Wie geht man mit dem Virus um?
Corona zwingt Tal-Unternehmer zum Umdenken

von Simon Haslauer

Corona ist derzeit in aller Munde. Um die Ausbreitung zu verlangsamen, ordnet die Regierung allerlei Verhaltensregeln an. Auch die Chefs ortsansässiger Unternehmen müssen sich da Gedanken machen. Wie geht man in Büros, Tankstellen und Apotheken im Tegernseer Tal mit der neuen Situation um?

Ab jetzt im Home-Office. Marketing-Leiter Andreas Kolbinger schließt das Büro der Lokalen Stimme in der Mangfallstraße ab.

Homeoffice. Arbeiten, aber von daheim. Einige der größten Firmen Deutschlands schicken reihenweise ihre Mitarbeitenden nach Hause, wie BMW und ProSiebenSat1. So soll eine mögliche Ansteckung durch Arbeitskollegen verhindert und die Ausbreitung des Coronavirus eingeschränkt werden. Ein Corona-Fall in der eigenen Belegschaft? Aktuell der Albtraum vieler Unternehmer im Tal.

Auch bei der Lokalen Stimme GmbH, mit Sitz an der Mangfall in Gmund, macht man sich viele Gedanken über den Virus. Allen voran Geschäftsführer Peter Posztos. Das Büro, in dem die Redaktion der Tegernseer Stimme und die Mitarbeiter der Oberland-Jobs untergebracht sind, ist seit Freitag verwaist. Alle Mitarbeiter arbeiten von Zuhause. Der Betrieb läuft dabei normal weiter, weil sich das Unternehmen schon vor Jahren auf dezentrales Arbeiten eingestellt hat.

Posztos erklärt zur aktuellen Situation: “Wir haben uns entschieden, alle Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, um das Risiko einer Ansteckung unter den Kollegen zu minimieren. Bereits letzte Woche haben wir intern darüber diskutiert und entschieden, wenn es den ersten Fall im Landkreis gibt, schicken wir alle Mitarbeiter ins Homeoffice.” Diesen Schritt rechtfertigt Posztos mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Das Wichtigste ist es die Mitarbeiter zu schützen. Das versuchen wir mit der Maßnahme so weit es geht zu erfüllen.

Auch andere Unternehmen im Tal haben eigentlich die Möglichkeit, ihren Angestellten die Arbeit von Zuhause zu ermöglichen. In der Stadtverwaltung Tegernsee sei Homeoffice aber schwierig, erklärt Bürgermeister Johannes Hagn. “Homeoffice ist in der Gemeinde nicht möglich, da es keine Arbeiten gibt, die man mit nach Hause nehmen darf.” Die üblichen Maßnahmen, die das Gesundheitsamt empfiehlt, werden hier aber durchgeführt. “Mitarbeiter, die sich unwohl fühlen, sollen sich bei mir melden”, so Hagn.

Und wie sieht es am Wahlsonntag aus? Viele Menschen an einem Ort, die perfekte Brutkammer für Krankheiten. In Tegernsee ist man auch darauf vorbereitet. Man hat beschlossen, die Wahlkabinen regelmäßig zu desinfizieren. Wie oft durchgewischt werden soll? Das liegt, laut Hagn, in der Verantwortung des Wahlleiters vor Ort.

”Weit weg von einer Notsituation”

Bei der Tegernseer Tal Tourismus GmbH geht man Corona etwas entspannter an. Ines Wagner beschreibt die Vorsichtsmaßnahmen der TTT so: “Hygiene im Umgang mit Gästen ist nicht erst seit Corona eine Grundlage unserer täglichen Arbeit. Regelmäßiges Händewaschen, tägliche Büroreinigung sowie regelmäßiges Lüften sind Standard und unbedingt einzuhalten. Jede Tourist Information und auch die Zentrale sind seit jeher mit Desinfektionsmittel ausgestattet.”

Schreiner, Friseure, Servicekräfte – Sie alle haben keine Wahl. Hier kann man sich nicht einfach in die eigenen vier Wände zurückziehen. Wie reagieren beispielsweise Apotheken und Gasthäuser auf den Virus? Andreas Obermüller aus der Hof-Apotheke in Tegernsee erklärt:

Homeoffice ist bei uns auch gar nicht nötig. Unsere Mitarbeiter waschen sich oft die Hände und der Arbeitsbereich wird öfters desinfiziert. Und das nicht erst seit kurzem, das machen wir immer so.

Den Arbeitsalltag hat das Virus aber doch etwas verändert. “Wir haben sehr viele Anfragen bezüglich Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken. Wir können nur leider keine mehr anbieten – es werden keine nachgeliefert”, bedauert Obermüller.

Auch im Gmunder Gasthof Herzog Maximilian spürt man die Auswirkungen des Virus. Der Wirt, Alois Gartenleitner, erklärt: “Wir haben intern einige Maßnahmen getroffen. Die Mitarbeiter sollen verstärkt auf Hygiene achten und wir haben überall Desinfektionsmittel aufgestellt.” Außerdem verzeichne man auch einen deutlichen Besucherrückgang. Rund 30 bis 40 Prozent weniger Gäste habe er aktuell.

Das Wirtsehepaar Martina und Alois Gartenleitner haben aktuell weniger Gäste / Archivbild

Auch die örtlichen Tankstellen blitzen vor Sauberkeit. Dem Chef Homeoffice aufzuschwatzen, gestaltet sich hier natürlich eher schwierig. Im Gespräch erklärt ein Mitarbeiter der HEM-Tankstelle in Rottach-Egern: “Wir müssen jetzt im Bistro immer Gummi-Handschuhe tragen und viel mehr auf Desinfektion achten.”

Eine Maßnahme, die auch Obermüller begrüßt. Dabei erklärt der erfahrene Apotheker, dass aus seiner Sicht aktuell keinen Grund für zu viel Angst besteht.

Im Grunde sind wir weit weg von einer Notsituation, es gibt keinen Grund panisch zu werden.

Weitere Informationen zum Coronavirus und seine Auswirkungen auf das Tegernseer Tal finden Sie hier.

 


 

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