Die beliebtesten Schüler- und Studentenjobs im Tal

Dickes Fell erwünscht

Ins Kino gehen, das aktuelle Handy kaufen, neue Kleidung shoppen sind ein teurer Spaß. Weil das Taschengeld meist nicht reicht, sind viele Jugendliche darauf angewiesen, sich Geld mit Nebenjobs dazu zu verdienen. Wo sie das im Tegernseer Tal tun, lesen Sie hier.

Minijobs sind nicht nur etwas für Schüler: Sandra Dogan (45) ist das beste Beispiel.
Minijobs sind nicht nur etwas für Schüler: Sandra Dogan (45) ist das beste Beispiel.

Geld. Geld. Geld. Ohne geht es nicht. Es sei denn, man ist immun gegen die materiellen Verlockungen, die in Form von Handy, Kleidung und Urlaub täglich auf uns einprasseln. Oder hat so viel auf der hohen Kante liegen, dass man sich ebenfalls keine Gedanken darüber machen muss. Erfahrungsgemäß trifft weder das eine noch das andere auf die meisten von uns zu, und arbeiten zu gehen ist die einzige Möglichkeit, die Misere aus Haben und Kaufen-wollen zu beenden.

Doch wo arbeiten eigentlich die Jugendlichen aus dem Tegernseer Tal? Welche Nebenjobs sind beliebt und wer sucht aktuell? Wir haben die Stichprobe gemacht.

Gastro-Jobs in der Mehrzahl

Ganz klar: Der Klassiker ist und bleibt die Gastronomie. Wen wunderts: Das Tal ist berühmt für seine Berge und die bayerische Küche. Biergärten, Restaurants und Hotels gibt es in Hülle und Fülle. Um den Ansturm hungriger Gäste insbesondere an schönen Tagen bewältigen zu können, greifen viele Betriebe auf Aushilfskräfte zurück, die das Stammpersonal unterstützen.

Auch das Monte Lago in Rottach-Egern beschäftigt junge Erwachsene im Service und auf Minijob-Basis. Geschäftsführer Tobias Häusler bringt die Anforderungen an den Job auf den Punkt: „Arbeiten, wenn andere Freizeit haben.“ Dafür brauche man keine lange Einarbeitungsphase.

Gute Laune gepaart mit Freundlichkeit sind ganz wichtig, das Fachliche kommt mit der Zeit. Aber hin und wieder braucht man ein dickes Fell.

Insbesondere in Stresssituationen könne, so Häussler, auch schon mal ruppig zugehen.

An der Tanke im Einsatz

Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit sind überhaupt das A und O, was Arbeitgeber aus dem Dienstleistungssektor von ihren Mitarbeitern erwarten. So auch die Agip Service Station in Gmund, die derzeit neun Aushilfskräfte beschäftigt: „Wer bei uns hinter der Theke steht, hat viel Kundenkontakt“, sagt Junior-Chef Manuel Jaschke. Sein Vater Reinhard und er seien eigentlich permanent auf der Suche nach gutem Personal.

Kasse und Backshop bedienen sowie Servicedienste an der Zapfsäule leisten, sind ein Teil des Aufgabenspektrums. Die Arbeitszeiten – Wochenende und werktags ab 18 Uhr – sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Bei Schülern, die jedoch nur enge Zeitfenster haben, recht praktisch. Und Stichwort Sicherheit? Hier kann Manuel Jaschke beruhigen. Er kann sich an keinerlei brenzlige Vorkommnisse erinnern. Eine Garantie gibt es selbstredend nicht.

Leichte Arbeiten bereits ab 13 Jahren

Wer lieber getreu dem Sprichwort „Früher Vogel fängt den Wurm” arbeitet, für den ist vielleicht die Backstube genau das Richtige. Köstlicher Brotgeruch, leckere Kuchenauswahl – nicht das schlechteste Ambiente. Gute Erfahrungen mit Schülern und Studenten auf Minijob-Basis hat der Bäcker Bachmaier gemacht. Er ist im Tal mit drei Filialen vertreten. Wie die Verantwortlichen bestätigen, werde aktuell für den Verkauf in Tegernsee eine Aushilfskraft gesucht.

Interessanter Randaspekt unserer Recherche: Nicht jeder befragte Betrieb möchte jugendliche Aushilfen beschäftigen. Und schaut man sich das Jugendschutzgesetz an, wird klar, dass sich auch Arbeitgeber an einige Regeln zu halten haben, wenn sie Minderjährige einstellen.

Jobs
Im Handwerk sind junge Aushilfen eher selten.

Dort steht: Schüler ab 15 Jahren können bis zu vier Wochen im Jahr, also 20 Arbeitstage zu jeweils acht Stunden Ferienarbeit leisten. Die Arbeitszeit muss zwischen sechs Uhr morgens und acht Uhr abends liegen. Es gibt auch einige Ausnahmen: Im Bäckerhandwerk – nicht in Konditoreien – dürfen 16-Jährige um 5 Uhr anfangen, 17-Jährige um 4 Uhr. Ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr dürfen Jugendliche über 16 Jahre in der Landwirtschaft tätig sein.

Im Gaststättengewerbe dürfen über 16-Jährige bis 22 Uhr arbeiten. Arbeiten 14- oder 15-Jährige in künstlerischen Bereichen, dürfen sie mit Erlaubnis des Jugendamtes auch bis 22 Uhr arbeiten. An Wochenenden und Feiertagen gilt, von einigen Ausnahmen abgesehen, ein Arbeitsverbot für Jugendliche. Wenn Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren nicht mehr Vollzeit schulpflichtig sind, können sie bis zu acht Stunden täglich arbeiten, dürfen aber die Arbeitszeit von 40 Wochenstunden nicht überschreiten.

“Wir erwarten ein Mindestmaß an Flexibilität”

Wer sich an diese Vorschriften hält, bekommt keine Probleme mit den Behörden. Streng geregelt sind beispielsweise die Arbeits- und Pausenzeiten in der McDonald’s Filiale in Rottach. „Jugendliche unter 18 bekommen eine Stunde Pause, ab 18 steht eine Pause von 30 Minuten zu. Jeder Dienst wird per Stechuhr dokumentiert. Wer Überstunden macht, bekommt sie auch ausgezahlt“, weiß Rainer Parstätter, zuständiger Direktor Heinritzi Betriebs GmbH.

Die Wochenarbeitszeit liege zwischen zehn und 15 Stunden, zwei Schichten sind üblich. Je nach Interessengebiet und Fähigkeiten werden die Minijobber in verschiedenen Abteilungen eingeteilt. Von Service bis Produktion ist alles möglich. „Wir erwarten aber auch ein Mindestmaß an Flexibilität. So macht es auch mehr Spaß“, weiß Parstätter.

Und wer weiß: Vielleicht entpuppt sich der Minijob sogar als Sprungbrett für mehr. „Schauen Sie mich an“, sagt der Direktor, „mit 18 Jahren habe ich in der Systemgastronomie angefangen und ich bin immer noch hier.“

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