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Der TS-Ausbildungsratgeber - heute: Ab ins Labor

Die mit den weißen Kitteln

Von Maximilian Liegl

Vor kurzem berichtete die TS über zahlreiche unbesetzte Lehrstellen im Landkreis. An begabten Schülern mangelt es dabei nicht. Doch in einer Zeit, in der Selbstverwirklichung immer wichtiger wird und die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt erscheinen, fällt eine Entscheidung oft schwer. Wie wäre es mit der Welt der Biochemie und Nanotechnologie?

Eine Ausbildung in der Pharmabranche
Eine Ausbildung in der Pharmabranche – für viele verlockend.

Groß ist die Umstellung vom Schülerdasein über Karriereplanung und der Einstieg in den Beruf. Jeder Schüler kommt daher an den Punkt, an dem er oder sie sich eine der wichtigsten Fragen im Leben stellt: Möchte ich den ganzen Tag im Büro verbringen? Bin ich überhaupt handwerklich begabt? Wird mir in einer dieser Standart-Ausbildungen nicht furchtbar schnell Langweilig?

Definitiv keinen „Standart“ stellen die anspruchsvollen Berufe innerhalb eines Labors dar. Wer denkt, für wissenschaftliche Tätigkeiten innerhalb der Biologie, Chemie oder Pharmazie müssen unzählige Semester in trockenen Vorlesungen auf der Universität verbracht werden, weiß nicht um die Vielzahl wissenschaftlicher Lehrberufe. Die Hürde ist dabei meist „nur“ ein Bestehen der Mittleren Reife.

Im Folgenden berichten Nachwuchskräfte aus verschiedenen Bereichen über Ihre Ausbildung im Labor.

Alexandra, 19: Biologisch-technische Assistentin

„Gerade habe ich mein erstes Jahr als Biologisch-technische Assistentin an der BTA Straubing absolviert. Jetzt wird sich mancher natürlich fragen, was eine BTA überhaupt macht. Nun ja, wir unterstützen Wissenschaftler bei der Durchführung ihrer Experimente. Diese finden für gewöhnlich im Labor oder in Feldversuchen statt. Dabei führen wir spannende Versuche an Tieren, Pflanzen, Zellkulturen oder Mikroorganismen durch.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist sehr abwechslungsreich. Der theoretische Teil findet an einer speziellen Berufsschule statt und der praktische Teil erfolgt themenspezifisch in einer Forschungseinrichtung. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Biochemie, Mikrobiologie, Physik und Mathematik.

Leider wird diese Ausbildung nicht vergütet. Da die Ausbildung jedoch recht kurz ist, finde ich das nicht weiter schlimm. Dafür sind die Berufschancen nach erfolgreichem Abschluss umso vielversprechender. Potentielle Arbeitgeber sind Forschungsinstitute, Medizinische Einrichtungen, Chemieunternehmen oder die Lebensmittelindustrie und das weltweit.“

Julia, 20: Chemielaborantin

„Ich komme gerade in das dritte Lehrjahr als Auszubildende Chemielaborantin bei einem großen Chemiekonzern. Dabei war ich nicht der klassische Nerd, wie die Vermutung vielleicht Nahe liegt. Doch nach der Realschule wusste ich nicht was ich machen soll, weswegen ich erst einmal auf die FOS gegangen bin. Dort hat es mir zwar nicht sonderlich Spaß gemacht – jedoch bin ich durch eine Berufsinformationsveranstaltung zu meiner Traum-Ausbildung gekommen.

Die Tätigkeiten und Einsatzgebiete einer Chemielaborantin sind dabei sehr breit gefächert. Grob lassen sie sich aber in die Bereiche Analysieren und Synthetisieren einteilen. Unter dem Analysieren versteht man das Überprüfen der Proben nach Reinheit und Qualität. Besondere Bedeutung kommt diesem Teilbereich in der Produktion zu. Das chemische Gegenstück dazu ist das Synthetisieren, also das Herstellen eines Stoffes im Labor.

Die späteren Einsatzgebiete von Chemielaboranten sind sehr vielfältig. Je nach Interesse kommen verständlicherweise Chemieunternehmen und Pharmaunternehmen in Frage. Die beiden Branchen gehören zudem zu den am besten zahlenden Arbeitgebern überhaupt – noch vor der Finanzbranche. Ansonsten sind Chemielaboranten auch bei Automobilherstellern, der Baubranche und in der Kosmetikindustrie sehr begehrt.

Die dreieinhalbjährige Ausbildung vermittelt ein sehr fundiertes chemisches Wissen, wobei sich das komplette erste Jahr mit der Grundausbildung befasst. Danach kommt noch viel Methodenkompetenz im Labor hinzu. Derzeit bekomme ich 860 Euro brutto im Monat, bei 35 Arbeitsstunden in der Woche und 30 Tagen Urlaub.“

Manuel, 19: Pharmakant

„In weniger als einem Monat trete ich mein drittes Lehrjahr als Pharmakant bei einem internationalen Pharmaunternehmen an. Diese Ausbildung ist eine unglaublich spannende Mischung aus Technik und Chemie, denn ein Pharmakant ist im weitesten Sinne ein Maschinen- und Anlagenführer, der die korrekte Zubereitung und Verarbeitung von Arzneiwirkstoffen und Medikamenten steuert.

Die dreieinhalbjährige Berufsausbildung ist im ersten Jahr zweigeteilt, also in die theoretische Grundlagenausbildung an der Berufsschule sowie die überbetriebliche Ausbildung, die vor allem im Labor stattfindet. Im zweiten Ausbildungslehrjahr beginnt die dritte Ausbildungsphase im Unternehmen, in welcher mit der Arzneimittelherstellung im Reinraum begonnen wird.

Allen naturwissenschaftlich-technisch Interessierten kann ich diese Ausbildung sehr empfehlen. Das Berufsbild hat definitiv eine gute Zukunftsperspektive und die Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche sind sehr gute Arbeitgeber mit überdurchschnittlicher Bezahlung. Mein Gehalt beträgt knapp 1.000 Euro brutto bei 40 Arbeitsstunden in der Woche und 28 Urlaubstagen.

Eine Übersicht über offene Ausbildungsstellen im Landkreis gibt es – unabhängig von der Branche auf Oberland-Jobs.de. Auch die Jobnews Website des Landkreises Miesbach bietet eine große Auswahl an offenen Ausbildungsplätzen.

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