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Der Wolf im Tal: Nach Rottach auch Gmund für die Almbauern

Von Tobias

Ergänzung vom 24. Februar / 13:47 Uhr
Mit einer vorab verfassten und einstimmig angenommenen Formulierung hat sich der Gmunder Gemeinderat am Dienstag Abend zum Teil gegen den Wolf gestellt und so versucht den Almbauern den Rücken zu stärken.

Dabei bekräftigte Bürgermeister von Preysing, dass man sich mit der in einer nicht-öffentlichen Sitzungen vorab diskutierten Formulierung auf rechtlich sicheres Gebiet stellen wolle. Was bedeutet, dass man die Entnahme des Wolfes nicht offiziell fordern könne, da dieser zu einer streng geschützten Art gehört.

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Von Preysing sieht die Gemeinde aber auch nicht in der Pflicht für klare Verhältnisse zu sorgen. Er verwies in seiner Stellungnahme auf die Landesregierung, die derzeit in der Bringschuld sei:

Wir müssen uns solidarisch mit den Almbauern erklären. Wenn die keine klaren Verhältnisse haben, dann ist es bald vorbei mit unserer gepflegten Kulturlandschaft.

Aber der Ball gehört dahin, wo er hingehört: Zur Staatsregierung. Die müssen entscheiden und für klare rechtliche Vorgaben sorgen. Das können wir nicht.

Zu einer Diskussion kam es nicht. Das Gremium stimmte einstimmig für die erarbeitete Formulierung.

Ursprünglicher Artikel vom 26. Januar mit der Überschrift “Der Wolf ist nun auch in Rottach-Egern angekommen”:
Natürlich nur im übertragenen Sinne. Also rein metaphorisch und nicht akut. Dabei ist er mehr oder weniger aus heiterem Himmel im Rottacher Gemeinderat gelandet. Wobei natürlich klar ist, dass es ein ernstes Thema mit einem schwierigen Hintergrund ist. Darüber waren sich alle Gemeinderäte ebenso einig wie über das verzerrte und romantische Bild des Wolfes in der Öffentlichkeit.

Bürgermeister Hafner steht der Existenz des Wolfes in unserer Region sogar komplett ablehnend gegenüber:

Unsere Kultur- und Almlandschaft ist gefährdet. Der Wolf reist die Schafe und der Landwirt sagt sich irgendwann das mach ich nicht mehr mit.
Meine persönliche Horrorvision ist, dass die Bauern aufhören die Almen zu bewirtschaften. Und dann ist es nur eine Frage der Zeit bis der Wolf von den oberen Almen ins Tal auf Futtersuche wandert.

Der Wolf in Rottach-Egern - das kann nicht gut gehen

Dass der Wolf in der heutigen Zeit und in unseren Breiten nur schwer mit dem täglichen Leben vereinbar ist, damit hatten im letzten Jahr vor allem die Bauern im Leitzachtal zu kämpfen. Insgesamt 40 Schafe soll das Exemplar (manche sagen es sind mittlerweile drei) zwischen Wendelstein und Rotwandgebiet gerissen haben. Auch viele Abstürze von Rindern in steilem Gebiet werden ihm zur Last gelegt.

Anastasia Stadler (CSU): Landwirtschaftlich und touristisch ist der Wolf ein Desaster. Deswegen plädiere ich dafür dass die TTT und die ATS die Richtung der Politik unterstützen.

Der Vorwurf von seiten des Rottacher Gemeinderates geht aber eher in die Richtung des falsch gelebten Tier- und Naturschutzes. Auch Vergleiche aus anderen Gebieten Europas will man nicht gelten lassen. Der Wolf und unsere Topographie vertragen sich nicht. Ein Rudel sei unter diesen schwierigen geographischen Bedingungen gar nicht unter Kontrolle zu halten. So die Meinung mehrerer Mitglieder.

Wer jetzt denkt, dass die Fronten zwischen Landwirten, Gemeinden und Naturschützern relativ klar verteilt sind, der irrt. Laut Bürgermeister Hafner war auf einer Informationsveranstaltung am Irschenberg neben dem fachlichen Naturschutz auch der Bund Naturschutz anwesend. Und beide Seiten waren sich einig, dass der Wolf alleine aus Naturschutzgründen nicht tragbar ist.

Die Einigkeit im Gemeinderat und die folgende einstimmige Entscheidung zugunsten der Resolution des almwirtschaftlichen Vereins will man diesen nun mit auf den Weg geben. Denn darum ging es eigentlich bei der ganzen Diskussion. Der Verein wird nächste Woche das landkreisweite Wolfsmanagement bei Umweltminister Markus Söder vorbringen. Dabei plädiert der Verein dafür den Wolf aus unserem Gebiet zu “entnehmen”. Offen ist derzeit inwieweit er sich mit seiner Forderung durchsetzen kann. In Rottach-Egern hat man jedoch den eigenen Standpunkt klargemacht.

“Den Wolf brauchen wir nicht und wollen wir nicht.”

Wer sich zum Thema Wolf weiter informieren möchte, dem sei die folgende Veranstaltung empfohlen:

Informationsveranstaltung zum Wolf in Miesbach

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