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Ein Kommentar zum Unfall in der Reithamer Kurve

Den Lebenden eine Mahnung

Von Peter Posztos

Wieder ein Unfall. Wieder die Reithamer Kurve. Viele sind betroffen. Viele haben Lösungsvorschläge. Doch das eigentliche Problem wird nicht angegangen.

Unser Kommentator findet, so kann es nicht weitergehen. Es geht um Menschenleben.

Die B318 gilt schon lange als Unfallschwerpunkt / Quelle: Thomas Gaulke
Die B318 gilt schon lange als Unfallschwerpunkt / Quelle: Thomas Gaulke

Ein Kommentar von Peter Posztos
Blumengestecke und Grableuchten – mehr bleibt nicht. Eine 22jährige stirbt. Am Morgen war sie in der Reithamer Kurve auf die Gegenfahrbahn gekommen. Ein Kieslaster hat den Kleinwagen aufgeschlitzt.

Wenig später verstarb die junge Frau in der Klinik. Wieder war es die B 318, wieder die berüchtigte Reithamer Kurve. Und natürlich werden wieder Stimmen laut, die Begrenzungen und andere Maßnahmen fordern. Mag helfen, ist aber nicht der Kern des Problems. Es bleibt dabei: Die Bundesstraße 318 ist das Nadelöhr in und aus dem Tegernseer Tal.

Das Problem ist bekannt

Mehr als 20 000 Autos, jeden Tag – mindestens. Der Berufsverkehr ist höllisch, geht an die Nerven, Anwohner – fragen sie mal die Menschen am Gmunder Gasteig oder in Warngau – aber eben auch Pendler sind diesem Lindwurm jeden Tag ausgesetzt.

Ein üble Mischung: Riskante Überholmanöver jeden Tag. Ortsfremde und Wochenendfahrer, die vor sich hinzuckeln, dazwischen Trecker und LKW, die Staus umfahren. Selten ist abzuschätzen, wie lange man zur ersehnten Autobahn oder in das Tal benötigt. Und der Verkehr nimmt zu.

Es hat also weniger mit Maßnahmen zu tun. Es sei denn, man möchte den Mahlstrom der Autos auf Schritttempo abbremsen. Dann stirbt keiner, alles staut, aber viele Ortskundige weichen auf kleine, enge Nebenstrecken aus. Das Problem ist bekannt. Jeder hat Ideen, ob Umgehungsstraßen oder kurze zweispurige Überholmöglichkeiten. Am Ende bleibt die Menge an Verkehr bestehen. Warum?

Pendler ohne Alternative

Jahrzehnte sind ins Land gegangen, ohne das sich Verantwortliche in der Politik, und hier sind vor allem der ehemalige CSU-Landrat und die Politiker der Talgemeinden zu nennen, für eine moderne Verkehrspolitik stark gemacht hätten. Nie wurde eine Verlagerung des Individualverkehrs auf Bahn oder Bus ernsthaft angepeilt. Die BOB ist ein Desaster. Für Pendler ist sie, ob ihrer Verspätungen und Pannen, keine verlässliche Alternative.

Die Buslinien verkürzen gerade ihre Frequenz, nach Jahren der stiefmütterlichen Behandlung. Weniger Verkehr heißt aber weniger Stau, weniger Unfälle, weniger Verletzte und in letzter Konsequenz: weniger Tote!

Es geht um Menschenleben

Doch diese Kollateralschäden werden in Kauf genommen, getreu dem alten Motto: „Freie Fahrt für freie Bürger.“ Was fehlt, wäre jetzt noch eine Mautdebatte für das Tal. Also Politiker auf Gemeinde, Kreis und Landesebene: Statt Schilder, Blitzer oder Straßenausbau – lenkt den Verkehr sinnvoll und modern: Keiner muss allein nach München fahren.

So ein Auto verträgt auch Mitfahrer. “Uber” lässt grüßen. Greift euch die BOB, die DB und die TEG, zwingt sie zu einem professionellen Umbau in kurzer Zeit. Es mag pathetisch klingen: Aber es geht auch um Menschenleben. Die Grableuchten in der Reithamer Kurve sollten uns daran erinnern.


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