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Künftiger TTT-Chef Stephan Köhl im TS-Interview

„Die kleinen Vermieter sind das Rückgrat“

Von Robin Schenkewitz

Stephan Köhl wird der neue Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH. Damit tritt der Oberbayer ab 1. Januar die Nachfolge von Georg Overs an. Im Interview mit der Tegernseer Stimme äußert sich Köhl nun erstmals zur Lage des Tourismus am Tegernsee und nennt seine Ziele. Den kleinen Vermietern macht er Mut und nimmt sie gleichzeitig in die Pflicht.

Stephan Köhl wird zum 1. Januar 2016 neuer TTT-Geschäftsführer Quelle: Stephan Köhl
Stephan Köhl wird zum 1. Januar 2016 neuer TTT-Geschäftsführer.

Seit gestern ist bekannt, dass Stephan Köhl zum 1. Januar 2016 die Nachfolge des scheidenden TTT-Geschäftsführers Georg Overs antreten wird. Der 51-Jährige kennt das Tegernseer Tal schon von Kindesbeinen an, gilt als ausgewiesener Tourismusfachmann und ist seit 2009 Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.

Tegernseer Stimme: Guten Tag Herr Köhl: Sie waren einer von 70 Bewerbern auf die Stelle des Geschäftsführers der TTT und haben letztlich den Zuschlag erhalten. Warum haben Sie sich für den Job des TTT-Geschäftsführers beworben?

Stephan Köhl: Ich kenne Georg Overs schon lange und weiß das Tegernseer Tal schon immer zu schätzen. Gemeinsam mit dem Allgäu, Garmisch-Partenkirchen und den Berchtesgadener Land gehört der Tegernsee zu den vier größten Marken in Oberbayern. Das was die TTT in Sachen Markenbildung hier erreicht hat, ist vorbildlich. Als klar war, dass Georg Overs das Tegernseer Tal verlässt, stand für mich fest, dass ich mich um diesen Posten bemühen werde.

Tegernseer Stimme: Wie haben Sie die Entwicklungen rund um die gescheiterte Fusion von TTT und ATS zu einen gemeinsamen Tourismusorganisation für den gesamten Landkreis von außen verfolgt?

Stephan Köhl: Wir haben das interessiert verfolgt. Am Ende ist eine Fusion wohl unter anderem durch das Nein der Gemeinde Schliersee gescheitert. Eine Fusion wäre durchaus zu begrüßen gewesen und hätte einige Vorteile gehabt, weil man die ganze Region dann hätte noch schlagkräftiger vermarkten können. Für mich ist die Fusion aber kein Thema mehr. Das Tegernseer Tal und die TTT sind für sich gut aufgestellt. Ich werde mich auf die Vermarktung der Premiummarke Tegernsee konzentrieren.

Aus Tagesausflüglern Übernachtungsgäste machen

Tegernseer Stimme: Was sagen Sie zur gegenwärtigen Lage des Tourismus im Tegernseer Tal und wo sehen Sie konkreten Handlungsbedarf?

Stephan Köhl: Aus meiner Sicht haben Georg Overs und das Team der TTT hier in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Es gibt aber immer Optimierungsbedarf. Wir müssen die Nebensaison weiter beleben. Zudem ist es eine große Herausforderung, aus den vielen Tagesgästen auch Übernachtungsgäste zu machen und sie für eine längere Aufenthaltsdauer am Tegernsee zu begeistern.

Tegernseer Stimme: Welche kurzfristigen Maßnahmen schweben Ihnen da vor?

Stephan Köhl: Ich will den Kontakt zu den kleinen Vermietern weiter stärken. Gerade die Homepage und der Social Media Bereich können noch weiter ausgebaut werden. Jede Gemeinde hat durch ihre Lage rund um den Tegernsee ihre ganz spezielle Rolle. Die Premiummarke “Der Tegernsee” ist ja bereits definiert. Auf diesem Gütesiegel wollen wir weiter aufbauen.

Kleine Vermieter stärken

Tegernseer Stimme: Welche Bedeutung kommt aus Ihrer Sicht den kleinen Vermietern im Vergleich zu den großen Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels zu?

Stephan Köhl: Die kleinen Vermieter sind das Rückgrat des Tourismus in Oberbayern und am Tegernsee. Die großen Hotels sind grundsätzlich sehr professionell aufgestellt und eher die Rosinen auf dem Kuchen. Wir müssen vor allem die kleinen Vermieter weiter stärken.

Tegernseer Stimme: Wie kann das gelingen?

Stephan Köhl: Auch hier hat Georg Overs bereits gute Arbeit geleistet. Viele der kleinen Vermieter, die seit Generationen ihre Gästehäuser betreiben, sind für den Gast aber noch zu wenig sichtbar. Ich will daher das Gespräch mit ihnen suchen und sie dazu motivieren noch enger mit der TTT zu kooperieren. Wir werden monatliche Schulungen anbieten, Möglichkeiten aufzeigen, die Onlinebuchbarkeit zu steigern und die Chancen einer größeren Präsenz im Social Media Bereich erläutern.

Tegernseer Stimme: Wie kann die TTT die Vermieter noch unterstützen?

Stephan Köhl:Wir wollen die Vermieter mit Video und Bildmaterial ausstatten, dass sie ohne großen Aufwand auf ihrer Homepage einbetten können. In Berchtesgadener Land haben wir zum Beispiel Videos zu den bekanntesten Wanderrouten veröffentlicht, die der Gast dann aufrufen kann.

Tegernseer Stimme: Also wollen Sie vor allem den Digitalisierungsgrad steigern?

Stephan Köhl: Ohne digitale Medien geht es heute nicht mehr. Die Erfahrung zeigt, dass ein Gast eher ein Zimmer bucht, wenn der Vermieter innerhalb von 20 Minuten auf seine Anfrage reagiert. Eine Reaktionszeit von 24 Stunden oder länger ist nicht angemessen. Die Vermieter sind aber nur in der Lage schnell zu reagieren, wenn sie sich der digitalen Kommunikationsmittel bedienen.

Das Traditionelle noch besser präsentieren

Tegernseer Stimme: Was kann das Tegernseer Tal von der Tourismusregion Berchtesgadener Land lernen?

Stephan Köhl: Die beiden Regionen sind nur bedingt miteinander vergleichbar. Das Tegernseer Tal ist ganz anders aufgestellt als das Berchtesgadener Land. Wir haben einen Nationalpark, dafür mit dem Königssee aber einen See, der nicht für Wassersportaktivitäten genutzt werden kann. Hier gibt es am Tegernsee ein ganz anderes Potential.

Tegernseer Stimme: Der Schlierseer Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer plädiert dafür, verstärkt auf Tradition und gewachsene Strukturen an Stelle von neumodischen Entwicklungen zu setzen. Wie sehen Sie das?

Stephan Köhl: Das Tegernseer Tal lebt von seiner einzigartigen Natur und der Tradition. Es ist wichtig, diese Tradition nicht zu verwässern, sondern auf Nachhaltigkeit zu setzen. Es gilt das was da ist noch intensiver zu pflegen. Innovationen sind sicher wichtig, gleichzeitig lautet die Devise aber, das Bestehende noch erlebnisreicher zu präsentieren.

Tegernseer Stimme: Vielen Dank für das Gespräch Herr Köhl.


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