Zum Tag des deutschen Bieres

Des Bayern bester Freund

Herzlichen Glückwunsch, liebes Bier: Du wirst heute gefeiert. Es ist Tag des deutschen Bieres. Zudem sterben heute vermutlich ziemlich viele Schriftsteller. Wieso? Keine Ahnung, war ne Schnapsidee.

Bier ist Grundnahrungsmittel, weiß auch der Papst.

Weltmeister in der Bierproduktion, Vize-Weltmeister im Biertrinken und die höchste Brauereidichte auf der Welt: Jaja, wir Deutschen und vor allem wir Bayern haben schon ein besonderes Verhältnis zum dem hopfenhaltigen Kaltgetränk. Und mindestens einmal im Jahr darf das so richtig gefeiert werden: Am heutigen Tag des deutschen Bieres.

Der Marketinggag des Brauer-Bundes fällt nicht zufällig auf den 23. April. Denn heute vor genau 501 Jahren wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert – das wohl beliebteste Gesetz seit es Schokolade gibt, äh Bier. Im 19. Jahrhundert tranken viele bayerische Mütter sogar bis zu sieben Gläser am Tag, weil sie glaubten so ihre Kinder stillen zu können. Nach dem Motto: Wenn schon nicht satt, dann wenigstens blau.

Bier macht (bestimmt) kreativ, jung, schön ect.

Kein Wunder, dass deren Nachfahren das Bier gleich zum Grundnahrungsmittel erhoben haben. Bier macht aber auch kreativ. Zumindest wenn es daran geht, Anlässe zum Trinken zu (er-)finden. Nicht nur der Tag des deutschen Bieres, nein auch Waldfest, Seefest, Frühlingsfest, Oktoberfest, der Besuch der Schwiegermutter – irgendein Grund findet sich eigentlich immer. Zwölf Prozent der deutschen Männer würden ein Bier mit den Kumpels sogar heißem Sex vorziehen.

Ahnung von Bier haben wir Deutschen übrigens nicht. Schon bei ober- und untergärig wird’s bei den allermeisten dünn mit dem Fachwissen. Dafür wissen wir immer ganz genau, welches das beste Bier ist: Nämlich das eigene. Selbst der Papst lässt sich zum Geburtstag bayerisches Bier einfliegen. „Dös beste Bier, was ma weit und breit findt“, wusste schon der Buzi.

Was für eine Schnapsidee!

Übrigens ist heute nicht nur der Tag des deutschen Biers, sondern auch Welttag des Buches: Denn nicht nur das Reinheitsgebot fällt auf den 23. April, nein auch Geburt und Tod von Shakespeare sowie der Todestag von Miguel Cervantes (Don Quixote) fallen auf diesen Tag. Interessanterweise sind Cervantes und Shakespeare sogar am selben Datum gestorben: Dem 23. April 1616, also exakt 100 Jahre nach dem Reinheitsgebot.

Dennoch starb Shakespeare zehn Tage später als Cervantes. Da taucht zu Recht die Frage auf: Hä?! Die Erklärung ist, dass man es damals noch nicht so hatte mit den internationalen Standardmaßen. Daher galt in England noch der julianische Kalender, in Spanien schon der gregorianische.

Fernab aller historischen Tatsachen passen die beiden Tage aber wirklich gar nicht zusammen. Zwar könnte man dem spanischen Helden durchaus unterstellen, schon morgens die ein oder andere Hopfenschorle zu viel getrunken zu haben. Und auch so mancher Schüler wird bereits versucht haben, sich die Shakespeare Hausaufgabe schön zu trinken. Nichtsdestotrotz muss man Bier und Buch eigentlich separat genießen. Beides gleichzeitig feiern zu wollen, ist eine klassische Schnapsidee.

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