Wiessee: Vorzüge einer Tourist Information am Lindenplatz

„Wollen eine schnelle und schlagkräftige TI“

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 12. August / 08:34 Uhr
Offenbar verfestigen sich die Planungen um den Umzug der Wiesseer Tourist-Information vom alten Spielbankgelände in Richtung des Sparkassengebäudes am Lindenplatz. Exklusiv hat Bürgermeister Peter Höß nun einige Details verraten.

Für Höß wäre der Standort in der jetzigen Filiale von Autobus Oberbayern eine gute Lösung. „Das wäre ein fast optimaler Platz.“

Die Filiale von Autobus Oberbayern: "Die optimalste aller Alternativen"
Die Filiale von Autobus Oberbayern: „Die optimalste aller Alternativen“

Bereits Anfang Juli berichteten wir, dass die TTT und die Gemeinde Bad Wiessee ein Auge auf die Filiale von Autobus Oberbayern am Lindenplatz geworfen haben. Dort, so der Plan, könnte zukünftig die neue Tourist-Info entstehen. Die jetzige TI befindet sich auf dem ehemaligen Spielbankareal. Doch das gehört mittlerweile Thomas Strüngmann.

Anfang Juli hieß es noch, man befinde sich in vertraulichen Gesprächen und wolle zunächst hinter verschlossenen Türen Klarheit schaffen. Nun hat Bürgermeister Peter Höß erste Details verraten.

Projekt in der Findungsphase

„Im Moment ist ein Architekt dabei zu ermitteln, ob die erforderlichen Flächen vorhanden sind“, so Höß. Und auch mit Autobus Oberbayern sei man bereits in Gesprächen. „Der Mietvertrag ist sehr flexibel. Wir könnten da wohl auch einsteigen“, ist Höß überzeugt.

Derzeit befinde sich das Projekt allerdings noch in der Findungsphase. Man werde erst konkreter, wenn die TTT sagt: Das ist das Richtige, das nehmen wir. Bereits jetzt sei allerdings absehbar, dass sich die Gemeinde wohl für diese Lösung aussprechen wird. Schließlich sprechen viele Dinge für den Standort am Lindenplatz. „Das Gebäude ist von allen Alternativen bisher das optimalste“, erklärt Höß.

Aufgaben haben sich verändert

Die Aufgaben einer TI hätten sich in den letzten Jahren stark verändert. Niemand gehe mehr extra zur Tourist-Info und will sich über den Ort informieren. „Das Wissen muss er vom Gastgeber bekommen. Das gehört sich ganz einfach“, meint der Bürgermeister.

Unbestritten sind die Tourist-Informationen aber immer noch wichtig als Ansprechpartner für die Gastgeber. Außerdem gehen die Touristen gerne hinein und holen sich eine Landkarte oder eine Konzertkarte. In erster Linie müssten in der TI aber Zimmer vermittelt werden.

Wir brauchen eine schnelle und schlagkräftige Anlaufstelle. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die TI an einer zentralen Stelle ist. Am Lindenplatz wäre da eine viel höhere Frequenz gegeben. Man glaubt gar nicht, wie viele Leute jeden Tag ins Rathaus kommen und fragen, wo die Tourist-Information eigentlich ist.

Zudem gäbe es ausreichend Parkplätze sowie das neue Webterminal direkt vor dem Gebäude. Daher wäre der Standort fast optimal. „Ich sage fast, weil die meisten Gäste immer noch aus Norden kommen. Beim links abbiegen müssen sie auf den entgegenkommenden Verkehr achten. Rechts abbiegen wäre hier besser“, so Höß in Anspielung auf die „falsche“ Straßenseite, auf der sich das Gebäude befindet.

In Gesprächen befindet man sich auch schon mit dem Hotel zur Post. So kann sich Höß beispielsweise das Atrium als Lesesaal vorstellen. Da müsse man sich allerdings noch einigen. „Aber ich denke, das wäre eine Win-Win-Situation.“

Ursprünglicher Artikel vom 10. Juli mit der Überschrift: „Wiessee: Neue Touristinfo am Lindenplatz?“
In Bad Wiessee ist die Haushaltslage schlecht. Die Gemeinde muss sparen und hat wenig Geld für neue Investitionen. Dabei warten die Verantwortlichen noch immer auf das Geld für das verkaufte ehemalige Spielbank-Grundstück.

Hexal-Gründer und Milliardär Thomas Strüngmann zahlt erst, wenn die Tourist-Info im „Haus des Gastes“ geräumt ist. Doch das könnte bald der Fall sein, denn die TTT und die Gemeinde stehen erneut in Verhandlungen für einen neuen Ort, der die Tourist-Info zukünftig beherbergen könnte.

Die Wiesseer
Die Wiesseer Tourist-Info braucht mittelfristig einen neuen Ort

Der aktuelle Schuldenstand von 34,6 Millionen Euro macht Bad Wiessee zu einer der am höchsten verschuldeten Gemeinden in ganz Bayern. Besonders die Spielbank und das Areal rund um das Jodschwefelbad belasten die Gemeindefinanzen.

Und so muss Bad Wiessee schon seit geraumer Zeit die gemeindeeigenen Grundstücke verkaufen, um an frisches Geld zu gelangen. Dies hat das Landratsamt Miesbach als Aufsichtsbehörde von der Gemeinde gefordert. Daher haben bis jetzt bereits das Quercherfeld und ein Grundstück an der Sanktjohanserstraße den Besitzer gewechselt. Weitere Grundstücksverkäufe sind in nächster Zeit geplant.

Noch kein Geld geflossen

Mit einem Problem sieht sich die Gemeinde im Zusammenhang mit dem ehemaligen Spielbankgrundstück konfrontiert. Zwar hat der Hexal-Gründer und Milliardär Thomas Strüngmann bereits Ende vergangenen Jahres seine Option gezogen und das Seegrundstück von der Gemeinde erworben, doch Geld – insgesamt 4,6 Millionen Euro – sei bisher noch keines geflossen, wie Bürgermeister Peter Höß auf der Gemeinderatssitzung im April bestätigte.

„Der Kaufpreis wird erst fällig, wenn die Tourist-Information geräumt ist“, sagte Höß im April. Diese Regelung stamme noch aus dem Optionsvertrag mit Strüngmann. „Damals haben wir ja noch gedacht, dass alle Grundstücke (inklusive des Lederer-Areals/Anm. der Redaktion) gemeinsam verkauft werden“, so der Bürgermeister damals auf Nachfrage.

Unterdessen betonten sowohl der Wiesseer Rathaus-Chef als auch TTT-Geschäftsführer Georg Overs unisono, dass man bei der Suche nach neuen Räumen für die Tourist-Info keinen Zeitdruck verspüre. „Herr Strüngmann hat uns versichert, dass wir genügend Zeit für die Standortsuche haben“, so Overs vor einigen Monaten.

Hat die Suche nun ein Ende?

Nach aktuellen Informationen könnte die Standortsuche möglicherweise bald schon ein Ende haben. „Ich habe von Gerüchten gehört, dass nun endlich eine neue Bleibe für die TI gefunden ist“, so Hartwig Bayerschmidt am Ende des öffentlichen Teils der gestrigen Gemeinderatssitzung. Er habe erfahren, so der CSU-Politiker, dass es sich dabei um die Geschäftsräume von Autobus Oberbayern handeln solle.

Klein, aber zentral gelegen. Die Filiale von Autobus Oberbayern.
Klein, aber zentral gelegen. Die Filiale von Autobus Oberbayern.

Und offenbar hat er mit dieser Vermutung voll ins Schwarze getroffen. Zunächst versuchte Bürgermeister Peter Höß noch auszuweichen und betonte, das „heikle Thema“ zunächst im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung behandeln zu wollen. Dort bestätigte er dann offenbar, dass Bad Wiessee auf den Standort am Lindenplatz 6 im Haus der Sparkasse ein Auge geworfen habe. Laut Höß habe sich bereits eine Mehrheit für den Standort ausgesprochen.

Nichtsdestotrotz soll Omnibus Oberbayern jedoch derzeit einen gültigen Mietvertrag besitzen. Dieser Punkt steht einer Einigung also noch im Wege. Dazu TTT-Chef Georg Overs heute auf Nachfrage:

„Wir befinden uns derzeit in vertraulichen Gesprächen. Mehr kann und will ich aktuell nicht sagen.“

Ein Umzug der Wiesseer TI kommt damit erst infrage, wenn alle vertraglichen Punkte geregelt sind. Und das, darüber sind sich die Protagonisten einig, soll am besten weiterhin hinter verschlossenen Türen passieren.


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