Ab kommenden Samstag: Deutschlands größtes Schach-Open in der Wandelhalle

Von Peter Posztos

Schach gilt vielen bekanntlich nicht als Sport. Wer sich eines Besseren belehren möchte, kann das in der Wandelhalle in Bad Wiessee tun.

Eine Woche lang dreht sich hier ab dem kommenden Samstag alles um Schach und die Offene Internationale Bayerische Schachmeisterschaft. 470 Teilnehmer spielen heuer um den Titel und Preisgelder in einer Gesamthöhe von 16.500 Euro. Und der Spielerandrang ist auch in diesem Jahr wieder sehr groß.

In der Wandelhalle findet die 15. Bayerische Schachmeisterschaft statt.

Bereits im September war laut den Veranstaltern für das Turnier keine Anmeldung mehr möglich. Und so entschied Hauptschiedsrichter Wolfgang Fiedler „eine Warteliste“ anzulegen. Zumindest im Nachrückverfahren könnten Interessierte noch am Turnier teilnehmen.

Denn das Turnier, welches vom 29. Oktober bis 6. November in der Wiesseer Wandelhalle stattfindet, ist beliebt und bringt Schachprofis und Amateure zusammen.

Auch in diesem Jahr ist das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt und das Großmeisterfeld so stark, wie nie zuvor. An den ersten Brettern kämpfen zwölf internationale Großmeister mit über 2600 ELO-Punkten.

Vor allem das Teilnehmerfeld sei für die internationale Schach-Elite ein hoher Anreiz am Turnier teilzunehmen, denn hier geht es meist um die zu erreichenden Punkte und Wertungszahlen, so Initiator Horst Leckner „Der Preisfonds in Höhe von 16.500 Euro ist zudem noch ein Zuckerl oben drauf.“

Größtes Schach-Open in Deutschland

Das Turnier in Bad Wiessee ist inzwischen das größte Schach-Open in Deutschland sowie eines der bedeutendsten europaweit. Im Jahre 1996 wurde die Veranstaltung mit dem damals in Bad Wiessee lebenden Großmeister Arthur Jussupow, Horst Leckner vom Schachclub Tegernsee und Peter Rie von der Tourist-Information Bad Wiessee ins Leben gerufen.

Aber auch für das Tegernsee Tal ist die OIBM eine sehr wichtige Veranstaltung. Rund 4.000 Übernachtungen in der Nebensaison bringen die acht Tage des Opens, wie uns Horst Leckner im letzten Jahr erzählt hat:

Initiator Horst Leckner / Aufnahme: Tegernseer Stimme

Herr Leckner, bedeutet „International Bayerischer Meister“, dass der Sieger auch aus dem Ausland kommen darf und trotzdem Bayerischer Meister wird?

Horst Leckner: Das ist richtig! Bei unserem Turnier sind insgesamt 30 Nationen aus vier Kontinenten am Start. Mit einer Ausnahme, Großmeister Alexander Graf, hatten wir bisher auch immer ausländische Sieger in Bad Wiessee.

Die Preisfonds sind ja sehr hoch. Wie wird die ganze Veranstaltung finanziert?

Horst Leckner: Mit Ausnahme der Titelträger zahlen die Teilnehmer eine Startgebühr. Dies stellt den absolut größten Teil der Finanzierung dar. Zusätzlich steht uns die KSK Miesbach-Tegernsee seit Beginn als Sponsor zur Verfügung und seit zehn Jahren sogar als Hauptsponsor des Turniers.

Kann man als Zuschauer auch vorbeikommen? Und wie hoch ist Eintritt?

Horst Leckner: Zuschauer sind sehr gerne erwünscht und es sind auch immer viele sehr viele Interessierte da. Deshalb werden auch weite Anfahrtsstrecken in Kauf genommen, um bei einem so attraktiven Turnier die Elite der Schachwelt live erleben zu können.
Der Eintritt ist übrigens völlig frei!

Ab wann wird es an so einem Turniertag richtig spannend?

Horst Leckner: Die Partien beginnen um 16 Uhr und dauern durchschnittlich etwa vier bis sechs Stunden. Die meisten Partien werden zwischen 19 Uhr und 21 Uhr entschieden, deshalb ist es in dieser Zeit wohl auch am spannendsten.

Und wer kommt am Ende wie ins Finale?

Horst Leckner: Jeder Spieler muss im Turnier neun Partien spielen. Das Turnier wird im sogenannten „Schweizer System“ ausgetragen. Hierbei werden immer die punktgleichen Spieler gegeneinander gepaart. Somit ergibt sich zum Schluss auch einfach die Spitze.

Noch eine letzte Frage. Wieviel Aufwand bedeutet die Organisation solch eines Turniers?

Horst Leckner: Natürlich steckt in einem so großen Turnier viel Arbeit. Mitarbeiter der Tourist Info sind Monate vor Beginn mit Organisationsarbeiten beschäftigt. Ich selbst bin für die Arbeiten im schachlichen Fachbereich zuständig.

Im Prinzip kann man sagen, dass nach der Schlussbesprechung eines Turniers sofort mit den Arbeiten des neuen Turniers begonnen wird. Natürlich haben wir z.B. für den Aufbau auch freiwillige Helfer vom Schachclub Tegernsee und auch Mitarbeiter vom Hotel zur Post sind für den Aufbau der Spieltische und Bestuhlung sehr hilfreich. Während des Turniers sind neben den drei Schiedsrichtern noch ständig sechs Personen tätig.

Es gibt im Übrigen keine andere Veranstaltung im Tegernseer Tal bzw. im Landkreis Miesbach,
die derart viele Übernachtungsplätze bringt. Bei uns müssen die Spieler alle mindestens
neun Tage übernachten und sich verpflegen. Viele von ihnen bringen auch ihren Ehegatten mit und
betrachten den Aufenthalt teilweise als Urlaub. Deshalb sicher eine Top-Veranstaltung für
unsere Tourismusbranche!


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