Wie 120 Holzkirchner Schüler die digitalen Helfer nutzen
Das Modell der Zukunft: die iPad-Schule

von Mirja Tsioumanis

Das Zeitalter der digitalen Medien ist längst da. Dass daran kein Weg mehr vorbei führt, wissen auch die Schulen und haben in Sachen Technik nachgerüstet. Die Holzkirchner Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer geht noch einen Schritt weiter: Seit letztem Sommer ist dort der Gebrauch des iPads fester Bestandteil des Unterrichts.

So macht Schule Spaß: Das iPad ist aus dem Unterricht der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer nicht mehr wegzudenken.
Das iPad ist aus dem Unterricht der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer nicht mehr wegzudenken.

Ein Teenie ohne Smartphone oder Tablet-PC? Schwer vorstellbar. Insbesondere Heranwachsende sind meist besser vernetzt als die älteren Generationen. Darüber den Kopf zu schütteln, mache allerdings wenig Sinn, sagt Kathrin Schilbach, Schulleiterin der Privaten Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer in Holzkirchen. Denn Schüler, die im Umgang mit den digitalen Helfern versiert genug sind, bereiten sich optimal auf ihre Zukunft vor. Davon ist Schilbach überzeugt.

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2014 wurde auf der Wirtschaftsschule die erste iPad-Klasse gegründet. Das bedeutet, dass alle Schüler über ein eigenes iPad verfügen, das zu privaten und schulischen Zwecken genutzt wird. „Unsere Informationsveranstaltung zu dem Thema wurde von Schüler- und Elternschaft so positiv aufgenommen, dass sich mit Beginn des neuen Schuljahres weitere Klassen angeschlossen haben“, blickt die Schulleiterin zurück.

Frontalunterricht war einmal

120 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen sieben bis zehn arbeiten gegenwärtig an der Wirtschaftsschule mit dem iPpad im Unterricht. Sieben von insgesamt elf Klassen – Das ist eine Zahl, die die Rektorin sichtlich stolz macht:

Man kann sagen, dass wir uns von der iPad-Klasse zur iPad-Schule hin entwickelt haben.

Frontalunterricht, das war einmal. Heute lautet das didaktische Schulkonzept handlungsorientierter Unterricht. Darunter versteht man einen schüleraktiven Unterricht unter Einbeziehung neuer Medien. Darüber hinaus soll bei dieser Methode nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch „soft skills“ wie Teamfähigkeit und andere soziale Kompetenzen trainiert werden.

“Abwechslung macht Freude”

„Die iPads fördern diese Art von Unterricht ungemein“, erklärt Kathrin Schilbach. „Aktuell sind sie fester Bestandteil eines fächerübergreifenden Projekts zum Thema Werbung.“ So werde der Unterricht auf der einen Seite professioneller, weil er an reale Arbeits-/Berufsbedingungen anknüpfe. „Zum anderen macht gerade diese Abwechslung auch den Schülern Freude“, so Schilbach weiter.

Keine Sorge muss man haben, dass an der Schule Heft und Stift ausgedient haben. „Das nutzen wir alles noch. Auch Tafel und Schulbücher sind weiterhin bei uns vorhanden“, sagt Schilbach. Hausaufgaben würden ebenfalls ganz analog in schriftlicher Form erledigt. „Ein Schüler hat immer die Aufgabe, sie doppelt zu machen, zusätzlich in digitaler Form. Das ist dann unsere Musterlösung, die am nächsten Tag über den Beamer präsentiert wird“, erklärt die Rektorin.

Gymnasium steckt noch in den Planungen

Während die Private Wirtschaftsschule sicherlich der Spitzenreiter unter den Schulen im Einsatz neuer Medien ist, sind andere Bildungseinrichtungen noch nicht so weit. Das Gymnasium Holzkirchen sei zwar laut Schulleiter Axel Kisters „von der Technik her so ausgestattet, dass der Medieneinsatz ausgebaut werden könnte.“

Derzeit befinde man sich allerdings noch in den Planungen, wie und welche Medien den Unterricht in Zukunft bereichern könnten. „Die fachlichen Kompetenzen auf Seiten der Lehrerschaft sind bereits vorhanden“, sagt Kisters. Er kann sich ebenfalls vorstellen, dass das Gymnasium künftig mit iPads arbeiten wird. „Genauso denkbar wäre es aber auch, dass Smartphones oder Laptops zum Einsatz kommen.“

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Verstecken muss sich das Gymnasium mit seiner Ausstattung jedenfalls nicht. Im Zuge der Neueröffnung vor zwei Jahre wurden die Räume mit neuester Technik ausgestattet. „Jedes Klassenzimmer verfügt über ein Tablet mit WLAN-Zugang sowie ein Whiteboard mit Beamer.“

Einig sind sich Axel Kisters und Kathrin Schilbach darin, was das Ziel von Medien im Unterricht ist: „Die Digitalisierung gehört zum Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen dazu. Als Lehrer wollen wir ihnen einen Weg aufweisen, wie sie Technik sinnvoll einsetzen können.“

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