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Gmund trotzt Regierung und weist weitere Gewerbeflächen aus

Flächenverbrauch ohne Alternative

Von Christopher Horn

Erst vor rund drei Wochen hat Gmund grünes Licht für die Erweiterung der Abfüllanlage der Tegernseer Brauerei an der Kreuzstraße gegeben.

Demnach wächst die Anlage um das Doppelte. Doch das soll erst der Anfang sein.

Um die  Abfüllanlage der Brauerei an der Kreuzstraße herum, könnte bald ein Gewerbegebiet entstehen
Rund um die Abfüllanlage der Brauerei an der Kreuzstraße könnte bald ein Gewerbegebiet entstehen.

Die Gemeinde Gmund führt ihren Weg, dort Gewerbe zu verdichten, wo schon welches existiert, konsequent weiter. Am 8. April hatte der Gmunder Gemeinderat für die Erweiterung der dort bereits bestehenden Abfüllanlage der Tegernseer Brauerei gestimmt. Obwohl die Regierung von Oberbayern ein offizielles Gewerbegebiet an der Kreuzstraße weiter ablehnt, wollen die Gmunder dieses nun weiter ausbauen. Das legte Gmund auch im Flächennutzungsplan so fest.

Dieser dient als Anhaltspunkt dafür, wie sich Gmund in den kommenden 30 Jahren entwickeln soll. Nach dem Willen der Gemeinde sollen an der Kreuzstraße demnach weitere Betriebe angesiedelt werden, oder bestehenden Unternehmen wie der Tegernseer Brauerei die Möglichkeit einer Erweiterung ihrer Anlagen erhalten.

Regierung von Oberbayern will Alternativen sehen

Aus Sicht der Regierung von Oberbayern ist das allerdings der falsche Weg. „Die bestehende Bauschuttsortieranlage im Norden der Fläche befindet sich im Außenbereich und eignet sich daher nicht für die Anbindung an ein Gewerbegebiet“, schreibt die Behörde in einer Stellungnahme an die Gemeinde. Auch bei der Ansiedelung der Tegernseer Brauerei habe man das Gewerbegebiet Kreuzstraße nur unter engen Ausnahmevoraussetzungen ausweisen können, erklärt die Regierung weiter.

Aus diesem Grund ist man dort der Auffassung, dass die bereits bestehende Abfüllanlage der Brauerei keinen Ansatzpunkt für die weitere Ausweisung von Gewerbeflächen bietet. Stattdessen wird Gmund aufgefordert, nach Alternativen zu suchen und darzulegen, warum es keine anderen geeigneten Flächen in Gmund gibt, die sich für ein Gewerbegebiet eignen. Schon 2009 hatte die Gemeinde eine Bewertung des Standortes an der Kreuzstraße durchführen lassen und auf den Mangel von Alternativen hingewiesen. Das reicht der Regierung allerdings nicht aus.

Aus Sicht der Regierung von Oberbayern ist der Standort rund um Abfüllanlage und Schotterhalde nicht optimal.
Aus Sicht der Regierung von Oberbayern ist der Standort rund um Abfüllanlage und Schuttsortierungshalde nicht optimal.

Und auch der Bund Naturschutz hatte sich im Jahr 2010 bereits kritisch zu einem Gewerbegebiet an der Kreuzstraße geäußert und erklärt, dass damit der Landschaftsschutz ad absurdum geführt werde, weil sich ein Gewerbegebiet negativ auf das umliegende Landschaftsschutzgebiet des Landkreises Miesbach auswirke. Der Gmunder Geschäftsleiter Alfons Besel kann diese Haltung nicht so ganz verstehen.

Die Aufforderung, wonach wir Alternativen suchen sollten, ist unverständlich. Bereits bei der Planung für die Abfüllanlage der Brauerei war die Regierung bei der Standortsuche eng mit eingebunden. Dort weiß man eigentlich bescheid, dass andere Standorte aus verschiedensten Gründen keine Alternativen sind.

Stattdessen unterstreicht Besel einmal mehr die Vorteile, die der Standort Kreuzstraße aus Sicht der Gemeinde Gmund hat. Vor allem die hervorragende Verkehrsanbindung an der Bundesstraße sei ein Pluspunkt. Zudem sei die dortige Fläche durch die vorhandene Bauschuttsortieranlage schon erheblich vorbelastet. Siedelt man dort in der Umgebung weitere Betriebe an, muss in den Augen der Gemeinde woanders keine neue Landschaft verbraucht werden.

„Der Standort an der Kreuzstraße ist alternativlos“, so Besel weiter. Aus diesem Grund hatte sich die Mehrheit des Gmunder Gemeinderats vergangene Woche über die Bedenken der Regierung von Oberbayern hinweggesetzt und für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen an der Kreuzstraße gestimmt. In einem nächsten Schritt will man dann mit dem privaten Eigentümer der Fläche nach geeigneten Betrieben suchen, die sich dort ansiedeln könnten.


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