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Erhöhtes Infarktrisiko bei Führungskräften

„Der Arzt hat mir gesagt, ich wäre am Abgrund entlang geschrammt”

Von Martin

Aus einer Langzeitstudie der Wiesseer Privatklinik Jägerwinkel geht hervor, dass Manager unter einem deutlich erhöhten Herzinfarktrisiko leiden. Im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen ist das Risiko um 60% erhöht. Dabei halten sich die Betroffenen oft für kerngesund, wie die Leiterin der Studie Babara Richartz betont.

Auch Rottachs Bürgermeister Franz Hafner gehört zur Infarkt-Risikogruppe. Zwar nicht am Herzen – da sei alles in Ordnung. Doch die Faktoren für einen Schlaganfall sind ähnlich wie bei einem Herzinfarkt. Bis zu 70 Stunden umfasse seine Arbeitswoche, so Hafner. “Oft müssen wir im Gemeinderat Entscheidungen mit großer Tragweite für die Gemeinde fällen.” Dazu komme die Führungsverantwortung den Mitarbeitern gegenüber.

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Rottachs Bürgermeister Franz Hafner bei einem Fernsehinterview im letzten Sommer.

Dabei hatte Franz Hafner eigentlich keinen Bedarf sich durchchecken zu lassen. “Ich hatte mich gesund gefühlt.” Bei der nicht ganz freiwillig durchgeführten Untersuchung im letzten Jahr kam dann die Diagnose: Erhöhter Blutdruck. Erste Anzeichen von verengten Gefässen.

Aus der aktuellen Studie geht unter anderem hervor, dass gerade diese Symptome der Grundstein für einen späteren Infarkt sein können. “Außerdem leiden insbesondere Führungskräfte unter chronischem Zeitmangel und gehen nicht zum Arzt, wenn Sie keine Schmerzen haben,” so Richartz.

Chef-Kardiologe Berthold Höfling vom Krankenhaus Agatharied bestätigt auf Nachfrage: „Hetze und Stress sind die häufigsten Auslöser von Infarkten.” Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren wären tendenziell am meisten gefährdet, so der Mediziner weiter. Etwa 100 akute Infarkte werden in der Inneren Medizin in Agatharied jährlich behandelt.

Immer Vollgas – das kann nicht gutgehen

Soweit wollte es Franz Hafner nicht kommen lassen. Und so ging er Ende letzten Jahres auf eine dreiwöchige Kur. Seitdem habe der Rottacher Bürgermeister, der erstaunlich offen mit dem Thema umgeht, einiges in seinem Leben umgestellt. „Zum Beispiel versuche ich den Stress zu minimieren und mich auch einfach mal weniger aufzuregen.“ Hafner spricht dabei von einer mentalen Lernphase, die er zur Zeit durchläuft.

Präventiv handeln, wie es der 59-Jährige macht sei schon mal ein guter Ansatz, so Höfling. Denn “ein Infarkt kommt in der Regel nicht aus dem Nichts.” Sollte dennoch ein akuter Vorfall eintreten, dann sei vor allem ein funktionierendes Rettungssystem unabdingbar.

Höfling bringt da vor allem den Faktor Zeit ins Spiel. “Wenn ein Infarkt auftritt, müssen sofort Rettungskräfte informiert werden. Nach einer gewissen Zeit ohne medizinische Behandlung sinken die Überlebenschancen rapide.”

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