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Das Juni-Hochwasser vor fünf Jahren

Die plötzliche Flut

Am 3. Juni 2013 verwüstete das Jahrhundert-Hochwasser das Tegernseer Tal. Seitdem wurde viel für den Hochwasserschutz getan. Doch reicht dies angesichts des Klimawandels?

Helfer am 3. Juni 2013.

Ob der Ausbau der Rottach, zusätzliche Rechen im Söllbach von Bad Wiessee oder die nicht endende Diskussionen über den Hochwasserschutz an der Mündung des Sees am Schuhmacher-Wehr. Die verheerenden Fluten des Juni-Hochwassers vom Juni 2013 zwangen auch in den Amtsstuben zum Umdenken. Seitdem macht ein Begriff bei jeder Bauplanung in Überschwemmungsgebieten die Runde: HQ100.

Dieses Kürzel steht für 100-jährliches Hochwasser und entspricht dem Hochwasserabfluss, der statistisch gesehen einmal in hundert Jahren erreicht oder überschritten wird. Doch die Abstände werden kürzer. Bereits das Pfingsthochwasser 1999 hatte die Gemeinden rund um den See heimgesucht.

Millionenschäden über Nacht

Ähnlich wie in diesen Tagen waren auch Ende Mai 2013 heftige Unwetter angekündigt. Doch mit solchen Massen an Regen hatte damals niemand gerechnet. Rund 250 Liter Wasser pro Quadratmeter fielen an vier Tagen direkt am Tegernsee. In den Kreuther Bergen kamen sogar 380 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. So viel wie sonst in zwei Monaten.

Am Nachmittag des 2. Juni 2013 rief das Landratsamt Miesbach den Katastrophenfall aus. Kurz danach überschritt der Pegel die historische Marke von 727,15 Metern über Normalnull aus dem Jahr 1999. Und das Wasser stieg weiter. Über Nacht trat der Tegernsee dann über seine Ufer, Flüsse und Bäche schwollen enorm an – innerhalb weniger Stunden standen ganzen Straßenzüge im Tegernseer Tal unter Wasser. Überflutete Häuser, Gärten und Straßen, angeschwemmte Boote und eine abgeschnittene Stadt Tegernsee.

Nur die BOB fuhr noch. An den Schulen fiel der Unterricht aus, weil man sie nicht mehr erreichen konnte. In Teilen von Bad Wiessee, Tegernsee und Rottach-Egern wurde der Strom abgestellt, weil befürchtet wurde, dass das Wasser die Trafostationen überfluten könnte. Wäre zum Beispiel der See nur ein paar Zentimeter mehr gestiegen, wäre auch der Rottach-Damm gebrochen. Doch auch so war es schlimm genug.

Wissenschaftler prognostizieren „mehr Fluten“

Auf der Rottacher Seestraße verkehrten Paddelboote. Damit waren nicht nur Existenzen von Geschäftsinhabern gefährdet, auch Hausbesitzer, die Teile ihrer Habe verloren, mussten für anschließende Sanierungen tief in die Tasche greifen. Im Nachgang wurden die Schäden auf etwa 2,4 Millionen Euro geschätzt. Bei Einrichtungen der Tal-Gemeinden seien es 300.000 Euro gewesen.

Das Hochwasser im Juni 2013 richtete enorme Schäden an.

Aus dem Katastrophen-Fonds der Regierung von Oberbayern kamen Zuschüsse für die zerstörte Infrastruktur der Orte am See. Allein Tegernsee erhielt Finanzspritzen in Höhe von 45.000 Euro für die Sanierung der Seesauna, 12.000 Euro für die Uferanlagen am Rathaus sowie 10.000 Euro für die Sanierung der Rathaus-Nebengebäude.

Doch die nächste Flut könnte wieder alles zunichtemachen. Während es in diesen Tagen in vielen Teilen des Bundesgebiets zu Überschwemmungen, Schlammlawinen und sogar der Flutung eines Zoos kommt, bleibt das Tegernseer Tal aktuell verschont. Die Betonung liegt auf „noch“. Denn angesichts des Klimawandels drohen nach jüngsten Studien von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts „Deutschland mehr zerstörerische Fluten“.


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