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Geisterhäuser beim Wiesseer Rathaus

„Die haben sich verspekuliert“

Vor fünf Jahren geplant, glänzt die „Residenz Wallbergblick“ noch immer durch Leerstand. Das sei eine Fehlplanung, hieß es unisono im Bauausschuss von Bad Wiessee.

Die Häuser
Die Residenz Wallbergblick hinter dem Wiesseer Rathaus.

Die Wohnanlage mit zwei Häusern, sechs Läden, elf Wohnungen und 30 Tiefgaragenplätzen hinter dem Rathaus liegt verwaist da. Nur drei Wohnungen scheinen benutzt. Die Gewerbeeinheiten im Erdgeschoß seien noch im Rohbau, so Bauamtsleiter Helmut Köckeis vor dem Bauausschuss am Dienstagabend. Für Robert Huber (SPD) ist der Fall klar:

Die haben sich verspekuliert.

Aus der erhofften „Gewinnmaximierung“ sei nichts geworden. Auf dem Ratstisch lag der Antrag der Tria Ena Gmbh, die eine Nutzungsänderung für die vier Läden im vorderen Haus wollte. Diese sollten zu vier Ferienwohnungen mit jeweils vier Betten umfunktioniert werden. „Denn für die Gewerbeflächen hat sich bis heute kein Interessent noch ein Käufer gefunden“, so Köckeis.

Er wäre für die Umwandlung, denn das Vorhaben gehe schier endlos über seinen Schreibtisch, weil es ständig Änderungen gebe. Wie schon Jahre zuvor. „Immer wieder ist es zu Nutzungsänderungen gekommen, die baurechtlich nicht genehmigt waren“. Letztlich verfügte das Landratsamt einen Baustopp für das rückwärtige Gebäude und verlangte einen Tekturplan. Zu viel ging schief. Oft drang Wasser in die Baugrube und die Zufahrt zum hinteren Haus hatte nicht die nötige Breite von drei Metern.

„Von Tuten und Blasen keine Ahnung“

„Der Eigentümer, der nur einmal bei uns war, hatte einen Kompagnon im Boot, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte“, klagte Köckeis. „Dies Ganze ging extrem schlecht los. Es wäre schön, wenn wir nach so vielen Jahren endlich einmal einen rechtlich einwandfreien Zustand dort bekämen“. Jetzt habe man dies unter Umständen nochmals zwei weitere Jahre.

So könnte es kommen, denn niemand unter den Gemeinderäten fand sich, der für die Umwandlung in Ferienwohnungen stimmte. Alle hatte die Sorge vor einem Trojanischen Pferd, dass die Tria Ena aus diesen Ferien- weitere Eigentumswohnungen in den Erdgeschossen macht. „Es ist nicht unser Risiko als Gemeinde, für die Vermietung der Flächen zu sorgen“, kritisierte Klaudia Martini (SPD), „wenn der Bauwerber nun daraus Ferienwohnungen machen will, kommt genau das raus, was er von Anfang an machen wollte, nämlich nur Eigentumswohnungen. Das ist unser Sorgenkind und deswegen städtebaulich nicht erfreulich“.

Ähnlich formulierte es Florian Sareiter (CSU): „Für mich ist die Nutzungsänderung eine Salamitaktik, um aus Gewerbeflächen Ferienwohnungen und dann daraus echte Eigentumswohnungen zu machen. Diese Gefahr besteht“.

Gemeinde sucht Gespräch

Bürgermeister Peter Höß (Wiesser Block) berichtete von vielen Gesprächen mit dem Bauwerber. „Doch jetzt sollen wir etwas in Ordnung bringen, was die über Jahre kaputtgemacht haben“. An so einer prominenten Stelle gebe es schönere Objekte. „Das ist schon eine Zumutung“. Fritz Niedermaier (FWG): „Der Bauausschuss ist nicht dazu da, Fehlplanungen von Architekten nachträglich gutzuheißen und zu verbessern“.

Aber die erzürnten Ratsmitglieder suchten nach der „Mistplanung“ auch nach Lösungsvorschlägen. Höß schlug ein Gespräch mit dem Bauwerber und den Fraktionssprechern vor. Vielleicht kommt „die Kuh dann vom Eis“.


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