"Night of Light" - Ein Hilferuf der Veranstaltungsbranche
Die Gmunder Coworkerei sieht rot

von Filiz Eskiler

Ein rotes Licht wurde gestern Abend auf die Coworkerei in Gmund geworfen. Dahinter steckt eine deutliche Nachricht. Die nächsten 100 Tage seien für die Veranstaltungswirtschaft nicht zu überstehen. Die Geschäftsführerin der Agentur “flowmotion” hat klare Forderungen. Und auch TTT-Chef Christian Kausch macht sich Sorgen. 

Mit der Aktion “Night of Light” will die Veranstaltungsbranche auf sich aufmerksam machen, so auch die Coworkerei in Dürnbach/Gmund. / Quelle: Anja Freitag

Die Coworkerei in Gmund wurde gestern Abend in Licht getaucht. Am Montag, den 22. Juni, leuchtete der Firmensitz der Agentur „flowmotion“ in Dürnbach in der Farbe rot. Damit beteiligte sich die Coworkerei an der bundesweiten Aktion „Night of Light“, ein Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft.

Befürchtung einer Insolvenzwelle

„Wir teilen die Meinung der Initiatoren von „Night of Light“, dass die Veranstaltungswirtschaft die nächsten 100 Tage nicht überstehen wird“, so die Geschäftsführerin der „flowmotion“ GmbH, Anja Freitag. Sie hat klare Forderungen:

Um eine Insolvenzwelle in der Branche zu verhindern, muss die Bundesregierung tätig werden. Anstelle von Kredit-Programmen brauchen wir echte Hilfe, um Arbeitsplätze zu erhalten und nach überstandener Krise wieder besondere Event-Erlebnisse möglich zu machen.

Die Agentur „flowmotion“ sei „von Beginn der COVID-19-Krise an unmittelbar von deren Auswirkungen betroffen“, betont Freitag. Seit März 2020 dürfen Events, Messen, Festivals oder Tagungen nicht mehr stattfinden. Ein Ende dieser Situation sei vorerst nicht in Sicht, macht die Geschäftsführerin deutlich. „Wir hoffen, dass unser Lichtsignal gesehen und unser Hilferuf erhört wird“, so Freitag.

Kaum Möglichkeiten für die Veranstaltungsbranche im Tal

Der Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH, Christian Kausch, teilt Freitags Meinung. Gerade die Kultur- und Veranstaltungsbranche habe es hart erwischt und wird noch lange Zeit leiden. Kausch verdeutlicht das Ausmaß:

Es ist eine Branche, bei der es nicht nur um die Künstler geht, sondern auch um die Veranstaltungstechniker, um Werbeleute, um Masken- und Bühnenbildner und viele mehr. Da hängt wahnsinnig viel dran.

Aktionen wie “Night of Light” seien besonders wichtig, um auf sich aufmerksam zu machen, erklärt Kausch. Gerade deshalb hofft er, dass noch weitere Aktionen folgen. Denn im Moment gebe es nur sehr geringe Möglichkeiten, das verpasste kulturelle Programm im Tegernseer Tal, wie beispielsweise die Seefeste oder Konzerte, aufzufangen. Einer dieser Möglichkeiten sei das Umsetzen der Blasmusikkonzerte, welche nur mit einem strengen Hygienekonzept stattfinden dürfen.

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