Den Zeiselbach bändigen

Ein Wildholzrechen soll Gröbstes verhindern. Die Bauarbeiten oberhalb des Sportplatzes haben begonnen und sollen erst Ende Mai abgeschlossen sein. Für Wanderer bedeutet das einen kleinen Umweg.

Hier Vorarbeiten für die Stahlbetonsperre

Immer wieder sorgte der Zeiselbach im Ortskern für Überschwemmungen, zuletzt im Juni 2014. Treibholz hatte sich nach starken Gewitterregen verkeilt und das Wasser trat über die Ufer. Dies soll nun nicht mehr vorkommen. Seit Anfang Februar versucht das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim das Hochwasserrisiko zu verringern. Seitdem fließt nur noch eine schmutzig braune Brühe in den Tegernsee. Denn am Ende der Hagngasse wird derzeit mit gewaltigen Gesteinsbewegungen in das Bachbett eingegriffen. Am Schluchtausgang vor der Wohnbebauung entsteht ein sogenannter Wildholzrechen, der wie ein Kamm das „Totholz und Geschiebe“ auffängt, so das Wasserwirtschaftsamt.

Diese Stahlbetonsperre habe ein Rückhaltevolumen von 750 Kubikmetern. Berechnet wurde dies vom Landesamt für Umwelt. In diesem Becken ist Platz für das Holz aus dem Einzugsgebiet des Zeiselbachs, das etwa fünf Quadratkilometer umfasst. Dort können etwa 500 Kubikmeter Holz und Geröll bei einem Jahrhundertereignis, wie zuletzt im Juni 2013, mobilisiert werden.

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Für die Rechenelemente ist auch eine „Ausweitung“ des Querschnitts am Zeiselbach erforderlich. Der Bau des Wildholzrechens kostet etwa 400.000 Euro. Da die größte Hochwassergefahr an Wildbächen vor allem im Sommer besteht, soll die Baumaßnahme bis Ende Mai fertiggestellt sein. Damit schon in der „kommenden Hochwassersaison“, prophezeien die Rosenheimer Wasserexperten, Holz wirksam zurückgehalten werden kann.

Wasserbausteine für den Ortskern

Doch damit allein ist es noch nicht getan. Es ist nur ein Baustein, damit der Stau von angeschwemmtem Holz an den zahlreichen Brücken deutlich reduziert werde. Weitere Hochwasserschutzmaßnahmen sind auch im Ortsbereich vorgesehen. Dafür erstelle das Wasserwirtschaftsamt derzeit die Genehmigungsplanung.

Das wasserrechtliche Verfahren dazu soll nächstes Jahr beim Landratsamt Miesbach durchgeführt werden. Damit soll dann im nächsten Jahr das Bachbett im Ortskern aus seinem engen Betonkorsett befreit werden, um bei Starkregen den Abfluss zu verbessern und Überschwemmungen zu vermeiden.

Gesteinsverschiebungen am Bachbett

Zwar würden wegen der Bebauung am Ufer weiterhin nur Mauern für das Bachbett infrage kommen, doch will das Wasserwirtschaftsamt mit Wasserbausteinen aber eine naturnähere Böschung gestalten. Die Kosten für den Ausbau im Ortsbereich werden im siebenstelligen Bereich liegen, die auch ein Loch in den Haushalt des Kämmerers reißen dürften. Denn der Freistaat fordert von der Gemeinde eine Kostenbeteiligung von 30 Prozent für beide Hochwasserschutzmaßnahmen.

Der nächste Problemfall ist dann der Breitenbach. Auch hier sind bereits Hochwasserschutzmaßnahmen in Planung. Unabhängig davon wird ab Mai schon die Brücke an der Bundesstraße erneuert. Weitere Brückensanierungen hat Bürgermeister Peter Höß bereits angekündigt. Die Gebirgsbäche: Bad Wiessees Fluch und Segen.

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