Berufsmesse an der Realschule Gmund
Ausbildung – aber dahoam

von Maxi Hartberger

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Während manche Jugendliche einen festen Plan für die Zukunft haben, versumpfen andere in Ahnungslosigkeit. Mit der Berufs-Messe will die Realschule Gmund Perspektiven bieten, um wieder mehr Schüler für eine Ausbildung zu begeistern.

Gestern Abend fand zum dritten Mal die Berufsinformationsmesse in der Realschule Gmund statt. Insgesamt 43 Betriebe aus dem gesamten Oberland beantworteten Fragen zu unterschiedlichen Ausbildungsberufen. „Wir haben hier so ein vielfältiges Angebot – also verglichen mit anderen Berufsmessen müssen wir uns wirklich nicht verstecken“, erklärt Direktor Stefan Ambrosi zufrieden.

Es ist uns besonders wichtig, dass auch wir als Schule Ausbildungsberufe aufwerten und den Schülern damit Alternativen zur FOS bieten.

Er sehe es mit einer gewissen Sorge, „dass es sich viele unserer Jugendlichen etwas zu einfach machen, indem sie die Wahl ihrer beruflichen Zukunft zu sehr in Richtung einer schulischen Weiterbildung auf der FOS verschieben“, so Ambrosi. Daher freue es ihn besonders, dass einige ehemalige Schüler mit ihren Ausbildungsbetrieben an der Messe teilnahmen.

Die anwesenden Unternehmen standen dabei für unterschiedlichste Berufsfelder. Der Tourismus, der im Tal eine große Rolle spielt, war unter anderem durch die Tegernseer Tal Tourismus GmbH und einigen Hotels vertreten. Auch der Gesundheits- und Ernährungsbereich stellte sich zum Beispiel durch das Krankenhaus Agatharied oder die Naturkäserei vor.

Sowohl die Polizei als auch der Zoll informierten die Jugendlichen.

Ob Polizist, Bundeswehr-Soldat, Florist, Bänker oder Chemielaborantin – die Region zeigte die Vielfalt an Ausbildungsberufen. „Wir sind sehr dankbar, dass so viele Betriebe an dieser Messe teilnehmen“, erklärt Organisator und Lehrer Tobias Stangl. „Es ist uns wichtig, dass wir die Schüler früh genug über ihre Möglichkeiten informieren, denn kurz vor’m Abschluss in der 10. Klasse sind rund ein Drittel immer noch orientierungslos.“ Die Berufsmesse sei dabei ein wichtiger Bestandteil.

Es sei kein Geheimnis, dass der Mittelstand im Landkreis gestreckt werden müsse. „Viele Ausbildungsplätze bleiben schlichtweg unbesetzt“, so Stangl. Deshalb sei es wichtig, den Schülern das vielfältige Angebot in der Region aufzuzeigen. „Und wenn man sieht, wie gut die Berufsmesse ankommt, dann macht es auch wirklich Spaß.“

Denn auch er beobachtet die aktuelle Entwicklung mit Sorge: „Im vergangenen Jahr sind rund drei Viertel der Abschlussklassen auf die FOS gegangen, das ist enorm.“ Natürlich haben einige Schüler diese schulische Weiterbildung schon länger im Blick.

Aber ich denke, dass sich viele Schüler auch der Verantwortung entziehen und sich denken ‘Ach, geh ich eben nochmal zwei Jahre in die Schule, dann muss mir jetzt noch keine Gedanken über meine Zukunft machen’.

Die Berufsmesse soll den Schülern mehr Orientierung geben. Doch auch für die jeweiligen Betriebe ist es wichtig, Auszubildende aus der Region anzulocken. „Unser Motto ist ‘Aus der Region, für die Region’ – wir wollen vor allem Azubis von hier, weil wir sie nach der Ausbildung dann auch besser halten können“, erklärt Pamela Oberrauch vom Hauptzollamt Rosenheim.

Die primäre Zielgruppe seien deshalb auch Realschüler. „Aber man muss auch dazu sagen, dass das hier nicht wie an anderen Schulen wie eine Pflichtveranstaltung wirkt: Hier ist alles super organisiert und vor allem zeigen die Schüler ehrliches Interesse – da macht so eine Messe schon Spaß“, so Oberrauch.

Knapp 250 Schüler und Eltern besuchten die Messe.

Auch das Hotel Bachmair Weissach war unter all den Betrieben vertreten: „Wir sind bereits das dritte Mal dabei“, erklärt eine Mitarbeiterin. Der größte Anreiz für Schüler, eine Ausbildung zu machen, sei mit Sicherheit der finanzielle Aspekt. „Das erste eigene Geld verdienen – das hat schon was.“ Zwar seien die Azubis im Bachmair Weissach bunt gemischt, jedoch „hat es Vorteile, wenn man hier aus der Region kommt.“ Man wisse dann einfach, was das Hotel für einen renommierten Namen hat.

Außerdem: Hier zu Hause zu arbeiten, wo andere Urlaub machen – also das ist definitiv was besonderes.

Auch die Bundeswehr informierte die Jugendlichen über die verschiedenen Job-Chancen. Viele Schüler seien allein deshalb schon interessiert, „weil ein echter Soldat Rede und Antwort steht“ erklärt Hauptfeldwebel Horstmann mit einem Grinsen. „Allerdings hat mein Kollege eine Beamtenstellung – er trägt keine Uniform und ist trotzdem bei der Bundeswehr.“ Solche Messen seien auch dazu da, um mit Vorurteilen gegenüber der Bundeswehr aufzuräumen.

Auch die Bundeswehr warb für ihre verschiedenen Ausbildungsberufe.

Horstmann erfuhr bisher nur positive Resonanz seitens der Realschüler. „Die meisten sind erstaunt über die Anzahl an Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr.“ Vom IT-Bereich über Gesundheitswesen bis hin zu kaufmännischen Berufen sei das Spektrum sehr vielfältig. „Außerdem ist es schön, sich mit jungen Menschen auszutauschen“, so Horstmann.

Ähnlich sehen es auch die Schüler. Sie schlenderten von Stand zu Stand, teilweise machten sich die Jugendlichen im Gespräch mit den Vertretern der Betriebe Notizen und tauschten sich mit ihren Eltern aus. „Das hier ist eine wunderbare Möglichkeit für die Schüler, schon mal ein bisschen in die verschiedenen Berufe reinzuschnuppern und eine ungefähre Vorstellung vom Berufsalltag zu bekommen“, erklärt eine Mutter.

Auf Oberland-Jobs sind derzeit 65 Azubistellen ausgeschrieben.

Ambrosi freut sich über das positive Feedback und sieht in der Berufsmesse einen Erfolg für die Schüler: „Wir wollen schlicht und ergreifend unserem Auftrag gerecht werden und zum einen eine allgemein bildende aber auch eine berufsvorbereitende Schule sein.“

Auch Oberland-Jobs.de war auf der Messe in der Realschule Gmund vertreten. Mit insgesamt 321 Arbeitgebern und aktuell 65 Azubistellen bietet die Jobbörse auch Jugendlichen eine große Auswahlmöglichkeit an freien Stellen im gesamten Oberland. Doch auch die aktuellsten Mini-Jobs und Praktika werden auf dem Portal täglich ausgeschrieben. Einfach hier klicken und sich für die Zukunft inspirieren lassen.


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