Kurzfristig umsetzbar und wenig kostenintensiv?
Tal-Bürgermeister zu Tempo 30

von Simon Haslauer

Tempo 30 rund um den Tegernsee? Für eine Bürgerinitiative aus Gmund ist dies durchaus denkbar. Doch was sagen die Bürgermeister dazu? Fließt der Verkehr im Tal vielleicht bald wirklich langsamer?

Die Vertreter der Bürgerinitiative (li.) mit Peter Schiffmann (re.) und Wolfgang
Rzehak. / Quelle: LRA Miesbach

Anfang Dezember fand eine Bürgermeisterdienstversammlung mit den Talbürgermeistern statt. Die Bürgerinitiative “AGmunda Verkehr” war mittendrin. Unter anderem wurde über das Thema “Tempo 30 im Innenbereich der Talgemeinden” diskutiert. Zuvor war die Bürgerinitiative bereits im Landratsamt bei Landrat Wolfgang Rzehak zu Gast. Wir berichteten.

Dort trat “AGmunda Verkehr” bereits mit dem Vorschlag der Tempobeschränkung auf 30 km/h in den Talkommunen an den Landrat heran. Eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung wäre laut der Bürgerinitiative eine kurzfristig umsetzbare und wenig kostenintensive Maßnahme. Der Verkehr würde wieder fließen, auch Lärm und Feinstaub könnten damit reduziert und die Sicherheit erhöht werden. Dorit Guttenberg von “Agmunda” forderte von den Gemeinden: “Wir brauchen mutige Bürgermeister!”

Rzehak zeigte sich zwar begeistert, sah die Verantwortung in erster Linie jedoch bei den Gemeinden. Laut Rzehak kann das Landratsamt erst tätig werden, wenn sich die Gemeinden einig sind. “Die Forderung dazu sollte aber aus den Tal-Gemeinden kommen”, erklärte er.

Das sagt Peter Höß …

Bad Wiessees Bürgermeister, Peter Höß, befand den Vorschlag der Bürgerinitiative für “sehr gut” und appellierte an seine Mit-Bürgermeister:

Nur ein gemeinsames Handeln aller Talgemeinden führt in diesen Fragen zum Erfolg.

Weiter argumentiert er, “80 Prozent der Nebenstraßen in München haben Tempo 30. Sogar an der Rosenheimer Straße, wo täglich über 35.000 Autos fahren gibt es einen Tempo 30 Bereich. Die Gemeinden um den Tegernsee sind entweder heilklimatische Kurorte oder Heilbad. Alleine deshalb ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung sinnvoll.” Es gehe nicht nur um die gute Luft, die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern, sondern auch um eine Reduzierung der Lärmbelastung.

“Mit Tempo 30 kann schnell und mit verhältnismäßig geringem Kostenaufwand eine spürbare Verbesserung der Verkehrssituation erreicht werden. Die anderen Ziele, wie zum Beispiel ein kürzerer Zeittakt beim ÖPNV oder eine zweite Schiene von Gmund bis Holzkirchen, brauchen wesentlich mehr Zeit und dürfen keinesfalls vernachlässigt werden”, betonte Höß.

Das sagt Johannes Hagn…

Beim Thema Lärmbelastung konnte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn seinem Kollegen vollends zustimmen. In Tegernsee ist man ebenfalls der Auffassung, dass die Diskussion auf jeden Fall weitergeführt werden muss. Hagn argumentierte:

Aus meiner Sicht ist die Maßnahme alleine aus der Lärmschutzsicht sehr sinnvoll.

Desweiteren setzt man sich in Tegernsee dafür ein, dauerhafte Messstationen in Gmund und Kreuth aufzustellen. Die sollen dabei helfen, die tatsächlichen Ausmaße des “Verkehrschaos” zu ermitteln.

Das sagt Alfons Besel…

In Gmund ist man der Meinung, dass die Vorteile einer innerörtlichen Tempobeschränkung auf 30 km/h klar überwiegen. Besel argumentiert, dass man damit mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer schaffe, Autofahrer besser auf gefährliche Situationen reagieren könnten und der Reifenabrieb verringert wird. Das hätte wiederum weniger Feinstaub zur Folge.

Besel zeigt sich optimistisch und freut sich, dass nun Bewegung in ein Thema kommt, das bereits Teil seines Wahlkampfs war.

Das sagt Josef Bierschneider…

In der Kreuther Gemeinde ist man sich zwar sicher, dass eine allgemeine Tempobeschränkung auf 30 km/h den Durchgangsverkehr unattraktiver machen würde, aber gleichzeitig würde die Maßnahme auch dafür sorgen, dass Talbewohner diese Beschränkung tagtäglich in Kauf nehmen müssten.

Bierschneider meinte: “Eine Tempo-30-Begrenzung auf Durchgangsstraßen ist aber nur dann wirklich konsequent umsetzbar, wenn entsprechende Tempokontrollen durchgeführt werden. Bei uns in Bayern ist derzeit Seitens der Straßenbaulastträger (Staatliche Bauämter) meines Wissens noch kein großes Interesse da, verstärkt stationäre Blitzer aufzustellen, die die Einhaltung der Tempolimits dann auch gewährleisten. In Baden Württemberg gibt es mittlerweile deutlich mehr stationäre Blitzer.”

Weiterhin gibt der Kreuther Bürgermeister einen kleinen Ausblick auf die Gemeinderatssitzung im Februar, dort wird voraussichtlich das Kreuther-Verkehrskonzept vorgestellt.

Und das sagt Christian Köck…

Rottachs Bürgermeister Christian Köck hielt sich zurück. Er erklärte:

Da diese Besprechungen stets intern sind, bin ich nicht befugt, Ihnen über die Inhalte Auskunft zu geben.

In Rottach möchte man abwarten. Bevor das Thema mit dem Gemeinderat und jeweiligen Behörden geklärt wurde, möchte sich Köck nicht äußern.

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