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Kreuth rüstet sich für die Zukunft als Bergsteigerdorf

Bergsteigerbus nimmt Fahrt auf

Die Verleihung des Siegels Bergsteigerdorf im Juli an Kreuth wirft ihre Schatten voraus. Damit die Wanderrouten auch ohne eigenem Pkw erreicht werden können, soll ein Bergsteigerbus eingesetzt werden. Noch aber sind einige Details unklar, daher bleiben auch die genauen Kosten noch vage.

Der RVO will auch in Kreuth einen Bergsteigerbus einsetzen.

Ab dem 13. Juli gehört Kreuth zum erlauchten Kreis der insgesamt 24 Bergsteigerdörfer in den Alpen. Doch bis es soweit ist, jagt ein Arbeitskreis den anderen. Es gibt sie für die Broschüre, die Eröffnungsfeier, für künftige Veranstaltungen, die die Philosophie Bergsteigerdorf mit Leben erfüllen sollen und als vierten Arbeitskreis die Verbesserung der Mobilität.

Dieser hatte laut Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) bereits im Dezember getagt. Dabei sei auch ein Bergsteigerbus zur Sprache gekommen, da die Gemeinde an den Ausgangspunkten der Wanderungen noch nicht „optimal“ aufgestellt sei. Es sollte für Einheimische wie Tagesgäste aus München von Interesse sein, auf den RVO-Bus umzusteigen. Um die Attraktivität des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) zu steigern, soll dies jetzt mit einem zusätzlichen Bus bis hin zur Landesgrenze nach Österreich möglich werden.

Doch wie so etwas aussehen könnte, dafür gibt es noch viele Varianten, wie RVO-Betriebsleiter Peter Bartl den Kreuther Gemeinderäten gestern klarmachte. Soll es ein kleinerer Bus mit acht Plätzen werden, oder eine Minibus mit 24 Sitz- und 15 Stehplätzen? Wie soll die Taktung aussehen, reicht der Linienbus bis zur Klamm oder eingeschränkt bis nach Stuben? Denn von Bayerwald bis nach Stuben sei die Verbindung noch sehr ausgedünnt. Dort finde nur eine Grundversorgung zu Schulzeiten statt.

RVO gibt sich „flexibel“

Für Bartl mache es Sinn, den Takt von Kreuth aus mit einem Minibus zu „verdichten“. Zunächst halte er es aber zum Start für sinnvoller, einen achtsitzigen Mercedes-Sprinter einzusetzen, denn dieser habe auch den modernsten Dieselmotor der Euronorm 6. Gerade für ein Bergsteigerdorf sei dieser „alternativlos“. Weniger sinnvoll hielt Bartl Bierschneiders Vorschlag, den Bergsteigerbus an die Ringlinie in Weißach anzubinden:

Da verzettelt man sich, wenn der Bus an der Weißach rumgondelt.

Nötiger wäre dieser zwischen der Ortsmitte und Bayerwald. Für möglich hält Bartl dagegen, dass ein Fahrgast von der Glashütte kommend dann auch im Ortsnahbereich bis Scharling noch nach Hause gefahren werde, ohne „dass er nochmals rausgeschmissen wird“. Dies wäre für ihn eine „schönere Alternative“.

„Wir müssen unbedingt zeitnah flexibel sein“, forderte Gemeinderat Martin Walch (SPD), „es wäre fatal, wenn Leute wegen der Größe des Fahrzeugs nicht mitgenommen werden könnten“. Deshalb sei er für den Einsatz des 24-sitzigen Busses am Wochenende und den achtsitzigen Sprinter wochentags. „Es ist großartig, dass sich der RVO so flexibel zeigt“, lobte Elisabeth Hartwig (CSU). „Doch im Herbst reicht ein Achtsitzer nicht“, gab Josef Kandlinger (CSU) zu bedenken. Für Sebastian Marschall (FWG) muss „das Angebot mit Fahrplan von Anfang an stehen, damit sich der Gast darauf einstellen kann“.

Kosten sind noch unklar

Ungeklärt seien auch noch die Kosten für die Fahrgäste, „weil die meisten Urlauber eine Gästekarte haben“. Tagesgäste und Einheimische würden nur auf den Bus umsteigen, wenn dieser für sie kostenlos ist, glaubt Bierschneider. „Wenn man die Leistungen aufbläst, kostet der Bus natürlich der Gemeinde mehr“, gab Bartl zu bedenken. Zunächst soll der Bergsteigerbus von Mai bis Oktober eingesetzt werden.

Josef Bierschneider freut sich darauf, dass seine Gemeinde Bergsteigerdorf wird.

„Bezüglich der Kosten für den Bus haben wir eine von-bis-Zahl“, so Bierschneider auf Nachfrage. Diese hänge davon ab, ob ein 8-Sitzer oder ein 24-Sitzer-Bus zum Einsatz kommt und wie oft der Bus pro Tag und in welchem Zeitraum fährt, so Bierschneider. „Hier liegen wir in einem Bereich zwischen 45.000 und 65.000 Euro. Da wir im Jahr 2018 den Bus erst mit der Siegelverleihung im Juli starten wollen, wird es für 2018 entsprechend nur anteilig sein“. Die Gemeinde plane eine zweijährige Probezeit.

Einig war man sich, dass der Bus das Logo des Bergsteigerdorfes haben müsse. Es dürfe aber keine „Volldekorierung wie beim Skibus in Rottach“ werden, so Bartl. „Aber es muss ein Schriftzug mit Wiedererkennungswert sein“.


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