Dieser Weg wird ein runder sein

Unser Kommentator freut sich immer, wenn aus der PR-Werkstatt des Landrats neue Wortwerke purzeln. Sind sie doch Beleg für Rzehaks Gewandtheit im gefährlich-schwarzen Feindesland. Da führt rhetorische Geschmeidigkeit eben zu Ruhe. Und vielleicht sogar zur zweiten Amtszeit.

Ein runder Tisch und Wolfgang Rzehak (vierter von rechts) / Archivbild
Ein Runder Tisch samt Landrat Wolfgang Rzehak (vierter von rechts) / Archivbild

Ein Kommentar von Martin Calsow
So ein Landrat hat ja ein duftes Leben. Wenn er nicht zu prunkvoll Geburtstag feiert, eine ethische Armlänge Abstand zur Sparkasse hält und Lack und Leder wie Frau Pauly einst meidet, kann es ganz gut durchlaufen. Vielleicht mal eine Sehnenscheidenentzündung vom Fassanstechen oder Bänder durchschneiden. Da kann die grüne Kollegin in Berlin noch so sehr dummes Zeug twittern.

Wenn der Beppo betont, dass er erst Landrat und dann später – also wenn es keiner so richtig mehr sieht – auch mal grün vorm Schlafengehen ist, nimmt ihm das keiner krumm. Denn, das muss man Rzehak lassen, im Gegensatz zu seinen Berliner Freunden mit akutem Twitter, meint er nicht sofort los, sondern schaut, was wirklich ist und wartet dann ab und macht einen Runden Tisch und hat dann vielleicht später eine Meinung. Der grüne Landrat ist quasi das Anti-Berlin.

Anzeige

Zweite Amtszeit im Blick

Rund statt eckig, hat eben den Vorzug, das selten etwas hängenbleibt. Mit seinem gut geschultem Pressepersonal hat er die richtigen Helfer, die auch gern mal in den Direktfight mit Facebook-Nörglern treten.

Aber wenn es um die soften Dinge im Landkreis geht, Modellregion und so, dann wird die Schwurbelschublade aufgemacht. „Öko-Modellregion – da sind wir auf einem guten Weg“, schaumteppicht er daher. Auf einem guten Weg…. Das klingt doch super! Nur: Der gute Weg mag bequem, einfach, womöglich sogar frisch asphaltiert sein. Ob es der richtige Weg ist, das sagt diese Formulierung nicht aus. Oder soll sie das vielleicht auch gar nicht?”

Beispiel Parkplatz Kaltenbrunn: erst mal abwarten, Preysing herumdoktern lassen, um dann eine „komm ich heut nicht, komm ich morgen“-Haltung an den Tag zu legen. Man mag dem herzigen Beppo so etwas nicht übel nehmen. Das Landratsamt als grüner Outpost, umgeben von wilden Schwarzen: da überlegt man sich jedes Wort genau. Nur keine Fehler machen, und einmal am Tag mit den Fingern die Autogrammkarte von MP Kretschmann berühren, dann wird’s auch was mit der zweiten Amtszeit als Landrat – vielleicht.

SOCIAL MEDIA SEITEN

Anzeige
Aktuelles Allgemein Partner-Content

Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus

banner