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Einziger Kandidat zur Kreuther Bürgermeisterwahl

Bierschneider will es nochmal wissen

Ob Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider bei der nächsten Kommunalwahl als Landratskandidat antritt, lässt der CSU-Mann derzeit noch offen. Wichtig sei für den 44-Jährigen zunächst die „Herausforderung“ als Bürgermeister. Dabei stellt er im Gespräch mit der TS klar, was sein vorrangiges Ziel für die kommenden Jahre ist.

Josef Bierschneider vor dem Rathaus in Kreuth.
Josef Bierschneider vor dem Rathaus in Kreuth.

Tegernseer Stimme: Sie haben für die Bürgermeisterwahl in knapp zwei Wochen keinen Gegenkandidaten. Im Grunde kann man Ihnen schon zur 4. Amtszeit gratulieren. Wird das Regieren nach 18 Jahren als Bürgermeister nicht langsam langweilig?

Josef Bierschneider: Die Arbeit als Bürgermeister ist mir noch nie langweilig geworden und macht mir unheimlich viel Spaß. Ich habe noch keinen einzigen Tag bereut, dass ich dieses Amt vor 18 Jahren angenommen habe. Denn es ist täglich wieder eine neue Herausforderung, man wird immer wieder vor neue Situationen gestellt.

Das einzig spannende an der Wahl ist wohl, wie hoch das Vertrauen ist, das Ihnen Ihre Kreuther Bürger schenken?

Bierschneider: Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung einigermaßen gut sein wird. Wenngleich wir diesmal einen Sonderfall haben, da die letzten beiden Wahlen mit einem Volksentscheid und der Europawahl verbunden waren. Dies hatte die Wahlbeteiligung entsprechend erhöht. Ich hoffe aber, dass die Bürger Kreuths zur Wahl gehen.

Die einzige Wahlkampfveranstaltung findet Anfang nächster Woche statt. Mit welchen Themen wollen Sie da punkten, beziehungsweise Ihr Ergebnis verbessern?

Bierschneider: Die Wahlkampfveranstaltung ist bewusst nicht unter ein Thema gestellt. Mir wäre es recht, wenn wir dort in einen Dialog treten und die Bürger Fragen stellen würden, auf die ich dann eingehen kann. Den Bürger beschäftigen Themen wie beispielsweise der Verkehr. Hier haben wir vor kurzem die Tegernsee-Card in die Schifffahrt mit einbinden können, um den verkehr von der Straße wegzuholen. Ein anderes Thema ist das Angebot vor Ort mit Geschäften und Dienstleistern. Dazu gab es erst vor ein paar Monaten eine Zukunftswerkstatt mit den Gewerbetreibenden in Kreuth, bei der ihre Anliegen diskutiert wurden.

Und was ist Ihrer Meinung nach noch wichtig für die Kreuther?

Bierschneider: Der soziale Wohnungsbau beschäftigt die Bürger sehr. Wir als Gemeinde sind da dran. Deshalb sind wir an der May-Klinik interessiert. Diese würden wir gerne erwerben, um dort Flächen für kleine Gewerbebetriebe ausweisen zu können. Zum anderen wollen wir dort sozialen Wohnungsbau verwirklichen. Entweder ein Einheimischen-Programm, bei dem selber gebaut werden kann oder einen Geschoß-Wohnungsbau, wo zu vernünftigen Preisen Mietwohnungen entstehen könnten. Wir können den Wohnraum nur günstig zur Verfügung stellen, wenn wir Grundstücke zu vernünftigen Preisen bekommen.

Wie steht es um die May-Klinik, ein wunder Punkt?

Bierschneider: Es geht leider nichts vorwärts. Wir haben dem Eigentümer schon mehrfach Angebote unterbreitet, aber wir haben noch keine definitive Aussage von ihm. Wir konzentrieren uns aber nicht nur darauf. Wir schauen auch an anderer Stelle, dass wir das Ziel von mehr Gewerbeflächen und Wohnraum erreichen.

Kreuth ist knapp bei Kasse. Wo wollen oder müssen sie Prioritäten setzen?

Bierschneider: Die letzten beiden Jahre wurden wieder einfacher. Wir hatten in den Jahren 2013 und 2014 noch eine richtige Durststrecke. Die haben wir überwunden. Wir müssen uns immer danach richten, was machbar ist. In den letzten Jahren wurde viel in die Kinderbetreuung investiert. Das war eine richtige Entscheidung, da wir bei den Zahlen der Geburten einen positiven Trend haben. Da der Tourismus für uns die Lebensader ist, müssen wir auch hier am Ball bleiben. Da müssen wir immer dranbleiben und neue Attraktionen schaffen bzw. das Vorhandene verbessern. Nichts zu machen, wäre schlecht. Energetisch nachgebessert haben wir auch bei den gemeindlichen Gebäuden. Dies sind zwar viele kleine Schritte, in der Summe aber ist es die richtige Richtung.

Ihre Feuerwehrhäuser sind nicht mehr auf dem neuesten Stand. Müssen Sie nachrüsten? Jüngst sprachen sie davon, dass dies Kraftakte seien.

Bierschneider: Auch da sind wir dran. In Glashütte ist heuer am Feuerwehrhaus ein Anbau geplant, um die räumliche Enge zu beseitigen. Um dieses Manko geht es auch im Feuerwehrhaus in Kreuth selbst. Hier kommen die Spinde an einen anderen Platz. Des weiteren sind neue und höhere Tore geplant.

Eine andere Baustelle ist die ehemalige Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth. Welches Mitspracherecht hat die Gemeinde an dem Hotel-Konzept der Herzogin, das nun statt eines Tagungs- ein Gesundheitshotel vorsieht?

Bierschneider: Mit der Herzogin und dem Interessenten ist vereinbart, dass das Konzept und der Interessent vorher nicht bekannt gegeben werden. Wir sind in die Gespräche der Herzogin mit eingebunden. Wenn es derjenige wird, der jetzt im Gespräch ist, dann wird es sicher eine gute Lösung. Ich habe aber keine Information, dass schon etwas vertraglich vereinbart wäre.

Als Kreidl-Nachfolger haben Sie vor zwei Jahren noch gekniffen. Werden Sie als CSU-Fraktionssprecher im Kreistag in dreieinhalb Jahren gegen den Grünen Landrat Wolfgang Rzehak antreten?

Bierschneider: Dies steht heute überhaupt nicht zur Debatte. Hier werde ich mich nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Für mich ist jetzt die Bürgermeisterwahl entscheidend. Alles andere ist jetzt kein Thema.

Aber die Frage nach einem Gegenkandidaten ist doch naheliegend, nachdem Rzehak schon seinen Hut in den Ring geworfen hat?

Bierschneider: Die Entscheidung zu einem Gegenkandidaten wird zur entsprechenden Zeit fallen. Die CSU ist im Landkreis mit zehn Bürgermeistern sehr gut aufgestellt. Wer dann in den Ring geht, ist aber heute noch kein Thema.

Ist schon bekannt, wer nach dem verstorbenen Vize-Bürgermeister Rohnbogner dessen Nachfolger wird und wer auf der CSU-Liste in den Gemeinderat kommt.

Bierschneider: Nachrücker im Gemeinderat ist Christian Bock. Dies wird am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung festgestellt. In der Oktober-Sitzung wird er dann vereidigt. Zum gleichen Termin wird dann die Wahl des Zweiten Bürgermeisters erfolgen. Darüber gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine personellen Festlegungen. Dies entscheidet allein der Gemeinderat.

Herr Bierschneider, vielen Dank für das Gespräch!


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