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Mythen und Sagen rund um den Tegernsee - Teil 5

Der Schatz im Leeberg

Von Christopher Horn

Neben den historisch klar belegbaren Fakten, die die Geschichte des Tegernseer Tals beschreiben, existieren auch zahlreiche Mythen und Sagen rund um den See. In diesen Geschichten werden Personen, aber auch Orte, Bauwerke und die Landschaften thematisiert. Wir haben uns daher auf die Suche nach eben solchen Erzählungen begeben und faszinierende Geschichten gefunden.

Im fünften Teil unserer Serie “Mythen und Sagen rund um den Tegernsee” geht es heute um den Schatz im Leeberg.

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Unter dem Leeberg sollen die Mönche eine Schatzkammer angelegt haben

Es muß schon recht viel zusammengekommen sein, an Geld und Gut im Kloster Tegernsee, wenn 12.000 große und kleinere Bauernhöfe alljährlich den zehnten Teil all ihrer Erträge als Zins und Zehent abliefern mußten. Aus diesem Grund machten sich die Tegernseer Klöstermönche früh Gedanken darüber, wo sie die Reichtümer sicher lagern konnten. Sie errichteten daher eine Schatzkammer tief unter dem Leeberg.

So soll früher ein unterirdischer Gang aus dem Benediktinerkloster Tegernsee unter dem Lärchenwald hinübergeführt haben bis tief hinein unter den Leeberg. Dort wurden in unruhigen und kriegerischen Zeiten die großen Schätze an Gold und Silber versteckt. Nur wenige Männer außer dem Abt wußten, wo der Schlüssel zum Eingang versteckt lag.

“So was Großes hast du noch nicht gesehen!”

Ein Gmunder Kleingütler hatte jedoch eines Tages gar nichts zum Hergeben. Seine zwei Kühe hat er durch eine schlimme Viehseuche eingebüßt. Da verlangte der strenge Klostervogt von ihm, daß er seine Schuldigkeit durch Frondienst ableisten solle. Eine Woche lang mußte er nun im Hofraum vor den Stallungen, die im Westteil der Klosteranlage gegen den See hinaus lagen, die großen Heuhaufen zu Gsott – also zu Häcksel – verarbeiten.

Am Samstag kam nun der Abt selber und schaute sich die Arbeit an. Es war ein Mordshaufen geworden und der Bauer sagte voll Stolz zu ihm: “Gell, so was Großes hast du noch nie in deinem Leben gesehen!” Da sagte der Klosterherr zu ihm: “Geh mit mir, ich zeige dir auch was!”

Der Abt band ihm die Augen zu und führte ihn durch den unterirdischen Gang weit fort, unter den Leeberg. Der Gmunder Bauer hörte Schlüssel klirren und es wurde ihm die Binde abgenommen. Er stand in einem steinernen Saal vor einem riesigen Haufen von Gold und Silber. “Gell, so was Großes hast du auch noch nicht gesehen!” sagte jetzt der Abt und lachte freundlich. “Weil du so fleißig gearbeitet hast bei mir, darfst du dir jetzt so viele Goldstücke in deine Hosentaschen hineinstecken als hineingehen”. Mit verbundenen Augen brachte er ihn wieder in den Klosterhof zurück.

Ein Schlosser als Schatzwärter

Einer Sage nach ist an einem anderen Tag das kunstvolle Schloß zur innersten Schatzkammer zerbrochen. Ein Schlosser wurde geholt. Man führte ihn mit verbundenen Augen erst mehrmals im Klosterhof kreuz und quer herum und dann eine Stunde lang durch enge, kühle Gänge, die kein Ende nehmen wollten.

Als die Mönche ihm die Augenbinde abnahmen, konnte er nicht genug staunen über all die Herrlichkeit, über das Gleißen und Funkeln in der Schatzkammer. Die Klosterbrüder aber trieben ihn zu schneller Arbeit an, und der Schaden war auch bald behoben. Die Augenblende wurde ihm wieder angelegt und man führte ihn über Stufen auf und ab zum Ausgang mitten in einem dichten Bergwald. Aber die Mönche fürchteten, der Schlosser hätte sich doch den Eingang merken können. Darum ließen sie ihn nicht mehr lebendig aus dem Berg. Seither steht er gebannt am Eingang zum Klosterschatz und hält Wache.

Das Kloster Tegernsee / Quelle: derwesterhof.de

Im Jahr 1803 läutete die Sekularisierung das Ende der Klosterzeit ein. 1810 verstarb mit Gregor Rottenkolber, der letzte Abt des Klosters. Was mit dem Schatz im Leeberg passiert ist und ob er überhaupt existiert hat, weiß niemand. Vielleicht befinden sich die Reichtümer ja noch immer im Herzen des Berggesteins.

Quelle: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 – 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985


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