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Warum die Traglufthallen vorzeitig geräumt werden

Die Luft trägt nicht mehr – wohin jetzt?

Von Nicole Kleim

Knapp 300 Asylbewerber sind derzeit in den beiden Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach-Egern untergebracht. Erst im Februar nächsten Jahres sollte der Mietvertrag in Rottach auslaufen, im April der für Holzkirchen. Jetzt werden die Traglufthallen doch früher abgebaut. Aber wo kommen die Asylbewerber dann unter?

Die Traglufthalle am Moarhölzl - ein Anblick, der bereits Ende des Jahres Geschichte sein dürfte.
Erst vor fünf Monaten wurde die Traglufthalle am Moarhölzl aufgebaut. Bald soll die provisorische Asylunterkunft Geschichte sein.

Im Juni dieses Jahres hat die Regierung von Oberbayern das Landratsamt Miesbach aufgefordert, alle Sammelunterkünfte sowie die Mietverträge mit den Traglufthallen-Unternehmen vorzeitig zu kündigen, so Landratsamts-Pressesprecher Gerhard Brandl. Grund seien die hohen Mieten für die Hallen – insgesamt muss die Behörde für beide Standorte rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr hinlegen – und die Tatsache, dass immer weniger Flüchtlinge kommen.

Im Februar 2017 sollte der Mietvertrag mit der Firma Paranet in Holzkirchen auslaufen. Jetzt muss die Traglufthalle im Moarhölzl, die erst im März 2016 aufgebaut wurde, bereits zum 14. Dezember geräumt werden. Das bedeutet für die 157 dort untergebrachten Asylbewerber, sie brauchen ein neues Quartier.

„Das hat uns nicht überrumpelt“

Ein wenig anders in Rottach-Egern. Dort läuft der Vertrag erst Ende Januar nächsten Jahres aus. Aber auch die 93 Asylbewerber in der Rottacher Traglufthalle im Birkenmoos benötigen dann eine neue Unterkunft. 20 von ihnen seien bereits anerkannt worden, so Brandl, hätten allerdings noch keine Wohnung. Man sei aber auf die Situation vorbereitet gewesen, sagt er: „Das hat uns nicht überrumpelt.“

Das Landratsamt sei bereits dabei, Wohnungen und kleinere Unterkünfte für die Asylbewerber zu akquirieren, so Brandl. Man hoffe aber, dass zwischenzeitlich noch etliche Asylanträge anerkannt werden. Dann nämlich sind anerkannte Asylbewerber selbst für die Wohnungssuche verantwortlich.
Finden sie keine, so bräuchten sie keine Angst zu haben, obdachlos zu werden. Alle Bürgermeister hätten sich solidarisch bereiterklärt, bei der Suche nach Wohnungen unterstützend mitzuwirken, freut sich Brandl.

Welche Unterbringungsmöglichkeiten gäbe es?

Sollte trotz allem Wohnraum fehlen, so hat die Regierung von Oberbayern dem Landratsamt eine landesübergreifende Lösung zugesichert, berichtet Brandl. Was bedeutet, dass die Flüchtlinge notfalls auf andere Landkreise verteilt werden. Soweit wird es seiner Meinung nach aber nicht kommen:

Bis jetzt haben wir noch Wohnungen frei. Uns werden auch immer wieder Wohnungen angeboten. Wir gehen davon aus, dass alle untergebracht werden.

Für die Wohnraumbeschaffung trägt die Regierung von Oberbayern die Kosten. Für die Organisation ist das Landratsamt Miesbach, zusammen mit den Städten und Gemeinden zuständig. Als Unterbringungsmöglichkeiten stünden als Option beispielsweise die für September geplanten Asyl-Häuser in Schaftlach, aber auch das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee zur Verfügung, so Brandl. Weiter erklärt er:

Ein Teil der Flüchtlinge wird in das neu errichtete Gebäude in Waakirchen untergebracht. Für den Rest haben wir bisher noch keinen Platz. Allerdings werden aktuell wieder Wohnungen für Asylbewerber gesucht. Sofern keine landkreisinterne Unterbringung erfolgen kann, werden die Bewohner landkreisübergreifend verteilt.

Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis hält langfristig ein Kirchengrundstück im Gewerbe-Gebiet für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für möglich. Für eine kurzfristige Lösung sucht er das Gespräch mit Privatpersonen.

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