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Der Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee

Der Gipfel aus der Sicht eines jungen Menschen

Von Filiz Eskiler

Der Ludwig-Erhard-Gipfel tangiert die Bürger im Tegernseer Tal gefühlt nur so mittelmäßig. So ging es auch der 19-jährigen Praktikantin der Redaktion der Tegernseer Stimme. Zuvor noch nie etwas von der Veranstaltung gehört, war sie jetzt als Presse vor Ort. Hier sind ihre Eindrücke.

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Ein Kommentar von Filiz Eskiler

Letzte Woche fand in Kreuth der Ludwig-Erhard-Gipfel statt. Bis vor zwei Wochen habe ich davon noch nie etwas gehört, dann wurde mir gesagt, dass ich dort sein werde. Generell irgendwo als „Presse“ zu sein, ist für mich schon spannend genug gewesen. Als ich dann das Programm vom LEG gesehen habe, und tatsächlich auch Namen kannte, stiegen in mir die Erwartungen hoch.

Meine Erwartungshaltung

Tatsächlich hatte ich eine recht positive Haltung gegenüber dem Gipfel, oder zumindest gegenüber den angedachten Themen. Es sollte nämlich in erster Linie um die Zukunft gehen – egal ob Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Technologisierung oder Wirtschaft. Und die Zukunft beschäftigt bekanntlich vor allem die junge Generation, zu der ich auch zähle. Somit habe ich mich auf die Panels schon gefreut.

Außerdem gespannt war ich, ob sich die dort vertretenen Politiker, die ich unter anderem wegen Shitstorms in Sozialen Medien kenne, auch in Person so präsentieren wie online. Und ob der Ludwig-Erhard-Gipfel wirklich nur „so ein Spießer-Ding für die ganzen Bonzen am Tegernsee“ ist, wie ich vorher gehört habe.

Super Start mit Ilse Aigner?

Der erste Veranstaltungstag lief für mich so mittelgut: Nachdem ich mich 10 Minuten lang an der falschen Schlange angestellt hatte, bin ich dann auf dem roten Teppich fast in ein Bild von irgendeinem wichtigen Menschen gelaufen. Danach folgte die „Presidential Speech“ (ganz schön großes Wort für so eine Rede) von Ilse Aigner. Meine erst so hoffnungsvollen Erwartungen sanken. Das lag unter anderem daran, dass ihre Rede insgesamt eher negativ war. Oder die Klimabewegung kritisierte, indem sie die junge Generation für das Streamen von Serien verantwortlich machte (denn „dass sei ja auch energieaufwändig“). Damit hat sie bei mir natürlich erst mal keinen guten Eindruck hinterlassen (und das klatschende Publikum auch nicht).

Zum Glück kam im Anschluss ein Appell von Frank Thelen. Er wurde von Wolfram Weimer „nicht nur als Besserwisser sondern auch als Bessermacher“ angekündigt. Auf mich strahlte Thelen pure Intelligenz aus, und damit stieg meine Hoffnung auf weitere solcher Teilnehmer.

Gutes Essen und spießige Besucher

Insgesamt kann ich sagen, dass es noch eine Vielzahl weiterer Anwesenden gab, die viel wussten, viel sagten, und sogar sympathisch wirkten. Begeistert war ich auf jeden Fall, dass auch junge Redner wie Jakob Blasel von Fridays for Future oder Felix Finkbeiner, Gründer von “Plant for the Planet”, eingeladen waren. In den Panels, die ich besuchen durfte, wurde immer offen miteinander gesprochen. Ich hatte nach den Diskussionen immer das Gefühl, ein bewussteres Bild über die Zukunft zu haben. Nur die Besucher wirkten zum Teil so, als wären sie einfach nur da, weil sie es sich leisten können. Immerhin kostet ein Kombi-Ticket für beide Tage plus Afterparty knappe 1.850 Euro – fast so viel wie mein Führerschein, für den ich eine halbe Ewigkeit gespart habe. Falls es jemanden interessiert: das teuerste Ticket über das Hotel Bachmair Weißach hat 4.490,00 Euro gekostet – inklusive Doppelzimmer und Übernachtung.

„Es ist hier einfach nur ein Sehen und Gesehen werden“, so formulierte es ein Fotograf. Auf der Gala-Night am Freitag war ich zwar selbst nicht, sie wurde aber auch eher als „spießig und steif“ beschrieben.

Kleine positive Bemerkung: Das Essen war sehr gut. Zusammenfassend war der Ludwig-Erhard-Gipfel für mich also eine Veranstaltung mit interessanten Panels, mittelcoolen Ansprachen und spießigen Besuchern. Vielleicht wird man mit zunehmendem Alter leidensfähiger auf solchen Gipfeln.


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