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Der Trend geht zum Automaten

Von Nicole Kleim

Grillfleisch, Kunst, frische Milch und jetzt auch noch Champagner. Nicht wie gedacht im Tegernseer Tal, sondern in Essen. Damit ist das Automatensortiment, zu dem auch Handys, Grablichter und andere Waren des täglichen Bedarfs gehören, um die wichtigsten Artikel für ein erfülltes Leben erweitert.

Ein Wurstautomat ist doch alt / Bild: dapd
Ein Wurstautomat ist doch alt. / Bild: dapd

Nach der Gründung von Großhandels- und Supermarktketten in den 1960er-Jahren und den Onlineshops in den 1990er-Jahren ist wieder eine neue Marktlücke entdeckt und sofort gefüllt. Nach den bereits bekannten Grillfleisch- oder Grablichtautomaten, könnte man sich an ausgefalleneren Produkte orientieren. Wie wäre es beispielsweise mit Automaten für Fahrradschläuche an einsam gelegenen Mountainbikestrecken, mit Automaten voller Cabrios für sofortigen Fahrgenuss bei Sonnenscheinwetter oder Automaten, die die passende Sonnencreme gleich mit ausspucken?

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Marktforschungsinstitute sollten so schnell wie möglich eine Umfrage starten, um den Bedarf weiterer unentbehrlicher Produkte, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen sollten, zu ermitteln. Der Apothekenbereitschaftsdienst wirkt angesichts der zunehmenden Automatendichte mit rund um die Uhr verfügbaren Waren als unzureichend und damit unzumutbar für die Bevölkerung. Das geht durchaus besser zu organisieren. Medikamente to go. Die Geschäftsidee ist ausbaufähig!

Denkbar ist es, komplette Supermärkte auf Automatenbetrieb umzustellen. Ikea befindet sich wohl gerade in der Testphase. Schließlich kann man dort die Waren an der Kasse selbst einscannen und mit Karte bezahlen. Die Kunden werden derzeit noch von ehemaligen Kassiererinnen angelernt.

Das Platzen der “Automatenblase” steht bevor

Nimmt man all die Onlinekauf- und Dienstleistungsgeschäfte hinzu, dann kann unser Leben in ein paar Jahren durchaus so aussehen, dass man selten einem Menschen im Alltag leibhaftig gegenübersteht. Selbst Lehrer werden in einigen Ländern bereits durch Automaten ersetzt, und Pflegeroboter übernehmen Pflegedienste.

Und was macht der Mensch? Der hat sich irgendwohin aufs Land zurückgezogen, bedient via Laptop, iPad oder digitalen Kontaktlinsen die Arbeitswelt, während Automaten alle anderen Tätigkeiten übernehmen. Vorerst, denn auch iPads oder iPhones lassen sich irgendwann von Automaten bedienen, und die Automaten wiederum von Automaten und so weiter und sofort.

Nach dieser Logik ist die nächste Blase, die platzt, dann nicht die Immobilienblase, sondern die Automatenblase. Aus der Sicht der neuen intelligenten Automatenspezies sind wir Menschen dann vielleicht die Neandertaler der Postmoderne. Wer weiß. Aber das kann uns gleichgültig sein, solange wir nicht als solche im Zoo, im Museum oder in Naturschutzgebieten als vom Aussterben bedrohte, besonders schützenswerte Art ausgestellt werden und für einen Euro aus dem Automaten fallen.

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