„Der Vorgarten des Paradieses“

Mit viel Witz und Ironie wurde gestern Abend das neue Ringberghaus der Klinik im Alpenpark eröffnet. 300 Gäste bestaunten den Trakt auf Kreuther „Hoheitsgebiet“. Dessen Bürgermeister Bierschneider nannte es den „Vorgarten des Paradieses“. Und auch die Eigentümer hatten ein paar launige Worte parat.

Das neue Ringberghaus.
Das neue Ringberghaus.

Da der Alpenpark einer der größten Betriebe Kreuths sei, freue es ihn, so Josef Bierschneider (CSU), „dass der Betrieb in die Zukunft investiert und damit Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft für die Region gesichert hat“. Rund 10 Millionen Euro investierten die Betreiber der Klinik, Ursula und Ludwig Klitzsch, in das neue Ringberghaus mit seinen 30 zusätzlichen Betten, das auf Luxus-Hotel-Standard gebracht wurde.

Die Preispalette im neuen Anbau reicht vom Superior-Zimmer für 380 Euro pro Tag bis zu 1.180 Euro. Dafür kann der Patient in der luxuriösen Suite Anna auch seine Familie mitbringen. Platz ist genug. Notfalls können die 80 Quadratmeter für Schlaf- und Wohnraum, großzügigem Bad und Gästetoilette, sowie einer kleinen Küche, um weitere 35 erweitert werden. „Sie glauben gar nicht, wie groß eine russische Familie sein kann“, wurde beim Rundgang erklärt.

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Streitigkeiten beigelegt

Damit habe man die größte Klinik-Suite Bayerns, hieß es mehrmals. Das Restaurant erhielt einen Panorama-Wintergarten und gleicht nun eher einem Hotel als einer Reha-Klinik. Viel Wert wurde vom Ehepaar Klitzsch auf das Design gelegt. „Das ästhetische Ambiente soll die Heilung positiv beeinflussen“.

Dafür verantwortlich zeichnet die Münchner Architektin Frauke Rüterhenke, die in den letzten Jahren bereits mehrere Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt hat. Dabei legte sie offenbar ein besonderes Augenmerk darauf, dass auch heimische Firmen zum Zug kommen, ob der Schreiner, der Elektriker und viele mehr.

Drangvolle Enge im Partyzelt.
Drangvolle Enge im Festzelt.

Kreuth als Gemeinde sei sicher ein aufgeschlossener Partner für die Bauwünsche gewesen, erklärte Bierschneider in seiner Rede im eigens aufgestellten Festzelt.

Wenngleich wir bei allen Planungen auch immer großen Wert darauf gelegt haben, dass diese sich in das Orts- und Landschaftsbild und in die Baukultur einfügen. Es ist sicher nicht immer einfach gewesen, aber mit gutem Willen auf beiden Seiten ist etwas sehr Gutes gelungen.

Bierschneider spielte darauf an, dass die Klinikbetreiber ursprünglich ganz andere Vorstellungen von ihrem Erweiterungsbau hatten. Es sollte doppelt so lang und einen Stock höher werden. Doch Kreuth spielte nicht mit und machte unmissverständlich klar, was geht und was nicht. Denn die Gemeinde, so Bierschneider, müsse neben den Interessen der Klinik auch die Interessen der Nachbarn berücksichtigen. “Ich hoffe, dass dies geschafft wurde“, erklärte Bierschneider rückblickend.

Dabei hatten die Klinik-Betreiber zunächst ziemlichen Ärger mit einigen Anliegern, das Millionenprojekt war umstritten. Eine Erbengemeinschaft klagte gegen den Neubau. Sie monierte Lärmbelästigung und fehlenden Sichtschutz. Doch die Klage wurde vor zwei Jahren abgewiesen.

Das Unternehmer-Ehepaar Klitzsch mit einer launigen Dankesrede.
Das Unternehmer-Ehepaar Klitzsch mit einer launigen Dankesrede.

Und auch mit Bad Wiessee bekam es Ludwig Klitzsch zu tun. Denn seine Parkplätze, die er erweitern wollte, liegen auf Wiesseer Gemeindegrund. Letztlich einigte man sich auf ein Stellplatzkonzept. Darauf gemünzt war wohl der ein wenig ironisch angehauchte Vortrag des Ehepaares Klitzsch, die die Klinik nun in der dritten Generation betreiben: „Es waren immer zwei Gemeinden, die sich zu unseren Planungen geäußert haben. Deswegen wurde unser Bauvorhaben doppelt so gut“. Schließlich sei die Klinik ja auch ihr Baby.

Im eigens errichteten Partyzelt drängten sich 300 geladene Gäste. Nach dem offiziellen Teil sorgte der Berliner Kabarettist und Entertainer Michael Krebs mit einer Bühnenshow für weiterhin gute Stimmung. Doch die war ohnehin gegeben, da auch das Wetter mitspielte.

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