Tegernsee-Bahn-Chef fassungslos über Gerüchte

„Das ist substanzlos“

Von Nicole Kleim

Verschwindet der Bahnhof in Gmund? Wird er in Zukunft in Finsterwald enden? Fragen, die Bürgermeisterbewerber Peter Horst der Gemeinde gestellt hatte (wir berichteten). Jetzt bezieht Tegernsee-Bahn-Chef Heino Seeger Stellung.

Gerüchten zufolge soll der Gmunder Bahnhof verschwinden. „Völliger Quatsch“, sagt Tegernsee-Bahn-Chef Heino Seeger. / Archivbild

Eine geplante Fußgängerbrücke vom Bahnhofs- zum Volkfestplatz verheiße Stilllegung des Gmunder Bahnhofs, ließ Peter Horst vor ein paar Tagen in einer Pressemitteilung verlauten (wir berichteten). Erst vor wenigen Wochen gab der Gmunder bekannt, als Bürgermeisterkandidat mit in den Ring treten zu wollen. Bis Mitte Januar muss der parteilose Anwalt 120 Stimmen zusammenbringen.

Sein Thema: Der Gmunder Bahnhof. Die Gemeinde forderte er jetzt auf, die „bisher streng geheimen Planungen“ offenzulegen. Seit 2012 werde hinter verschlossenen Türen über das Bahnhofsareal und ein dortiges Hotel verhandelt, so Horst. Die Bevölkerung habe ein Recht darauf zu erfahren, was in Zukunft geplant ist, beziehungsweise welche Überlegungen es bisher in diese Richtung gab.

Deshalb müssen alle Planungen und Interessen jetzt auf den Tisch.

2015 sei die Rede davon gewesen, so Horst, den Pendlerparkplatz nach Finsterwald zu verlegen. Entsteht dort etwa der neue Bahnhof? Diese Frage wollte der Gmunder Anwalt von der Gemeinde beantwortet wissen. Ein Bahnhof und ein Hotel schließen sich außerdem aus, ist Horst überzeugt.

Die Forderung einer Fußgängerbrücke vom Bahnhof zum Volksfestplatz sei ein Indiz für eine Stilllegung des Bahnhofs. Auch die Tatsache, dass der Busverkehr zwischen Gmund und Tegernsee ausgebaut worden sei, spreche für eine Stilllegungsabsicht.

Glaube man den Gerüchten, sei in Finsterwald ein Endbahnhof geplant. Florian Ruml, Geschäftsleiter der Gemeinde Gmund, konnte auf Anfrage der Tegernseer Stimme keine Stellungnahme dazu abgeben: “Das Schreiben wurde an den Bürgermeister gerichtet und der befindet sich derzeit noch im Urlaub.”

Gerüchte an den Haaren herbeigezogen

Ein kritischer TS-Leser merkte jedoch an, dass es keinen Sinn machen würde, ein „Bahnhofsgebäude abzureißen, das unter Denkmalschutz“ stehe und erst vor kurzem für die Tourist-Information hergerichtet und saniert worden sei. Außerdem hätte „das Hotel südlich der Bahngleise im eigentlichen Landschaftsschutzgebiet mit kartographiertem Biotop gebaut werden sollen. Nicht statt des Bahnhofs“.

„Wenn in den vergangenen Jahren die Gleisanlagen zwischen Schaftlach und Tegernsee zu großen Teilen erneuert wurden, spricht das etwa für eine geplante Stilllegung der Tegernsee-Bahn? Oder wenn die Taktplanung auf halbe Stunden umgestellt wird?“ Auf die Frage, was an den Gerüchten zur Bahnhofstillegung in Gmund dran sei, antwortet Heino Seeger, Chef der Tegernsee-Bahn, kurz und knapp:

Da kann ich doch nur sagen: Das ist völliger Unsinn und an den Haaren herbeigezogen. Über so etwas unterhalte ich mich nicht länger als eine Minute. Das ist substanzlos.

Anmerk. der Red.: Auch die Gesellschafter der Tegernsee Bahn-Betriebsgesellschaft GmbH erklären vier Tage später per Pressemitteilung übereinstimmend, dass die Gerüchte und Meldungen über eine angebliche Schließung der Bahnstrecke zwischen Gmund und Tegernsee falsch und gegenstandslos sind. Dies sei zu keinem Zeitpunkt diskutiert worden. Die Bahnverbindung bis nach Tegernsee sei im Rahmen des ÖPNV-Gesamtkonzeptes unverzichtbar, so die Gesellschafter.


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