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Kahlschlag auf Rottacher Ufergrundstück

„Da liegt alles flach“

Ein Bauherr in der Werinherstraße machte bereits kurzen Prozess, obwohl noch keine Baugenehmigung erteilt wurde. Er ließ Dutzende von Bäumen fällen.

Der Bauherr ließ bereits viele Bäume auf dem Grundstück in der Werinherstraße fällen.

Im Rottacher Ortsplanungsausschuss vergangenen Mittwoch wurde Architekt Michael Huber aufgefordert, die maximale Bebauung in Seenähe zu reduzieren. Zwei Tage später, so berichten Anwohner der Werinherstraße der Tegernseer Stimme, sei bereits mit dem Kahlschlag des alten Baumbestandes auf etwa der Hälfte des 6.000 Quadratmeter großen Ufergrundstücks begonnen worden.

Meterdicke Stämme liegen nun kreuz und quer auf dem einstigen Grundstück des Krebsarztes Dr. Josef Issels. Die Villa des „Wunderheilers“ vom Tegernsee muss jetzt vier Häusern mit zwölf Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit Schwimmbad weichen. Verwundert über diese Fällaktion zeigte sich im Gemeinderat am Dienstagabend auch Dr. Klaus Fresenius (FWG):

An der zukünftigen Baustelle wurden alle Bäume rasiert. Da liegt alles flach. Ist dies mit der Baumschutzverordnung konform?

Diese Abholzung sei beantragt worden, erwiderte Bauamtsleiterin Christine Obermüller. „Wir haben auch eine Besichtigung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes vorgenommen. Die Bäume waren leider nicht haltbar“, so Obermüller. Denn durch die Bebauung mit der Tiefgarage hätte die Gefahr umstürzender Bäume bestanden. Deswegen sei dem Kahlschlag der teils kranken Bäumen zugestimmt worden. „Allerdings muss eine Neuanpflanzung wegen des Freiflächennutzungsplanes erfolgen“, stellte die Obermüller in Aussicht.

„Sinnhaftigkeit eines Bebauungsplanes“

Doch das Bauvorhaben der W2 Verwaltungs GmbH kommt am 15. März wiederholt in den Ortsplanungsausschuss. Dann will Gabriele Schulte-Jaskolla (FWG) auch über die Sinnhaftigkeit eines Bebauungsplanes diskutieren, da dieser und eine Veränderungssperre für die Werinherstraße während der Gemeinderatssitzung von der Tagesordnung genommen wurden.

Bürgermeister Christian Köck (CSU) begründete dies damit, dass der Bauwerber die vorgeschlagenen Veränderungen noch Ende vergangener Woche vorgenommen habe. „Damit konnten beim Grundwasser die ursprünglichen Bedenken ausgeräumt werden“, so Köck.

Das Bauvorhaben könnte in der kommenden Sitzung genehmigt werden.

Zum einen, weil bei den beiden Gebäuden, die dem See zugewandt sind, auf die vorgelagerte Unterkellerung jenseits der Baulinie verzichtet würde. Und zum anderen seien die Tiefgaragenplätze von ursprünglich 42 auf 34 reduziert worden. „Das heißt, der Bauwerber hat sich bewegt und ist auf unsere Forderungen eingegangen. So, dass wir diese beiden Punkte von der Tagesordnung nehmen können“, sagte Köck.

Nächste Sitzung entscheidend

Auch mit den Nachbarn sei Kontakt aufgenommen worden, die ihr Einverständnis erklärt hätten. „Damit könnte das Bauvorhaben, das wir letzte Woche im Ausschuss noch abgelehnt haben, bei der nächsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses am 15. März mit den eingearbeiteten Korrekturen genehmigt werden“, stellte Köck in Aussicht.

Verwundert zeigte er sich, dass jetzt wieder die Diskussion über den Bebauungsplan „aufbricht“, da in der vorausgegangenen Fraktionssprecher-Sitzung bereits „lang und breit“ darüber diskutiert worden sei. Natürlich müssten die Zuwegungen anders regelt werden. „Das heißt, dass die Straßen auf sechs Meter verbreitert werden müssen. Dies eröffnet natürlich anderen Vorhaben mit einer gewissen Größenordnung durch die breitere Erschließung Tür und Tor, die uns möglicherweise nicht schmecken werden“, beklagte Köck.

Dieses Vorhaben habe man noch auf ein „erträgliches Maß“ reduzieren können. „Der Bebauungsplan ist nicht immer ein Allheilmittel. Er kann auch Folgen haben, die wir so nicht wollen“. Vorsorglich hat der Bauwerber mit der Fällaktion in der Werinherstraße aber schon einmal Fakten geschaffen.


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