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Weihnachtsumfrage im Tegernseer Tal

Wenn das Christkind aus dem Nähkästchen plaudert

Von Nadja Weber

Wir haben uns gefragt: Wie wird Weihnachten im Tal gefeiert? Auf dem Tegernseer Schlossmarkt und an anderen Orten haben wir uns daraufhin umgehört und lassen Einheimische aus der Region zu Wort kommen. Bei unserer Weihnachtsumfrage geht es heute um das Thema: „Wie feiern Sie den Heiligen Abend?“

Am Lagerfeuer in gemütlicher Atmosphäre haben wir interessante Geschichten erfahren
Am Lagerfeuer in gemütlicher Atmosphäre haben wir interessante Geschichten erfahren.

Die Nacht des 24. Dezembers ist für Viele der Höhepunkt der Weihnachtszeit. Damit an diesem Abend alles planmäßig abläuft, kann die Vorbereitungszeit schon mal stressig und nervenaufreibend sein. Wir wollten wissen, wie der Heilige Abend hier im Tal gefeiert wird. Welche Werte sind den Menschen heutzutage an Weihnachten noch wichtig?

Die Mehrheit der befragten Talbewohner feiert das Weihnachtsfest klassisch und traditionell. Ein Großvater aus Tegernsee erzählt:

Meine Frau und ich verbringen Heiligabend immer im engsten Familienkreis mit Enkel, Tochter und Schwiegersohn. Alle kommen bei uns zusammen, gehen in den Kindergottesdienst und anschließend gibt’s dann den Weihnachtskaffee. Der Kleine will natürlich als Erster seine Geschenke auspacken.

Oftmals sind auch die Verwandten eingeladen, manchmal sogar Freunde oder Nachbarn. Wann der Christbaum geschmückt wird, ist unterschiedlich. Viele stellen ihn schon am Vorabend ins Wohnzimmer, um am 24. Dezember mehr Zeit für die Familie zu haben.

Christmette ist Pflicht

Ein wichtiger Bestandteil des Abends, so erzählen es die meisten Befragten, ist der Gottesdienst. Wer keine kleinen Kinder mehr hat, geht in die nächtliche Christmette. Eine Besucherin des Tegernseer Schlossmarkts erzählt, worauf es ihr an Weihnachten ankommt:

Bei mir steht der Gottesdienst an erster Stelle. Wir werden daran erinnert, warum wir eigentlich Weihnachten feiern – wegen der Geburt des Jesuskindes.

Die Bescherung darf am Heiligen Abend natürlich nicht fehlen und findet in der Regel am Nachmittag vor dem Essen oder abends direkt nach dem Essen statt. Doch auch da gibt es Ausnahmen. Eine Frau, die ursprünglich aus Gmund stammt, erzählt: „Wir feiern Weihnachten hauptsächlich am 25. Dezember. Ich und meine Geschwister besuchen unsere Eltern hier im Tal, deshalb ist der Heilige Abend bei uns meist ein stressiger Anreisetag. Am 1. Feiertag ist dann jeder entspannt und wir packen die Geschenke aus und kochen alle gemeinsam.“

Nicht für jeden ist Weihnachten ein besinnliches Fest

Die Mitarbeiter von Hotels und Restaurants im Tal können an den Weihnachtstagen dagegen nicht entspannen. Viele Reservierungen und festliche Weihnachtsessen sorgen oft für zusätzlichen Stress. Ein Mitarbeiter des „Westerhof Stadl“ auf dem Tegernseer Weihnachtsmarkt beschreibt seinen Heiligen Abend so:

Besinnlich ist Weihnachten nicht gerade. Der Heilige Abend geht oft an mir vorbei. Geschenke gibt es aber trotzdem, die werden dann nebenbei ausgepackt.

Weihnachten einmal anders – ein besonderes Weihnachtsfest verbringt dieses Jahr eine junge Frau aus Tegernsee: „Ich fliege zu meiner Familie nach Australien!“ Anstatt bei kalten Temperaturen werden dort die Geschenke in T-Shirt und kurzer Hose ausgepackt. Zu Essen gebe es in Australien meist Hummer und andere Fischgerichte, weil die Temperaturen für ein deftiges Essen einfach zu heiß seien, erklärt sie weiter.

Unser Fazit: Die eigene Familie ist bei fast allen Befragten das Wichtigste an den Weihnachtsfeiertagen. Ruhe und Erholung stehen an zweiter Stelle. Auch auf den traditionellen Kirchgang und ein gutes Essen legen viele Talbewohner wert.

Welches Gericht an den Weihnachtstagen auf den Tisch kommt und welches Gericht am beliebtesten ist, berichten wir morgen.


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