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Naturkäserei erstmals in der Gewinnzone

„Das Blatt wendet sich“

Nach fünf Jahren im Minus kommen nun erfreuliche Nachrichten von der Naturkäserei Tegernseer Land: Sie erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 320.000 Euro. Im vergangenen Jahr schrieb man am Reißenbichlweg noch rote Zahlen. Entsprechend gelöst war die Atmosphäre gestern Abend im Rottacher Seeforum.

Auf der gestirgen Jahreshauptsversammöung der Naturkäserei hatten die Verantwortlichen positives zu berichten
Bei der gestrigen Jahreshauptversammlung der Naturkäserei hatten die Verantwortlichen Positives zu berichten.

Schon vor Beginn der gut besuchten Veranstaltung konnte man den Gesichtern von Vorstand und Aufsichtsrat ansehen, dass es an diesem Abend nun seit 2010 erstmals Erfreuliches für die Mitglieder zu berichten gab. Viele lächelten verschmitzt, vor allem Hans Leo.

Der Vorstandsvorsitzende zog in jeder Hinsicht eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2014. Nach anfänglich entbehrungsreichen Jahren entwickle die Käserei sich nun gut. „Jetzt wendet sich das Blatt“, verkündete Leo stolz.

Leo, Herr der Zahlen

Sein Lieblingsthema sei der Gesamtumsatz und „der ist um 16 Prozent gestiegen, von 3,6 auf 4,2 Millionen Euro“. Die deutlichste Steigerung verzeichneten die Wochenmärkte, auf denen die Naturkäserei beim Direktverbraucher wahrgenommen werde. Hier gebe es 25 Prozent mehr Umsatz. „Im letzten Jahr hatten wir noch ein Minus von 134.000 Euro“, so Leo, „nun haben wir ein Plus von über 320.000 Euro – also erstmals schwarze Zahlen.“

Zahlen, die die über 1.400 Mitglieder gerne hören werden. Die Käserei entwickle sich stetig positiv weiter, die gezeigte Grafik weise nur nach oben. Dies sei umso erstaunlicher, da das Umsatzplus mit einer verhältnismäßig geringen Steigerung der Milchanlieferung erreicht wurde. Dies zeige, dass man bei den Betriebsabläufen auf dem richtigen Weg sei. „Es geht nicht um Menge, sondern es geht ausschließlich um Qualität“, betonte Käserei-Chef Leo, „einen Tag zurücklehnen geht nicht, das ist tödlich.“

Prompt saßen manche am Vorstandstisch aufrecht, allen voran Aufsichtsrat Josef Bogner. Inzwischen komme die erforderliche Heumilch von 22 Landwirten mit ihren 397 Milchkühen. Langweilig sei es den 54 Mitarbeitern auch nicht geworden, immerhin hätten 82.435 Kunden den Laden besucht.

Heumilch ist nicht beliebig vermehrbar

Wichtig war Leo auch eine Vorausschau. Es gehe um Markenbewusstsein und Qualitätssteigerung. Beides müsse weiterentwickelt werden. Ab Herbst wolle er auch eine Qualitätsoffensive starten. „Wir wollen Werte produzieren und die Wertschöpfung in der Gemeinde halten und Arbeitsplätze schaffen.“ So seine Botschaft.

Erstmals bekamen die Mitglieder auch den neuen Geschäftsführer zu Gesicht: Johann Hansinger. Man sei froh, dass man ihn nicht mit roten Zahlen belasten müsse, denn man sei schon in der Gewinnzone gewesen, als Hansinger im Herbst kam. „Mir ist für die Zukunft nicht bange“, sagte Hansinger, „ich bin mir sicher, dass wir uns positiv weiterentwickeln.“ Die Heumilch sei ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht beliebig vermehrbar sei.

Rzehak gerät ins Schwärmen

Ins Schwelgen kam Wolfgang Rzehak. „Es ist Wahnsinn, was ihr geschafft habt“, sagte er nicht als Landrat, „denn ich bin nur als einfaches Mitglied da.“ Er erwarte nicht, dass er die große Dividende bekomme, „genauso wie ihr im Saal sie nicht erwartet“. Gelächter.

Denn damit traf Rzehak einen wunden Punkt, die ausbleibende Rendite des einbezahlten Genossenschaftsbeitrags. Die Dividende müsse man bei der Naturkäserei anders sehen, sie sei die Landschaft, die bäuerlichen Betriebe, die den Tourismus stärkten. Dies sei für ihn der Gewinn, den die Naturkäserei darstelle. Rzehak: „Was habe ich von den paar Prozentpunkten auf dem Konto, wenn die Heimat nicht mehr da ist.“


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