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Kommentar zu Wiesseer Hotelplänen von SME

Den Worten Taten folgen lassen

Der Schweizer Investor beklagt, dass ihm nicht genügend Vorschusslorbeeren von kritischen Geistern in Bad Wiessee entgegengebracht werden. Zu Unrecht, findet TS-Kommentator Klaus Wiendl.

In ihren Händen liegt die Zukunft Wiessees: Florian Kamelger (SME Sports Medicine Exellence Group), Architekt Matteo Thun und Peter Höß / Archivbild

Ein Kommentar von Klaus Wiendl:

Mit dieser geballten Präsentation zum neuen Aktivitätshotel konnte Florian Kamelger – mit einer Ausnahme – den Gemeinderat auf seine Seite bringen. Es war in jeder Hinsicht ein überzeugendes Konzept, das der Chef von Sports Medicine Excellence im Wiesseer Ratssaal entwarf. Zweimal bemühte er die Floskel, dass er den Worten Taten folgen lasse.

Womöglich gebrauchte er diese Formulierung, um auch die letzten Skeptiker von seiner Integrität zu überzeugen, denn davon war man in den letzten Monaten nicht immer überzeugt. Zu viele Baustellen seiner Marke „Sportsclinic“ taten sich auf, die nicht vollendet wurden. Weder in seiner Appenzeller Heimat noch in Davos kann SME bislang einen eigenen Klinikbau vorweisen, auch nicht in Deutschland, Österreich oder Italien, wie auf der Homepage von SME immer noch suggeriert wird.

Millionenschwer und schwammig, der Weg

Die „Sportsclinic“ sei eine der ersten Adressen für höchste medizinische Qualität. Doch bohrt man nach, wird es schwammig. Das einzig Vorzeigbare von Kamelger ist derzeit ein millionenschweres Aston-Martin-Autohaus in Davos. Nicht gerade eine Referenz für ein Aktivitätshotel. So will Kamelger künftig sein Projekt genannt wissen.

Klingt wie: weg von der Klinik, hin zum Wellnesshotel. Dies steht wohl künftig im Vordergrund, weniger die ambulanten Operationen, die auch geplant sind. Auffallend war auch, dass sich die Gemeinderäte mehr für das Äußere des von Matteo Thun gestalteten Gebäudekomplexes interessierten, niemand aber nach den Kosten für SME fragte. So kann die Gemeinde nur den Worten des Investors vertrauen, dass er genügend Kohle im Kreuz hat.

Zum Schwur könnte es bald kommen, wenn der Kaufpreis von sieben Millionen für das Areal fällig wird. Als Frist wurden immer die genehmigten Baupläne genannt. Das war am Dienstagabend. Aber wann der Geldsegen, den Wiessee dringend benötigt, wirklich eintrifft, wusste Rathauschef Peter Höß nicht so genau. So bleibt auch ihm nur das Gottvertrauen, dass Kamelger seinen Worten Taten folgen lässt. Entsprechend deutlich hat er sich am Dienstagabend positioniert.


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