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Preysings Erfolgsgeschichte

Dank der Aufzucht erholt sich der Fischbestand im Tegernsee wieder und das Interesse am Wiesseer Aquadome wächst: So lautet das Fazit der heutigen Eröffnung der neuen Aquarien. Der Erfolg ist vor allem Christoph von Preysings Konzept geschuldet.

Von links: Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayern, Christoph von Preysing, Berufsfischer, Peter Höß, Bürgermeister Bad Wiessee und Prof. Albert Göttle, Landesfischereiverband Bayern beim Einsetzen von 500 Seeforellen-Setzlingen
Von links:
Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayern, Christoph von Preysing,
Berufsfischer, Peter Höß, Bürgermeister Bad Wiessee und Prof. Albert Göttle,
Landesfischereiverband Bayern beim Einsetzen von 500 Seeforellen-Setzlingen

Der heutige Termin an dem frisch sanierten Aquadome in Bad Wiessee soll dem angereisten Präsidenten des Bezirkstags Oberbayern, Josef Mederer, zeigen, dass die Steuergelder sinnvoll eingesetzt wurden. Immerhin haben der Bezirk und der Fischereiverband Bayern zusammen 100.000 Euro in die Modernisierung der „in die Jahre gekommenen Gebäude investiert“, so Mederer, „denn wir wollten unserem Auftrag gerecht werden“.

Den Löwenanteil davon verschlang ein neues Pumpensystem für das Bruthaus. Denn das größte Problem war die Wasserversorgung. In der Vergangenheit wurden die Aquarien im Bruthaus mit Grundwasser versorgt, nun werden sie direkt mit 60.000 Liter Seewasser gespeist. Das sei wärmer und nährreicher für die Fische. Mederer erklärt:

Die Ursprungsidee für das Fischbruthaus war die Tatsache, dass einige Fischarten wie die Seeforelle, der Seesaibling und die Sandfelche im Bestand bedroht waren. Hier mussten wir als Partner der Seefischerei handeln.

Inzwischen gebe der Erfolg der damaligen Entscheidung Recht. „Mittlerweile können wir jährlich bis zu 100.000 Seeforellenbrütlinge einsetzen. Damit hat sich der Bestand am Tegernsee erholt und die Population funktioniert“. Nachdem nun bis zu 20 Pfund schwere Seeforellen geangelt werden, sei das doch eine tolle Geschichte. Nur der Seesaibling brauche noch eine Anschubhilfe, „der Bestand ist noch nicht ausgereift“, so Mederer weiter.

Modernste LED-Technik

Das Highlight aber sei der neue Aquadome gegenüber. “Der Aufwand hat sich gelohnt.” Hier stellt jedes Aquarium eine andere Seeregion dar. Die ufernahen Bereiche verfügen über genügend Astwerk und Wurzeln, damit sich die Fische wie zuhause fühlen. Im tiefen See und in den Flussmündungen wechseln sich Kiesel und kleine Riffe ab.

Ein Renkenschwarm im neugestalteten Aquadom.
Ein Renkenschwarm im neugestalteten Aquadome.

Das Licht kommt mit modernster LED-Technik von oben. Damit sind nicht nur die Setzlinge und Renkenschwärme im Aquarium besser auszumachen, auch die ausgewachsenen Arten hinterlassen flößen Besuchern größeren Respekt ein. Allen voran ein kapitaler Stör. Beim Schwimmen im Tegernsee möchte man ihm eher nicht begegnen. Zum Glück bevorzugen sie eher die Tiefe als die Oberfläche des Sees.

Damit der Besucher das Gefühl hat, in den See einzutauchen und dabei das Wissen über Fische vermittelt bekommt, halte der Landesfischereiverband Bayern die Investition „für eine gute Sache in einen guten Zweck“, sagt dessen Präsident Professor Albert Göttle. „Denn so können wir den Artenschutz fördern, da die Fischerei darunter leidet, dass die Fische zu wenig im Bewusstsein der Bevölkerung sind“.

Aufzucht auch für andere Seen

Dies könnte sich langsam ändern und das liegt in erster Linie an Christoph von Preysing. Seit der Übernahme vor drei Jahren erfreut sich der Aquadome großer Beliebtheit. Nicht nur das Fischerei-Bistro zieht viele Besucher, vor allem junge Leute an, sondern auch die Fischschau kommt „bei Besuchern sehr gut an”, so Preysings Fazit.

Und die neugestalteten Aquarien begeistern vor allem die Kleinen: „Beliebt ist der Aquadome auch bei Schulausflügen. Allein am Montag waren etwa 300 Kinder da“, erklärt der Berufsfischer stolz. Hier würden die jungen Besucher mehr über den natürlichen Lebensraum von Fischen und deren Verhalten im Wasser erfahren. „Zum Beispiel bei den Karpfen. In deren Aquarium ist das Wasser trüber, weil sie grundeln, also im Kies nach Nahrung suchen“, so der Berufsfischer. Und auch Bürgermeister Peter Höß zeigt sich von dem Konzept überzeugt:

Ich freue mich, dass dieses Vorhaben, das schon vor über zwanzig Jahren ins Leben gerufen wurde, nun mit der Modernisierung eine Fortsetzung nimmt. Es ist ein attraktiver Anziehungspunkt für die Gäste im ganzen Tal.

Außerdem profitiere nicht nur der Tegernsee von der Aufzuchtstation, „sondern auch andere oberbayerische Seen“. Als symbolisches Zeichen dafür wurden heute 500 Seeforellen-Setzlinge in den Tegernsee ausgesetzt. In drei bis vier Jahren könnten sie dann eine Größe erreicht haben, die das Herz eines Fischers höher schlagen lässt.


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