied. / Quelle: kbo

„Zusätzlich wurde eine Schleuse geschaffen“ so der Chefarzt der kbo-Klinik, Professor Dr. Michael Landgrebe, „damit sichergestellt ist, dass die Mitarbeiter der kbo-Lech-Mangfall-Klinik vorschriftsmäßig ihre Schutzkleidung an- und ablegen können.“ Das kbo-Team stimmte die medizinischen Grundlagen für die weitere ambulante Betreuung mit dem leitenden Notarzt Dr. Meier und dem betreuenden Hausarzt Dr. Meister ab.

Eine entsprechende Dokumentation sei erforderlich, damit das kbo-Fachpersonal eine adäquate Versorgung der Heimbewohner gewährleisten kann. „Durch diese Maßnahmen konnte eine Verlegung der Bewohner in ein Krankenhaus verhindert werden. Die Bewohner sind in ihrer gewohnten Umgebung mit den hier festgelegten Maßnahmen bestens versorgt“, erklärt Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH, abschließend.


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