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Eckpunktepapier zur geplanten Therme auf dem Jodbadareal

Wiessee liefert Investoren Argumente

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 18. September / 15:26 Uhr
Mit dem Jod-Schwefelbadareal haben die Verantwortlichen in Bad Wiessee bekanntlich Großes vor. Geplant ist ein Thermenkomplex mit Hotel und Gesundheitszentrum. Über 100 Millionen Euro soll das Investitionsvolumen betragen.

Nun spricht die Gemeinde potentielle Geldgeber an und hat dafür ein Eckpunktepapier über das Projekt zusammengestellt. Dabei ist die Resonanz laut Bürgermeister Peter Höß durchaus positiv. Ein erstes Fazit will man Ende Oktober ziehen.

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so könnte das Areal rund um das Jod-Schwefelbad einmal aussehen
So könnte das Areal rund um das Jod-Schwefelbad einmal aussehen Bild: Gemeinde Bad Wiessee

Darüber wie es mit den Jod-Schwefelbad nun weiter geht und den aktuellen Stand der Planungen informierte Bürgermeister Peter Höß die Öffentlichkeit erst Ende Juli. Nun ist die Investorensuche für das Vorhaben in vollem Gange. Das bestätigte der Wieseer Bürgermeister gestern im Gemeinderat.

Eckpunkte des Projektes

Demnach hat sich das Gremium in einer nicht öffentlichen Sitzung Ende August auf ein Eckpunktepapier verständigt, das potentiellen Investoren das Projekt schmackhaft machen soll. Darin wurden wesentliche Eckpunkte zur Entwicklung des Areals festgehalten. Enthalten sind eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Elemente des Projektes. Neben der Therme, sind ein großes Hotel sowie ein Gesundheitszentrum geplant.

Auch zu planerischen Rahmenbedingungen, wie den Denkmalschutz, den Umgang mit den Heilquellen, aber auch den Hochwasserschutz finden sich detaillierte Erläuterungen. Dass die Gemeinde damit scheinbar einen gewissen Nerv getroffen hat, machte Bürgermeister Peter Höß gestern deutlich:

Das Papier hat bereits das Interesse einiger Investoren geweckt, es wird regelmäßig bei uns angefordert.

Auch in einer Immobilienfachzeitung habe man inseriert, so Höß weiter. Ein erstes Fazit darüber, wie die Resonanz der Investoren auf das Eckpunktepapier ist, wollen die Verantwortlichen in der Gemeinde Ende Oktober ziehen.

Baubeginn für das gesamte Kurareal dürfte, abhängig von der Frage, ob eine EU-weite Ausschreibung nötig ist oder nicht, wohl erst Anfang 2015 sein. Dabei ist mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren zu rechnen. Die Fertigstellung der Therme dürfte somit nicht vor 2017 realisierbar sein.

Ursprünglicher Artikel vom 25. Juli mit der Überschrift: Bürgerversammlung zum Jodbad Areal
Gestern fand im Wiesseer Gasthof zur Post die insgesamt dritte Bürgerversammlung zum Thema Jodschwefelbad und der neuen Therme statt. Diesmal wurde insbesondere über die Verkehrssituation gesprochen und die Investorensuche zumindest angeschnitten. Eines stellte Bürgermeister Höß allerdings energisch klar: Es gibt für Wiessee keine andere Möglichkeit als den eingeschlagenen Weg.

Bürgermeister Peter Höß erklärte auf der gestrigen Bürgerversammlung die Pläne der Gemeinde.
Bürgermeister Peter Höß erklärte auf der gestrigen Bürgerversammlung die Pläne der Gemeinde.

„Zu sportlich gewählt“

Bürgerbeteiligung in höchstem Maße schreibt sich die Gemeinde beim Thermen-Projekt auf die Fahnen. Daher wollte man eigentlich bereits im April über die neuen Erkenntnisse in Sachen Therme informieren. Dieser Zeitpunkt war allerdings nicht zu halten. „Der Termin war zu sportlich gewählt“, gab Bürgermeister Peter Höß gleich zu Beginn des gestrigen Abends zu.

Dafür konnte man nun allerdings diverse neue Sachstände präsentieren. So hat man in der Gemeinde die zurückliegenden Monate dazu genutzt, das Gespräch mit Behörden, Investoren, Betreibern und Anliegern zu suchen. „Alle diese Gespräche haben uns bestätigt, dass wir mit der Konzeption von Matteo Thun auf dem richtigen Weg sind“, so Höß.

Kreisverkehr als Lösung

Neben dem Geothermiegutachten zu den Quellen warteten die Zuhörer gestern insbesondere auf die Aussagen zum Verkehrskonzept. Wie Städteplaner Eberhard von Angerer erklärte, musste durch aktuelle Erkenntnisse das Konzept noch einmal überdacht werden.

Die Verantwortlichen favorisieren mittlerweile eine Lösung mit einem Kreisverkehr, der an der Abzweigung von der Hauptstraße in Richtung Kurparkareal entstehen soll. Dieser hätte zum einen den Vorteil, dass der Verkehrsfluss besser geleitet werden könnte. „Zum anderen würden Autofahrer aus Richtung München nach der Einfahrt in den Ort erst einmal entschleunigt“, so von Angerer.

Vorab hatte Bürgermeister Höß auch schon Kontakt mit dem Straßenbauamt aufgenommen. Dieses sieht eine Umsetzung als durchaus machbar an, plädiert allerdings auf einen relativ großen Durchmesser. „Ich habe ihnen aber schon gesagt: Wenn das zu teuer wird, sprengt es unsere Möglichkeiten“, so Höß bei der gestrigen Versammlung.

Therme muss kleiner werden

Bei der Frage der Kostenübernahme kam die Sprache dann fast automatisch auf den neuen Investor. „Es ist durchaus üblich, dass der Investor den Ausbau der Straßen und die bisherigen Planungskosten von knapp 300.000 Euro übernimmt“, so Anwalt Dr. Bachmann, der die Gemeinde in rechtlichen Fragen berät.

Bei den bisherigen Gesprächen habe sich gezeigt, so Bachmann weiter, dass wohl ein einzelner Investor das gesamte Projekt übernehmen werde. Gleichwohl soll es mehrere Betreiber geben. „Der Hotelbetreiber weiß nicht, wie man eine Therme betreibt und umgekehrt“, so Bachmann.

Entgegen der bisherigen Annahmen sei das Heilwasserbad zudem sehr wohl wirtschaftlich zu betreiben. Dafür muss die Therme aber um einiges kleiner ausfallen als geplant. „Die Therme wird sicher nicht so groß werden wie bisher gedacht“, meint Bachmann.

Blick in die Zukunft

Zudem wurde auf der Veranstaltung auch noch ein kleiner Einblick gegeben, was in nächster Zeit ansteht. So soll auf einer Gemeinderatssitzung im August der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan beschlossen werden. Außerdem wird der konkrete Eckpunkteplan, der später dann den Investoren vorgelegt wird, dem Gemeinderat vorgestellt werden

Baubeginn für das gesamte Kurareal dürfte, abhängig von der Tatsache, ob eine EU-weite Ausschreibung nötig ist oder nicht, wohl erst Anfang 2015 sein. Bei diesem Punkt regte sich verhaltenes Murren im Saal. Die Bürger hatten wohl mit einem früheren Beginn der Arbeiten gerechnet.

Und das, obwohl die Verantwortlichen im Anschluss betonten, dass dies schon ein sehr ambitionierter Zeitplan sei. Die gesamten Bauarbeiten sollen dann, entgegen der ursprünglichen Planung, in einem Durchgang vollzogen werden und zwischen eineinhalb und zwei Jahren dauern. Damit wird das Kurviertel in Bad Wiessee frühestens 2017 fertig sein.

Als die Frage schließlich noch einmal auf die Finanzlage der Gemeinde kam, und ob man einen Plan B für ein Worst-case-Szenario habe, verwies Höß auf die Alternativlosigkeit der Pläne:

„Es ist unsere einzige Chance, das Defizit vom Badepark und Jodschwefelbad zu lösen. Wir haben keine andere Möglichkeit.“

Oberstes Bild: Gemeinde Bad Wiessee

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