“Der übermäßigen Bauwut Einhalt gebieten”

von Robin Schenkewitz

Der Ortsgestaltung kommt gerade in einem Tourismusgebiet wie dem Tegernseer Tal immer eine große Bedeutung zu. Das homogene Ortsbild schützen zu wollen, hat sich der Gemeinderat in Rottach-Egern schon lange auf die Fahnen geschrieben.
Damit das auch weiterhin erhalten bleibt, wurde in der gestrigen Sitzung beschlossen, einem Gebiet im nördlichen Teil der Gemeinde eine Veränderungssperre aufzuerlegen.

Hausnummer 36 war der Auslöser

Konkret geht es dabei um die Grundstücke, die von der Karl-Theodor-Straße und dem Hubertusweg eingeschlossen werden. Laut Bürgermeister Franz Hafner handelt es sich hierbei um eine “homogene Bebauung”, die als solche schützenwert ist.

Plannungshoheit der Gemeinde

Auslöser für die Gemeinde hier tätig zu werden, war ein Bauvorantrag für das Grundstück mit der Hausnummer 36. Hier sollten zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Ein Antrag, dem die Gemeinde laut Bauamtsleiter Walter Hübsch deutlich ablehnend gegenübersteht.

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„Leider deckt sich unsere Haltung nicht mit der vom Landratsamt Miesbach, weswegen wir nun von unserer Planungshoheit Gebrauch machen sollten“, so Hübsch. Darum hat sich der Gemeinderat nun dazu entschieden, den in Rottach eher selten angewandten Weg eines Bebauungsplans zu gehen. Dieser soll das Entstehen von Mehrfamilienhäusern in diesem Ortsteil auch in Zukunft verhindern.

Veränderungssperre

Da die Erstellung eines solchen Planes jedoch einige Zeit in Anspruch nimmt, musste eine schnelle Lösung gefunden werden. So entschieden sich die Räte dafür, eine zeitlich begrenzte Veränderungssperre für das Gebiet zu erlassen. Diese soll verhindern, dass in der Bearbeitungszeit nicht noch schnell unerwünschte Bauvorhaben realisiert werden.

„Ich finde das eine gute Sache“, verkündete der Zweite Bürgermeister Hermann Ulbricht in der Sitzung: „Wir müssen hier der übermäßigen Bauwut Einhalt gebieten.“

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Gemeinderätin Gabriele Schultes-Jaskolla fand sogar, die Maßnahmen wären im Sinne der Eigentümer: „Ich bin überzeugt davon, dass das hunderttausendste Bauernluxushaus irgendwann seinen Wert verlieren wird und die jetzigen Besitzer damit langfristig eine Wertsteigerung erleben.“

Die Erstellung eines Bebauungsplans und der Erlass einer Veränderungssperre wurde am Ende einstimmig beschlossen. Und auch Franz Hafner fand abschließende Worte: „Jetzt versuchen wir mal damit unsere Zielsetzung voranzutreiben, das Ortsbild zu erhalten.”

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