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Der Landkreis Miesbach hat den Schwellenwert (7-Tage-Inzidenz über 100) überschritten.

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Fakten rund um die aktuelle Lage

Corona: Ein wenig Zahlenwerk

Von Martin Calsow

Ab Montag gilt in ganz Deutschland ein Teil-Lockdown. Für viele bedeutet das wieder enorme Einschränkungen in ihrem Privat- und Berufsleben. Doch sind die aktuellen Corona-Fallzahlen wirklich so alarmierend wie es die Politik darstellt? Wir haben mal genauer hingesehen.

Die bestätigten Corona-Neuinfektionen im Landkreis Miesbach – Stand 28.10.2020, 16.00 Uhr.

Am 08.10.2020 meldete das Gesundheitsamt in Miesbach 30 aktive Fälle. Zur Erklärung: Die aktiven Fälle ergeben sich, wenn man alle bisher ermittelten Corona-Infektionen an einem Ort addiert. Hiervon werden Genesene sowie Verstorbene abgezogen. Gestern, am 28.10. 2020, wurden 175 aktive Fälle gemeldet. Ein Anstieg um 483 Prozent. (Quelle: Landratsamt Miesbach)

Ein Blick auf das gesamte Land

Gestern wurden intensivmedizinisch 1.569 Corona-infizierte Patienten in Deutschland behandelt. Zum vorigen Montag ist das ein Anstieg um 66 Prozent und seit dem 1. September ein Anstieg um 568 Prozent.

Wir haben deutschlandweit, Stand gestern, 7.546 freie Intensivplätze. Vor einer Woche waren es noch 8.478. In nicht einmal sechs Wochen sind diese Zahlen von 257 auf 1470 angestiegen. Geht dieser Trend so weiter, sind nach fünf Wochen die bundesweiten Kapazitäten erschöpft, an Heiligabend sind dann auch die Notfallreserven aufgebraucht. (Quelle: divi-Register – Das DIVI-Intensivregister ist eine Echtzeit-Datenerfassungs- und Analyseumgebung für Intensivbettenkapazitäten und aggregierte Fallzahlen für Deutschland.)

Zurück nach Bayern

Seit Montag starben in Bayern zwölf infizierte Personen in Zusammenhang mit dem Virus, sodass es im Freistaat inzwischen 2.756 Todesopfer gibt. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Bayern im Durchschnitt bei 96,06.

Am höchsten ist diese mit 112,40 (+ 407 Fälle) im Regierungsbezirk Schwaben. Die meisten Infektionszahlen hat jedoch Oberbayern mit 42.393 Fällen. (Quelle: Bayerisches Ministerium für Gesundheit/Bayerischer Rundfunk)

Je mobiler wir sind, desto stärker ist das Risiko

Die Auswertung der anonymisierten Handydaten hat in unserer Region und den Nachbar-Landkreisen eine extrem starke Mobilität an den sonnigen Ausflugstagen festgestellt. Gleichzeitig steigen die Corona-Fallzahlen. Einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Zahlengrößen ist herzustellen, wenn man bedenkt, dass das wichtigste Mittel der Pandemiebekämpfung die Herkunftsortung ist.

Je unklarer, je mobiler wir sind, desto stärker ist das Risiko für die Behörden, die Ausbrüche lokal einzugrenzen. Das wiederum kann zu dem Super-GAU der Pandemie führen, dem Kontrollverlust. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

So viel zu den Zahlen. Es gibt keinen Grund, in Panik oder Starre zu verfallen. Von uns erwachsenen Menschen kann man erwarten, dass wir aus den genannten Zahlen die richtigen Schlüsse ziehen. Für vier Wochen den Kopf einziehen, unseren Kindern ruhig und ohne Verzweiflung oder anders, mit Spott diese Situation erklären. Vorbild sein. “Querdenker”, Verschwörer und Alleswisser haben wir genug. Bleiben wir ruhig, heiter und gelassen, und vor allem: GESUND.


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