Die BOB in Erklärungsnöten

von Christopher Horn

Die BOB sorgt erneut für negative Schlagzeilen. Nachdem sie im Qualitätsranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) vor einigen Monaten zum wiederholten Mal einen der hinteren Plätze belegt hat, berichten uns Fahrgäste nun von großen Verspätungen und ausgefallenen Klimaanlagen.

Die Verantwortlichen wollen die Probleme bis Anfang kommender Woche beheben.

Der Zugbetrieb der Bayerischen Oberlandbahn läuft derzeit nicht reibungslos
Der Zugbetrieb der Bayerischen Oberlandbahn läuft derzeit nicht reibungslos

„Hier herrschen verheerende Zustände, die Klimaanlage funktioniert nicht, ältere Fahrgäste stehen kurz vor einem Kreislaufkollaps“, so Fahrgast Georg Bentheim. Und das ist leider nicht die einzige negative Aussage, die uns in den vergangenen Tagen und Wochen erreicht hat.

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Verspätungen von bis zu 40 Minuten oder gar Zugausfälle sind keine Seltenheit. „Ich musste vor Kurzem meine Tochter aus Schaftlach abholen, weil die BOB nicht gekommen ist“, berichtet eine verärgerte Mutter.

Betriebsstörungen auf verschiedenen Strecken

Auch heute kommt es laut Homepage der Bayerischen Oberlandbahn zwischen Holzkirchen und Tegernsee zu Verspätungen von rund 15 Minuten. Grund für den aktuellen Verzug sei eine technische Störung. „Die Verspätungen in den letzten Tagen haben eine Reihe von Ursachen“, berichtet BOB-Betriebsleiter Arno Beugel heute auf Nachfrage.

Zum einen habe es heute Morgen eine Stellwerksstörung bei Holzkirchen und am Dienstag eine liegen gebliebene S-Bahn bei München-Solln gegeben, so Beugel weiter.

Motoren überbelastet

Aber auch die Folgen des Hochwassers machen der Bayerischen Oberlandbahn offenbar noch immer zu schaffen. In den vergangenen Wochen war die Strecke zwischen Bayrischzell und Holzkirchen lange Zeit gesperrt gewesen, Passagiere mussten daher Ersatzbusse nutzen. In Bayrischzell waren Teile des Fundaments aus dem Bahndamm herausgespült worden und es kam zu Erdrutschen. Für die Durchführung der notwendigen Instandsetzungsarbeiten musste die die Strecke abschnittsweise für eine längere Zeit gesperrt werden.

Ferner wurden auf der Strecke Holzkirchen – Bayrischzell im Zuge der Aufräumarbeiten mehrere sogenannte Langsamfahrstellen eingerichtet. Die Züge müssen ihre Geschwindigkeit an diesen Stellen stark verlangsamen. Die Folge sind Verspätungen die sich noch immer auf dem gesamte Streckennetz auswirken. „Während des Hochwassers saßen mehrere Züge in Bayrischzell fest und konnten nicht genutzt werden“, erläutert Beugel. Aus diesem Grund habe man andere Züge länger als eigentlich üblich in Betrieb gelassen, so der Betriebsleiter. Da viele dieser Wagen in dieser Zeit auch nicht in dem üblichen Maße gewartet werden konnten, streiken nun offenbar in einigen von ihnen die Klimaanlagen. Dazu Beugel:

„Wir haben Probleme mit den Motoren, die sich auch auf den Betrieb der Klimaanlagen auswirken.“

Man arbeite derzeit aber fieberhaft daran, diese in den Griff zu bekommen, so Beugel. Dafür legen die Mechaniker offenbar auch Nachtschichten ein, wie uns die BOB-Verantwortlichen bestätigen.„Zur Stabilisierung des Betriebs arbeiten wir aktuell mit Hochdruck daran, die Wartungen nachzuarbeiten. Für die gesamte Fahrzeugflotte werden wir voraussichtlich rund drei bis vier Wochen benötigen“ erklärt Dr. Axel Sondermann, Geschäftsführer der BOB in einer Pressemitteilung.

Bis dahin müssen die Fahrgäste wohl auch weiterhin mit Verspätungen und anderen Unannehmlichkeiten rechnen. Davon seien aber natürlich nicht alle Züge betroffen, betont Beugel. Und auch ein Fahrgast, der namentlich nicht erwähnt werden will, teilte uns heute mit: „Mein Fahrt von München nach Tegernsee verlief reibungslos, auch die Klimaanlage hat funktioniert.“

Entschädigung für Fahrgäste noch unklar

Über den aktuellen Stand informiert die BOB auf ihrer Homepage und über einen eigenen Twitter-Account. Zudem gelte es, die Durchsagen auf den Bahnsteigen zu beachten, so Beugel weiter. Ob die Passagiere für die Unannehmlichkeiten entschädigt werden, ist derzeit noch unklar. „Dazu kann ich im Moment nichts sagen“, so Beugel abschließend.

Die Fahrgäste der BOB haben derzeit wenig zu lachen
Die Fahrgäste der BOB haben derzeit wenig zu lachen

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