Der Fußfreund vom Tegernsee

Martin Mitterer ist bekannt für traditionelle Maßschuhanfertigungen. Doch wer am Schaufenster die handgefertigten Haferlschuhe bestaunt, ahnt wohl kaum, welcher Aufwand dahinter steckt. Die TS hat dem Tegernseer bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut.

Es ist acht Uhr morgens. In der Werkstatt von Martin Mitterer beginnt der Arbeitsalltag. Doch Arbeitsalltag bedeutet für Familie Mitterer Leidenschaft. Vor zwei Jahren hat er das Schuhgeschäft von seinem Vater übernommen. Mitterer Senior hilft immer noch mit. „Er kann einfach nicht davon lassen“, erklärt der Juniorchef. Der 42-Jährige hat das Schuhmacher-Handwerk von klein auf gelernt.

Zurück zu den Wurzeln des Schuhmacher-Handwerks

Angefangen hat alles im Jahr 1931, als sein Großvater damals die Schuhmacherwerkstatt gegründet hat. Er fertigte die Jägerstiefel des Herzoglichen Hauses der Wittelsbacher. Später ließen Adel und Prominenz der Wirtschaftswunderzeit „beim Mitterer“ Schuhe maßfertigen.

Dessen Sohn übernimmt 1971 das Geschäft und bringt sein Handwerkswissen aus der Orthopädie mit ein. So wird Schuh Mitterer acht Jahre später offizieller Schuhtechniker der Deutschen Nationalmannschaft Nordisch Alpin.

Mit der Übernahme der Geschäftsleitung von Martin Mitterer Junior wendet er sich unter anderem wieder dem traditionellen Schuhmacher-Handwerk zu. Er fertigt, genau wie sein Großvater, zwiegenähte und handbestochene Haferlschuhe nach Maß. Etwa 35 Stunden braucht er für ein Paar, angefangen beim Maßnehmen bis hin zu den finalen Arbeitsschritten. Doch die Qualität des Haferlschuhs zahlt sich aus, ist Mitterer überzeugt:

Es ist ein Schuh fürs Leben.

Dabei wird im Schuhhaus Mitterer ausschließlich mit natürlichen Produkten gearbeitet. Bei der Anfertigung werden die Rohmaterialien Leder, Hanf, Pech, Bienenwachs und Kork verwendet. Zusammen mit zwei Mitarbeitern und seinem Vater haben sie alle Hände voll zu tun, wie der Orthopädie-Schuhmacher Meister berichtet: „Wer sich einen Haferlschuh anfertigen lassen möchte, muss rund ein halbes bis dreiviertel Jahr Wartezeit einrechnen.“

Dafür werden auch alle Wünsche erfüllt. Egal ob Profil- oder Ledersohle, natur- oder gefärbtes Leder, zwiegenähte oder einfach genähte Anfertigung, der Schuhmacher nimmt sich die nötige Zeit und achtet auf die Qualität.

Hier noch einige Eindrücke aus der Schuhwerkstatt Mitterer:

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Hier in der Werkstatt entstehen die individuellen Haferlschuhe
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Martin Mitterer (Junior) hat im vergangenen Jahr offiziell das Schuhgeschäft übernommen.

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Mitarbeiter Matthias Bernhardt befestigt die Sohle am Leder mittels eines Hanfgarns.
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Großvater Mitterer hat früher Haferlschuh mit handgefertigten Tirgone-Nägel hergestellt (rechts im Bild).

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Handgefertigte Jägerstiefel
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Matthias Bernhardt (li.) und Martin Mitterer (re.)

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Martin Mitterer überträgt die Papiervorlage auf das Leder.
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Aus diesem Stück Leder stellt der Schuhmacher rund acht Paar Haferlschuhe her.

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