Eine Hochschule für das Tegernseer Tal

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Von Martin

Seit Oliver Reitz, Geschäftsführer der SMG laut über eine Hochschule für das Tegernseer Tal nachgedacht hat, wird hauptsächlich eines diskutiert: Ist das Gut Kaltenbrunn ein passender Standort? Und was sagt die Schörghuber-Gruppe, als Eigentümer des seit Jahren brachliegenden Areals, zu der Idee?

Doch laut Reitz ist die Standortfrage und darüber hinaus auch die Finanzierung derzeit noch absolut sekundär.

„An erster Stelle steht die Frage, welche Studieninhalte und Fakultätsgröße am Tegernsee sinnvoll sind. Völlig losgelöst von einem konkreten Standort.“

In den nächsten drei bis vier Wochen werde man konkrete Sondierungsgespräche führen. Das Ziel sei es erst einmal Struktur in die Thematik Hochschule am Tegernsee zu bringen, so Reitz. Mit wem man die Gespräche führen wird, möchte der SMG-Geschäftsführer derzeit nicht verraten. Doch die Ergebnisse sollen für eine erste Einschätzung sorgen: „Danach sehen wir weiter, ob die Hochschule vielleicht auch nur eine unerreichbare Vision gewesen ist.“

Denn bisher ist eigentlich noch nicht viel passiert. Die ersten Ideen in größerer Runde entstanden bei einem planmäßigen Treffen der Bürgermeister im Januar, bei der neben den fünf „Tal-Chefs“ auch Georg Overs und Oliver Reitz anwesend waren. Es entwickelte sich ein loses Gespräche darüber, ob eine Hochschule für das Tegernseer Tal überhaupt Sinn macht.

Eine Nische für den Hochschulstandort Tegernsee

Der Landkreis Miesbach wurde jüngst von der Bertelsmann Stiftung als Bildungslandkreis Nummer eins in Deutschland ausgezeichnet. Dazu trägt sicher auch das Gymnasium Tegernsee als höchste schulische Bildungsinstitution im Tegernseer Tal bei. Doch im Anschluss an das Abitur gibt es für Absolventen derzeit keine Möglichkeit sich vor Ort akademisch weiter zu bilden.

Da Oliver Reitz das Thema Bildung unter anderem zu den Aufgaben der SMG zählt, war es für den studierten Wirtschaftsgeograph nur folgerichtig sich auch über eine Hochschule Gedanken zu machen. „Von einer solchen Bildungseinrichtung könnte letztlich das gesamte Tegernseer Tal profitieren, da man Fachkräfte direkt in der Region ausbilden kann. Damit setzen wir in Sachen Bildungslandkreis noch einen oben drauf“, sagt Reitz.

Durch eine Hochschule würden auswärtige Studenten angelockt und damit auch die Altergruppe zwischen 18 und 30 gestärkt. Für Reitz steht fest: „Das würde letztlich auch der Bevölkerungsstruktur gut tun.“

Studienrichtungen wie Tourismus oder Gesundheit wären prädestiniert, weil diese einfach zur Gegend passen. „Das Ziel muss es sein, einen Nischenstudiengang mit Zukunft zu finden. Ideal wäre es natürlich dafür die nötige Kompetenz und das fachliche „Know-how“ vor Ort zu haben“.

Ob privat oder staatlich sei in diesem Zusammenhang genauso offen wie die Größe und Ausgestaltung eines möglichen Tal-Campuses.

Bezahlbarer Wohnraum für Studenten

Als mögliches Hindernis für einen Hochschulstandort könnten sich die hohen Mietpreise im Einzugsgebiet der fünf Talgemeinden entpuppen. Bezahlbare Wohnungen sind rar. Studentenbuden und klassische Wohngemeinschaften eine Ausnahme auf dem Wohnungsmarkt.

Auf den zeitlichen Horizont angesprochen verweist Reitz auf die vielen ungeklärten Punkte. Wenn man eine Hochschule findet, die bereit ist einen Teilbereich komplett auszulagern, hätte man zumindest rein Zulassungstechnisch keine größeren Probleme.

Falls aber eine Fakultät komplett neu aufgebaut werden muss, betragen alleine die Mindestfristen für die Zulassung mehr als zwölf Monate. Hinzu käme der Faktor Finanzierung. Und dieser hängt widerrum von Größe, Standort und möglichen Partnern ab.

Nach dem Beispiel der zukünftigen SMG-Finanzierung sieht Reitz die größte Chance in einer Teilfinanzierung durch die regionale Unternehmen. Da gebe es viele potente Investoren. Und wir tun nicht falsch daran, das auf viele Beine stellen.

In zwei bis drei Monaten soll es weitere Gespräche im Rahmen der Bürgemeisterrunden geben. Denn offiziell hat die SMG derzeit weder ein Mandat noch eine verantwortliche Betreuungsfunktion. „Wir haben Erfahrungen und gewisse Netzwerke. Aber wir sind auf Anregungen und Ideen von außerhalb angewiesen. Und freuen uns wenn die Bevölkerung daran mitwirkt.“


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