Der Alte ist der Neue

Es war ein leichtes Spiel für ihn: Josef Bierschneider hatte als CSU-Kandidat in der Kreuther Bürgermeisterwahl keinen Herausforderer. Das einzig spannende an diesem Sonntag war die Wahlbeteiligung und das persönliche Ergebnis des 44-Jährigen.

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32,9 Prozent der wahlberechtigten Kreuther gingen heute an die Urnen.

Wie berichtet, ist der 44-jährige Familienvater seit 1998 die Nummer Eins in Kreuth. Direkt nach dem Jura-Studium zog Josef Bierschneider bereits als 26-Jähriger in das Rathaus. Seit der Wahl 2004 nahm es auch kein anderer Kandidat mehr mit dem langjährigen Amtsinhaber auf. Offenbar trifft der CSU-Politiker mit seiner Rathauspolitik den Nerv der etwa 3.800 Einwohner Kreuths.

3.015 davon waren heute wahlberechtigt. Trotz traumhaften Wanderwetter und dem überrannten Bauernherbst der Naturkäserei Tegernsee verirrten sich noch 577 Kreuther in die Wahllokale. 395 nutzten die Briefwahl.
War die Wahlbeteiligung vor sechs Jahren 47,16 Prozent, so fiel Zahl heute auf 32,9 Prozent. Davon stimmten 91,98 Prozent für Josef Bierschneider. 2010 hatte Bierschneider noch 97,5 Prozent der Stimmen geholt.

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Keine Wahlmöglichkeit in Kreuth

Für den Wahlsieger ist das Ergebnis trotz leichter Verluste ein Vertrauensbeweis. “Ich möchte für alle Wähler in Kreuth da sein“, so Bierschneider in seiner ersten Reaktion nach der gewohnenen Wahl. Dass die anderen Parteien keinen Gegenkandidaten aufgestellt haben, zeige vielleicht auch, dass man im Gemeinderat konstruktiv über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeite.

Ein Arzt nach dem Urnengang im Wahllokal Bachmair Weissach bedauerte jedoch, dass es keinen Gegenkandidaten gab. Dennoch gehe er als Bundesbürger zu jeder Wahl. „Ich bin zwar zufrieden mit der Arbeit Bierscheiders im Rathaus, aber es wäre in einer Demokratie immer gut, wenn es eine Alternative gebe“. Ein jüngerer Wähler sah es ähnlich, auch er vermisste eine Wahlmöglichkeit. Diese nutzten 74 Wähler, sie schrieben einen anderen Namen auf den Stimmzettel. 2010 waren es noch 34 Kreuther, die sich einen anderen Bürgermeister wünschten.

Auszählung der 397 Briefwahlstimmen.
Bei der Auszählung der 397 Briefwahlstimmen.

Schwerpunktthemen von Bierschneiders „Wahlkampf“ war das Verkehrsangebot, die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, der soziale Wohnungsbau und der Erhalt der Kulturlanschaft. Der dickste Brocken aber sei die Zukunft der einstigen May-Klinik. Hier denkt der 44-Jährige künftig stattdessen an Gewerbeflächen und den Wohnungsbau.

Bierschneider als möglicher CSU-Landrats-Kandidat?

Mit einem solchen Wahlergebnis wird auch die CSU-Mehrheit im Kreistag nicht an Bierschneider vorbeikommen, wenn es bei der nächsten Kommunalwahl 2020 um das Amt als Landrats geht. Wolfgang Rzehak hat seinen Hut als Kandidat der Grünen bereits in den Ring geworfen, Bierschneider als CSU-Fraktionssprecher ziert sich noch. Dies sei heute noch kein Thema, so der Kreuther nach der gewonnenen Abstimmung.

Jetzt trete er erst einmal seine vierte Amtsperiode an. Sprach‘s und holte zwei Flaschen Prosecco zur Feier des Tages in den Ratssaal. Als Dank auch an die Wahlhelfer.

Der Wahlsieger läßt die Korken knallen.
Der Wahlsieger läßt die Korken knallen.

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