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Rottacher Anlieger will Tempo 30 durchsetzen

Runter vom Gas in der Wolfsgrubstraße

Alexander Kobus reicht es. Als Anwohner in der Wolfsgrubstraße erlebt er nach eigener Aussage täglich, wie das wachsende Verkehrsaufkommen Fußgänger und Tiere gefährde. Deswegen fordert er für seine Straße von der Gemeinde eine Tempo-30-Zone.

In der Wolfsgrubstraße ist Tempo 50 erlaubt. Einem Anlieger ist das zu schnell.

Das Thema Verkehr und der Wunsch nach Tempo 30 hat den Rottacher Gemeinderat schon viel Zeit und Geld gekostet. Zuletzt waren es 5.000 Euro für ein Gutachten zur Verkehrssituation. Das Fazit: der Gemeinderat sprach sich im September gegen ein allgemeines Tempo-30-Gebot in Wohnstraßen aus.

Bereits 2014 begann die Tempodebatte. Sie endete mit einem großen Knall, als der Bürger-Arbeitskreis Verkehr vom Gemeinderat aufgelöst wurde. Die erregten Diskussionen währten zwar noch zwei Jahre, doch mit dem Beschluss vom vergangenen Herbst hoffte Rathauschef Christian Köck, „endlich den Deckel draufmachen“ zu können. Nun erreichte das Thema aber wieder den Ratssaal, diesmal ohne Köck, der wie berichtet nach einem Mountainbike-Unfall krankgeschrieben ist.

„Einzelne werden immer schneller fahren“

So musste sein Vize Josef Lang (CSU) sich mit dem Antrag von Alexander Kobus zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. in der Wolfsgrubstraße auseinandersetzen. Kobus verfolgte interessiert die Diskussion im Ratssaal. In seinem Schreiben an den Gemeinderat, das Lang verlas, beklagte er das hohe Verkehrsaufkommen, dem Fußgänger und Tiere ausgesetzt seien, da Gehwege fehlen würden.

Hier erinnerte Lang daran, dass im Jahr 2005, als die Wolfsgrubstraße ausgebaut wurde, die Anwohner noch den ursprünglich geplanten Gehweg auf der Westseite abgelehnt hätten. Ihre Begründung sei damals laut Lang gewesen: „Wenn ein Gehweg da ist, wird schneller gefahren“. Die Anwohner wollten zudem den „dörflichen Charakter“ der Straße erhalten.

Kobus aber war in seinem Schreiben der Meinung, dass die Autofahrer im Durchschnitt 40 bis 50 km/h fahren würden. Hier sei schnelles Handeln erforderlich, denn er habe auch schon Spitzengeschwindigkeiten von 80 km/h beobachtet. „Es wird immer Einzelne geben, die sich nicht an Gebote halten und schneller fahren“, erwiderte Lang daraufhin.

Wir sollten aber auch hier bei unserer Linie bleiben und es bei dem erlaubten Tempo 50 belassen.

Klaus Fresenius (FWG) hatte zwar Verständnis für Einzelne, die dies „dramatisch erleben“, doch man habe nach mehreren Sitzungen ein Konzept erstellt, „das noch eine hohe Aktualität hat“. Thomas Tomaschek von den Grünen sah dies ganz anders. „Bei diesem Konzept ist doch gar nichts rausgekommen. Es kann alles so bleiben, wie es ist“, sei sein Fazit gewesen.

Bisher hat das noch niemand erkannt

Dies sei laut Tomaschek aber ein „sehr dynamisches Thema“, weil sich auch der Ort ständig verändere, vor allem die Ecke an der Wolfsgrubstraße mit den Tourismusmagneten Café Gäuwagerl, dem Voitlhof, der aus allen Nähten platze, und dem Trachtengeschäft dort. Seit der Erstellung des Verkehrsgutachtens habe sich dort einiges verändert. „Da muss man schon differenzieren“. Die Pflicht der Gemeinde sei es, hier vorzubeugen, wenn diese Straße jetzt zum Problem werde.

„Bisher hat dies vor Herrn Kobus aber noch niemand erkannt“, entgegnete Lang. Zudem habe es dort mit dem Tennisplatz und mit den Gsotthaberstuben schon immer ein höheres Verkehrsaufkommen gegeben. Durch das beidseitige Parken in der Wolfsgrubstraße könne man dort gar nicht zu schnell fahren, wusste Hermann Ulbricht (FWG): „Wenn wirklich dort jemand mit 80 km/h fahren sollte, dann stört ihn auch nicht das Tempo-30-Schild“. Mit einer Gegenstimme wurde der Antrag zur Geschwindigkeitsbegrenzung abgelehnt. Sichtlich enttäuscht verließ Kobus gleich nach seiner Niederlage den Gemeinderat.


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